Leider zunehmend enttäuschend – viel Luft zwischen Anspruch und Realität
Verbesserungsvorschläge
Nach außen wird vieles deutlich positiver dargestellt, als es sich intern teilweise anfühlt. Besonders der zunehmende Kostendruck, die fehlende Wertschätzung, die Überlastung und die unklare Organisation machen die Arbeit zunehmend unattraktiv. Viele der Probleme wären aus meiner Sicht lösbar – dafür müsste allerdings nicht nur auf Kosten und Effizienz geschaut werden, sondern auch darauf, wie die vorhandenen Mitarbeiter langfristig gehalten und entlastet werden können.
Wer hier anfängt, sollte sich deshalb nicht nur vom guten äußeren Image überzeugen lassen, sondern auch hinterfragen, wie die tatsächlichen Arbeitsbedingungen im jeweiligen Bereich aussehen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hat sich aus meiner Sicht deutlich verschlechtert. Der Kostendruck nimmt spürbar zu und wird zunehmend an die Mitarbeiter weitergegeben. Statt bestehende Probleme nachhaltig zu lösen, scheint häufig vor allem die Frage im Vordergrund zu stehen, wo noch Kosten eingespart werden können. Besonders neue Mitarbeiter haben es dadurch schwer, da sie mit den Folgen bereits bestehender Überlastung und fehlender Ressourcen umgehen müssen.
Image
Nach außen ist das Image weiterhin gut. Allerdings habe ich den Eindruck, dass dieses Bild insbesondere bei älteren Mitarbeitern und Auszubildenden noch funktioniert, weil ihnen das Unternehmen entsprechend positiv präsentiert wird. Wer länger dabei ist und die internen Abläufe kennt, könnte zu einer deutlich differenzierteren Einschätzung kommen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist noch einigermaßen in Ordnung, allerdings mit Einschränkungen. Homeoffice wird aus meiner Erfahrung nicht besonders gerne gesehen. Auch beim Zeitkonto entsteht teilweise der Eindruck, dass es möglichst nie zu voll werden darf. Insgesamt ist die Balance daher eher „okay“ als wirklich gut.
Karriere/Weiterbildung
Karrieremöglichkeiten sind aus meiner Sicht eher begrenzt. Stellen werden teilweise mit Anforderungen ausgeschrieben, die kaum realistisch zu erfüllen sind. Gesucht wird regelmäßig die sprichwörtliche „eierlegende Wollmilchsau“ – möglichst mit umfangreicher Erfahrung, maximaler Flexibilität und einem sehr breiten Aufgabenprofil. Wirklich attraktive und zugleich realistisch ausgestaltete Entwicklungsmöglichkeiten sind dagegen rar.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist grundsätzlich noch okay, aber aus meiner Sicht kein herausragender Pluspunkt. Inzwischen gibt es beispielsweise auch Unternehmen im Einzelhandel, die für vergleichbare Positionen teilweise besser bezahlen. Das Gehalt steht daher für mich nicht unbedingt im Verhältnis zur zunehmenden Arbeitsbelastung und Verantwortung.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier sehe ich ebenfalls Verbesserungspotenzial. Trotz aller Digitalisierung wird weiterhin vergleichsweise viel Papier verwendet. Gerade an dieser Stelle könnte man mit relativ einfachen Maßnahmen nachhaltiger arbeiten.
Kollegenzusammenhalt
Eigentlich wäre gerade bei der aktuellen Belastung ein starker Zusammenhalt wichtig. Durch die permanente Überlastung bleibt dafür allerdings kaum Raum. Jeder versucht zunehmend, seine eigenen Aufgaben irgendwie zu bewältigen. Dadurch entsteht eher ein „jeder gegen jeden“ als ein echtes Miteinander.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere und erfahrene Mitarbeiter werden aus meiner Sicht teilweise hauptsächlich als Wissensspeicher gesehen. Selbst wenn Kollegen bereits ihre Arbeitszeit vor dem Ruhestand reduzieren oder sich schon im Ruhestand befinden, muss weiterhin auf deren Wissen zurückgegriffen werden, weil eine vernünftige Übergabe offenbar nicht rechtzeitig organisiert wurde. Das ist weder für die betroffenen Kollegen noch für die Organisation eine nachhaltige Lösung. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass wertvolles Wissen verloren geht.
Vorgesetztenverhalten
Hier sehe ich einen der größten Kritikpunkte. Probleme werden teilweise ignoriert oder so lange verschleppt, bis sie sich irgendwann von selbst erledigen müssen. Klärfälle ziehen sich unnötig in die Länge. Wertschätzung für geleistete Arbeit ist kaum spürbar. Gleichzeitig werden frei werdende Stellen aufgrund des Kostendrucks nicht oder nur unzureichend nachbesetzt. Die zusätzliche Belastung bleibt dann bei den vorhandenen Mitarbeitern hängen.
Kommunikation
Über fünf Standorte hinweg funktioniert die Kommunikation leider nur sehr schlecht. Informationen gehen regelmäßig verloren oder erreichen die zuständigen Personen verspätet. Besonders problematisch ist, dass nach Besprechungen häufig keine vernünftigen Protokolle oder verbindlichen Zusammenfassungen erstellt werden. Dadurch entstehen Missverständnisse, unnötige Rückfragen und teilweise doppelte Arbeit.
Interessante Aufgaben
Leider zunehmend Fehlanzeige. Viele Prozesse sind nicht eindeutig definiert, Zuständigkeiten teilweise unklar. Auch die Einführung von „HRconnect“ hat aus meiner Sicht nicht die erhoffte Verbesserung gebracht, sondern an einigen Stellen eher zusätzliche Probleme und Unklarheiten geschaffen. Es fehlt häufig an klaren Verantwortlichkeiten und nachvollziehbaren Abläufen.


