Mehr schein als sein.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Zunächst einmal muss man sagen, dass der Verdienst wirklich sehr gut ist. Allerdings merkt man als neuer Mitarbeiter schnell, dass die Motivation im Arbeitsalltag eher gering ist. Man kommt motiviert in den Betrieb und wird dann recht schnell ausgebremst. Es herrscht teilweise eine „Null-Bock-Stimmung“, viele machen nur das Nötigste. Statt effizient zu arbeiten, wird viel Zeit mit Kaffeepausen und Gesprächen verbracht.
Als neuer Mitarbeiter muss man sich zudem an das langsame Arbeitstempo der alteingesessenen Kollegen anpassen, um keine Probleme zu bekommen. Wer zu motiviert arbeitet oder schneller ist, fällt eher negativ auf. Statt die Arbeitsabläufe zu optimieren, werden lieber weitere Mitarbeiter eingestellt, damit die vorhandenen Strukturen so bleiben können.
In meiner Abteilung arbeiten viele effektiv vielleicht vier bis fünf Stunden am Tag. Einige Kollegen, die bereits um 6 Uhr anfangen, machen ihren ersten richtigen Arbeitsschritt oft erst gegen 7 Uhr. Das ist schon erstaunlich und daran muss man sich als neuer Mitarbeiter erst einmal gewöhnen.
Auch die sogenannten Werkstattmeister sind meist nur kurz zu sehen. Sie schauen hier und da vorbei, wirken aber häufig so, als wollten sie möglichst nicht angesprochen werden – vermutlich, weil das zusätzliche Arbeit bedeuten würde.
Verbesserungen umzusetzen ist schwierig, da besonders langjährige Mitarbeiter Veränderungen nur ungern akzeptieren. Statt neue, effizientere Methoden zu nutzen, wird häufig weiterhin auf die alte, umständlichere Art gearbeitet. Wenn man als neuer Mitarbeiter Vorschläge macht oder etwas besser weiß, stößt das schnell auf Ablehnung.
Nach außen präsentiert sich die Firma als jung, modern und fortschrittlich. Wenn man jedoch einen Blick hinter die Kulissen wirft, sieht die Realität leider oft anders aus. Schade, denn eigentlich hat das Unternehmen großes Potenzial – nur wird man als motivierter Mitarbeiter häufig eher gebremst als unterstützt.


