Längere Zeit kritische Erfahrungen mit Führungsverhalten bei Program Portfolio Management (PPM) Leadership gemacht
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Unternehmen bietet spannende Projekte, ein breites Kundenspektrum und viele Möglichkeiten, sich fachlich weiterzuentwickeln. Die Vergütung und Sozialleistungen sind wettbewerbsfähig, und durch die Größe der Organisation ergeben sich vielseitige Einsatzbereiche und Lernchancen. Viele Kolleginnen und Kollegen sind engagiert, kompetent und motiviert, gemeinsam gute Ergebnisse zu erzielen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Interne Probleme werden teilweise ignoriert oder zu spät adressiert. Führungskräfte agieren sehr unterschiedlich, und es fehlt an wirksamer Kontrolle und Eskalationswegen, wenn Führungsverhalten nicht den Standards entspricht. In meinem Fall wurden unbelegte Anschuldigungen über einen langen Zeitraum nicht geprüft, was zu einer erheblichen Belastung geführt hat. Der tatsächliche Schutz von Mitarbeitenden funktioniert nicht zuverlässig. Zudem hängen Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten oft stärker vom Verhältnis zur Führungskraft ab als von Leistung oder Engagement.
Verbesserungsvorschläge
PwC sollte die interne Führungskultur deutlich stärken und sicherstellen, dass Fürsorgepflicht, Aufsichtspflichten und der Umgang mit Konflikten professionell wahrgenommen werden. Vorwürfe und Beschwerden sollten frühzeitig, objektiv und transparent geprüft werden – ohne einseitige Sichtweisen oder persönliche Befangenheit. Darüber hinaus wäre eine funktionierende Feedback- und Beschwerdekultur wichtig, in der Beschäftigte sicher sein können, dass sie bei Problemen Unterstützung erhalten und nicht in eine defensive Rolle gedrängt werden. Ein stärkerer Fokus auf mentale Gesundheit und nachhaltige Arbeitsbedingungen würde die Mitarbeiterzufriedenheit nachhaltig steigern.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre war für mich persönlich stark von Misstrauen und politischen Spielchen geprägt. Eine offene und konstruktive Fehlerkultur habe ich leider nicht erlebt. Stattdessen herrschte oft ein Klima der Verunsicherung und Absicherung – vor allem im Umgang mit dem eigenen Partner.
Image
PwC hat nach außen ein starkes Markenimage. Intern sieht man jedoch deutliche Diskrepanzen zwischen Anspruch und Realität – besonders in Bezug auf Führungskultur, Fürsorgepflicht und interne Konfliktlösung.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance war praktisch nicht gegeben. Durchgehend hohe Auslastung, häufig Abendtermine, und eine Erwartungshaltung, jederzeit erreichbar zu sein – ohne realistische Rücksicht auf persönliche Bedürfnisse. Gerade auf Projektseite wird dies oft als selbstverständlich hingenommen.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen stehen theoretisch vielen offen, hängen aber stark vom Vorgesetzten und der Auslastung ab. Formell verspricht PwC „Entwicklung“, praktisch kann man schnell ausgebremst werden, wenn man in Konflikte mit Führungskräften gerät oder nicht ins interne System „passt“.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung ist wettbewerbsfähig. Sozialleistungen sind solide, aber in ihrer tatsächlichen Nutzung hängt vieles vom Projektkontext ab. Work-Life-Balance oder gesundheitliche Aspekte spielen im Zweifel eine untergeordnete Rolle.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt Programme und Initiativen, aber vieles bleibt aus meiner Sicht Marketing. Nachhaltigkeit spielt im Tagesgeschäft kaum eine Rolle. Entscheidungsgrundlagen sind eher kommerziell als ökologisch-sozial orientiert.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleg:innen war durchweg sehr gut. Man unterstützt sich gegenseitig, auch teamübergreifend. Ohne dieses Miteinander wäre die Arbeit oft nicht zu schaffen gewesen. Viele enge Kontakte und ein starker Teamgeist haben meine Zeit positiv geprägt.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren oder langjährigen Kolleg:innen ist nicht immer wertschätzend. Erfahrung wird teilweise weniger anerkannt als schnelle Verfügbarkeit oder reine Auslastungszahlen. Kritik oder Widerspruch durch erfahrenere Mitarbeitende wird häufig als „schwierig“ statt als fachlicher Input wahrgenommen.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten meines direkten Vorgesetzten war für mich persönlich stark durch Mikropolitik, Machtspiele und persönliche Interessen geprägt. Anstelle von Förderung oder konstruktivem Feedback standen Druck, Kontrolle und Verhaltensweisen im Vordergrund, die ich persönlich als belastend und wenig wertschätzend empfunden habe.
In Gesprächen mit dem Betriebsrat sowie mit Kolleg:innen habe ich Rückmeldungen erhalten, die meine persönliche Wahrnehmung gestützt haben, dass dieses Verhalten nicht als isolierte Einzelsituation erlebt wurde.
Nach Veröffentlichung meiner Bewertung wurde diese auf anwaltliche Veranlassung des Unternehmens vorübergehend deaktiviert. Dies habe ich als zusätzlichen Druck empfunden und es hat bei mir den Eindruck verstärkt, dass kritische Rückmeldungen unerwünscht sind.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind stark abhängig vom Projekt und der Führungskultur. Während fachliche Anforderungen hoch sind, fehlt es an echter Fürsorge und Unterstützung – besonders, wenn es zu Konflikten mit Vorgesetzten kommt. Die mentale Belastung kann enorm steigen, wenn interne Probleme nicht adressiert werden.
Kommunikation
Es fehlte an klarer, transparenter Kommunikation. Viele Entscheidungen wurden nicht nachvollziehbar getroffen oder nicht aktiv kommuniziert. Insbesondere kritische Rückmeldungen oder sensible Themen wurden häufig über inoffizielle Kanäle gestreut, statt sie offen anzusprechen.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich wird auf Gleichberechtigung geachtet, und formell gibt es klare Programme und Initiativen. In der Praxis hängt viel vom jeweiligen Team und der Führungskraft ab. Strukturelle Gleichbehandlung existiert, individuelle Fairness kann jedoch stark variieren.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren grundsätzlich spannend, vielseitig und boten viel Gestaltungsspielraum. Inhaltlich gab es viele Möglichkeiten, sich einzubringen – allerdings hängt der Zugang zu interessanten Themen stark vom internen Netzwerk und dem Wohlwollen bestimmter Personen ab.

