Zwischen Strukturabbau und Führungschaos... Wenn Kontrolle wichtiger ist als Kompetenz.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt ist überdurchschnittlich, und es gibt flexible Arbeitszeiten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Entscheidungen wirken oft willkürlich, Kommunikation und Wertschätzung lassen zu wünschen übrig.
Verbesserungsvorschläge
Bei den umfangreichen personellen Umstrukturierungen, in deren Zuge über 300 Mitarbeitende das Unternehmen verlassen haben, war nicht immer nachvollziehbar, nach welchen Kriterien entschieden wurde. Ein stärkerer Fokus auf fachliche und soziale Kompetenz bei Personalentscheidungen wäre aus Mitarbeitersicht wünschenswert. Es wäre langfristig ratsam, erfahrene und leistungsfähige Mitarbeitende gezielter zu halten und zu fördern.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb des Kollegenkreises herrschte ein gutes und respektvolles Miteinander. Das Arbeitsklima im Team war meist positiv und von gegenseitiger Unterstützung geprägt.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist stark geprägt durch E-Mail-Korrespondenz – persönlicher Austausch findet nur begrenzt statt. Ergänzend dazu gibt es regelmäßig Meetings, wie in großen Unternehmen üblich. Allerdings wurden viele dieser Besprechungen als wenig zielführend empfunden, was auf eine mangelnde Struktur oder fehlende Entscheidungsrelevanz hindeutet.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt innerhalb einzelner Teams war meist positiv. Zwischen Abteilungen hingegen entstand teilweise der Eindruck, dass nicht immer gemeinsam auf gemeinsame Ziele hingearbeitet wurde.
Work-Life-Balance
Früher wurden zwei Tage mobiles Arbeiten ermöglicht – diese Regelung wurde jedoch nach der Entlassung von über 300 Mitarbeitenden abgeschafft, bzw. stark eingeschränkt. Gleitzeit besteht weiterhin, was punktuell Flexibilität ermöglicht.
Vorgesetztenverhalten
Die Qualität der Führung variiert deutlich je nach Bereich. Während einige Vorgesetzte sich durch soziale Kompetenz und Fairness auszeichnen, wurde in anderen Fällen autoritärer Führungsstil und mangelnde Konfliktlösungskompetenz wahrgenommen. Es gab Situationen, in denen Mitarbeitende sich gezielt unter Druck gesetzt fühlten, etwa durch forciertes Abmahnverhalten oder versuchte Trennungen, ohne nachvollziehbare sachliche Grundlage. Eine konsistente Führungskultur ist nicht erkennbar.
Interessante Aufgaben
Die Tätigkeiten waren stark standardisiert. Abwechslung oder herausfordernde Aufgabenstellungen gab es nur vereinzelt.
Gleichberechtigung
Die Gleichbehandlung aller Beschäftigten war aus meiner Sicht nicht konsequent umgesetzt. Es gab den Eindruck, dass Entscheidungen häufig von subjektiver Sympathie einzelner Teamleitungen abhängig waren.
Umgang mit älteren Kollegen
Im Rahmen der Umstrukturierungen wurden auch langjährige Mitarbeitende mit über 20 Jahren Betriebszugehörigkeit entlassen. Eine altersunabhängige Wertschätzung war in diesem Kontext nicht immer erkennbar.
Arbeitsbedingungen
Die räumliche und technische Ausstattung war insgesamt gut. Allerdings war die Arbeitsverteilung teils unausgewogen: Während einzelne Mitarbeitende regelmäßig Überstunden leisten mussten, weil Aufgaben nicht delegiert oder verteilt wurden, hatten andere über längere Zeit kaum Beschäftigung. Ursächlich dafür schien häufig eine unzureichende Kommunikation seitens der Teamleitungen zu sein. Es kam weiterhin zu schwerwiegenden Versäumnissen im Umgang mit sensiblen Daten, etwa bei der Zugänglichkeit von Abwesenheitslisten mit personenbezogenen Informationen über Abteilungsgrenzen hinweg.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen präsentiert sich weiterhin als Industrieunternehmen. Tatsächlich findet keine Serienproduktion mehr in Europa statt. Die Fertigung ist an internationale Standorte ausgelagert, während der deutsche Standort vor allem Forschung, Entwicklung, Qualitätsmanagement und Vertrieb übernimmt. In diesem Zusammenhang sind keine klar kommunizierten Maßnahmen zu Nachhaltigkeit oder gesellschaftlicher Verantwortung erkennbar.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung ist sehr gut und für viele Beschäftigte ein zentraler Anreiz. Auch bei den im Zuge der Restrukturierungen ausgesprochenen Abfindungen wurde teils großzügig agiert. Gleichzeitig kam es jedoch zu Unregelmäßigkeiten: Einige Abfindungen wurden nicht fristgerecht oder gar nicht ausgezahlt, und auch vereinbarte Tantiemen blieben teilweise aus. Solche Vorkommnisse werfen Fragen zur Zuverlässigkeit der internen Abrechnungsprozesse auf.
Image
Außerhalb des Unternehmens scheint die Wahrnehmung eher gering. Regional wird das Unternehmen kaum mehr mit Innovationskraft oder Präsenz in Verbindung gebracht. Die Lage des Standorts in einem weitgehend verlassenen Industriegebiet unterstreicht diesen Eindruck. Das Unternehmen ist in den sozialen Medien vergleichsweise wenig präsent, während andere Marktteilnehmer deutlich sichtbarer und aktiver auftreten.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsangebote oder strukturierte Personalentwicklung sind kaum vorhanden. Karrierechancen wirken stark abhängig von persönlichen Beziehungen zu Führungskräften oder dem Management. Fachliche und soziale Kompetenz scheinen dabei nicht immer im Vordergrund zu stehen.