Ihr Unternehmen?

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Qcells
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Zwischen Strukturabbau und Führungschaos... Wenn Kontrolle wichtiger ist als Kompetenz.

2,3
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr bei Q-Cells in Bitterfeld-Wolfen gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Das Gehalt ist überdurchschnittlich, und es gibt flexible Arbeitszeiten.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Entscheidungen wirken oft willkürlich, Kommunikation und Wertschätzung lassen zu wünschen übrig.

Verbesserungsvorschläge

Bei den umfangreichen personellen Umstrukturierungen, in deren Zuge über 300 Mitarbeitende das Unternehmen verlassen haben, war nicht immer nachvollziehbar, nach welchen Kriterien entschieden wurde. Ein stärkerer Fokus auf fachliche und soziale Kompetenz bei Personalentscheidungen wäre aus Mitarbeitersicht wünschenswert. Es wäre langfristig ratsam, erfahrene und leistungsfähige Mitarbeitende gezielter zu halten und zu fördern.

Arbeitsatmosphäre

Innerhalb des Kollegenkreises herrschte ein gutes und respektvolles Miteinander. Das Arbeitsklima im Team war meist positiv und von gegenseitiger Unterstützung geprägt.

Kommunikation

Die interne Kommunikation ist stark geprägt durch E-Mail-Korrespondenz – persönlicher Austausch findet nur begrenzt statt. Ergänzend dazu gibt es regelmäßig Meetings, wie in großen Unternehmen üblich. Allerdings wurden viele dieser Besprechungen als wenig zielführend empfunden, was auf eine mangelnde Struktur oder fehlende Entscheidungsrelevanz hindeutet.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt innerhalb einzelner Teams war meist positiv. Zwischen Abteilungen hingegen entstand teilweise der Eindruck, dass nicht immer gemeinsam auf gemeinsame Ziele hingearbeitet wurde.

Work-Life-Balance

Früher wurden zwei Tage mobiles Arbeiten ermöglicht – diese Regelung wurde jedoch nach der Entlassung von über 300 Mitarbeitenden abgeschafft, bzw. stark eingeschränkt. Gleitzeit besteht weiterhin, was punktuell Flexibilität ermöglicht.

Vorgesetztenverhalten

Die Qualität der Führung variiert deutlich je nach Bereich. Während einige Vorgesetzte sich durch soziale Kompetenz und Fairness auszeichnen, wurde in anderen Fällen autoritärer Führungsstil und mangelnde Konfliktlösungskompetenz wahrgenommen. Es gab Situationen, in denen Mitarbeitende sich gezielt unter Druck gesetzt fühlten, etwa durch forciertes Abmahnverhalten oder versuchte Trennungen, ohne nachvollziehbare sachliche Grundlage. Eine konsistente Führungskultur ist nicht erkennbar.

Interessante Aufgaben

Die Tätigkeiten waren stark standardisiert. Abwechslung oder herausfordernde Aufgabenstellungen gab es nur vereinzelt.

Gleichberechtigung

Die Gleichbehandlung aller Beschäftigten war aus meiner Sicht nicht konsequent umgesetzt. Es gab den Eindruck, dass Entscheidungen häufig von subjektiver Sympathie einzelner Teamleitungen abhängig waren.

Umgang mit älteren Kollegen

Im Rahmen der Umstrukturierungen wurden auch langjährige Mitarbeitende mit über 20 Jahren Betriebszugehörigkeit entlassen. Eine altersunabhängige Wertschätzung war in diesem Kontext nicht immer erkennbar.

Arbeitsbedingungen

Die räumliche und technische Ausstattung war insgesamt gut. Allerdings war die Arbeitsverteilung teils unausgewogen: Während einzelne Mitarbeitende regelmäßig Überstunden leisten mussten, weil Aufgaben nicht delegiert oder verteilt wurden, hatten andere über längere Zeit kaum Beschäftigung. Ursächlich dafür schien häufig eine unzureichende Kommunikation seitens der Teamleitungen zu sein. Es kam weiterhin zu schwerwiegenden Versäumnissen im Umgang mit sensiblen Daten, etwa bei der Zugänglichkeit von Abwesenheitslisten mit personenbezogenen Informationen über Abteilungsgrenzen hinweg.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Das Unternehmen präsentiert sich weiterhin als Industrieunternehmen. Tatsächlich findet keine Serienproduktion mehr in Europa statt. Die Fertigung ist an internationale Standorte ausgelagert, während der deutsche Standort vor allem Forschung, Entwicklung, Qualitätsmanagement und Vertrieb übernimmt. In diesem Zusammenhang sind keine klar kommunizierten Maßnahmen zu Nachhaltigkeit oder gesellschaftlicher Verantwortung erkennbar.

Gehalt/Benefits

Die Vergütung ist sehr gut und für viele Beschäftigte ein zentraler Anreiz. Auch bei den im Zuge der Restrukturierungen ausgesprochenen Abfindungen wurde teils großzügig agiert. Gleichzeitig kam es jedoch zu Unregelmäßigkeiten: Einige Abfindungen wurden nicht fristgerecht oder gar nicht ausgezahlt, und auch vereinbarte Tantiemen blieben teilweise aus. Solche Vorkommnisse werfen Fragen zur Zuverlässigkeit der internen Abrechnungsprozesse auf.

Image

Außerhalb des Unternehmens scheint die Wahrnehmung eher gering. Regional wird das Unternehmen kaum mehr mit Innovationskraft oder Präsenz in Verbindung gebracht. Die Lage des Standorts in einem weitgehend verlassenen Industriegebiet unterstreicht diesen Eindruck. Das Unternehmen ist in den sozialen Medien vergleichsweise wenig präsent, während andere Marktteilnehmer deutlich sichtbarer und aktiver auftreten.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildungsangebote oder strukturierte Personalentwicklung sind kaum vorhanden. Karrierechancen wirken stark abhängig von persönlichen Beziehungen zu Führungskräften oder dem Management. Fachliche und soziale Kompetenz scheinen dabei nicht immer im Vordergrund zu stehen.

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