Für mich nicht nur Geldverdienen, fühle mich wohl hier
Gut am Arbeitgeber finde ich
ich habe es keinen Tag bereut, damals meine Ausbildung hier begonnen zu haben und bis heute geblieben zu sein. Besonders schätze ich den Rückhalt, den ich sowohl bei meinen Kolleginnen und Kollegen als auch bei meinen Vorgesetzten erfahren habe. Dazu kommen die Möglichkeit, mein Leben mit einer guten Work-Life-Balance zu gestalten, und die ausgezeichneten finanziellen Rahmenbedingungen. Natürlich war und ist nicht immer alles einfach, und auch in Zukunft wird es Herausforderungen geben. Letztendlich geht es darum, die eigenen Wünsche und Vorstellungen mit der Realität in Einklang zu bringen. Wenn ich heute zurückblicke, kann ich mit voller Überzeugung sagen: Hier zu arbeiten war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Natürlich ist auch bei meinem Arbeitgeber nicht alles rosarot. Kritisch sehe ich insbesondere die Unternehmensstruktur unter dem Einfluss eines Finanzinvestors und die damit verbundenen Konsequenzen, wie Kosteneinsparungen, Budgetkürzungen, Personalanpassungen und teilweise fragwürdige Unternehmensentscheidungen. Gleichzeitig darf man das Unternehmen nicht losgelöst von den globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betrachten. Wir müssen uns täglich neuen Herausforderungen stellen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und Arbeitsplätze zu sichern. Das bedeutet für mich jedoch nicht, dass ich jede Entscheidung gutheißen muss. Man kann die wirtschaftlichen Zwänge verstehen und trotzdem einzelne Entwicklungen kritisch hinterfragen.
Verbesserungsvorschläge
Wer aufhört, besser zu werden, hat bereits aufgehört, gut zu sein. Aus meiner Sicht sollte der Arbeitgeber stärker auf die Erfahrungen und das Wissen der Mitarbeitenden setzen.
Arbeitsatmosphäre
Da viele Mitarbeitende in der Produktion selbst im Unternehmen ausgebildet wurden und bisher keine Erfahrungen bei anderen Arbeitgebern sammeln konnten, fehlt teilweise der externe Vergleich. Dadurch besteht das Risiko, betriebliche Abläufe und Arbeitsbedingungen nicht immer realistisch einordnen und bewerten zu können.
Die Arbeitsatmosphäre in der Raffinerie ist auf operativer Ebene gut bis sehr gut. Im Arbeitsalltag stehen zielorientiertes Handeln und die Lösung von Problemen im Mittelpunkt. Auf strategischer Ebene bestehen hingegen Herausforderungen durch die starke Profitorientierung des Eigentümers. Unabhängig davon wird die operative Arbeitsatmosphäre positiv wahrgenommen.
Kommunikation
Ich fühle mich über wichtige Unternehmensthemen und die für meine Tätigkeiten relevanten Informationen insgesamt gut informiert. Dabei ist mir bewusst, dass ich nicht an allen Entscheidungen beteiligt sein und nicht über alles informiert werden kann. Auch wenn die Kommunikation vom jeweiligen Vorgesetzten abhängt, bewerte ich sie insgesamt positiver als in den vorherigen Kommentaren.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt in der Raffinerie ist aus meiner Sicht außergewöhnlich gut. In etwa 90 bis 95 Prozent der Fälle bekomme ich Unterstützung – auch über das eigentliche Tätigkeitsfeld der Kollegen hinaus. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber insgesamt fühlt es sich hier wie eine Familie an: Man ist füreinander da und hilft sich gegenseitig.
Work-Life-Balance
Aus meiner Sicht hat sich die Work-Life-Balance in der Raffinerie in den letzten Jahren deutlich verbessert. Nach über 37 Jahren im Betrieb sehe ich das Fünfschichtsystem, die Homeoffice-Möglichkeit im Tagesdienst und flexible freie Tage im Schichtdienst, soweit betrieblich möglich, als große Fortschritte. Angebote wie Wellpass und das Fürstenberg Institut als Anlaufstelle bei persönlichen Problemen ergänzen die Unterstützung. Bei aller Flexibilität bleibt für mich selbstverständlich, dass zur bezahlten Arbeit auch berufliche Verpflichtungen gehören.
Vorgesetztenverhalten
Wie im echten Leben gibt es auch hier unterschiedliche Persönlichkeiten. Fachlich sehe ich keine größeren Probleme. Auf menschlicher Ebene läuft nicht immer alles optimal, wobei man dabei auch berücksichtigen muss, dass es meistens zwei Seiten gibt. Insgesamt bin ich mit dem Verhalten meiner Vorgesetzten zufrieden.
Interessante Aufgaben
Für mich macht gerade die Vielfalt der Aufgaben den besonderen Reiz der Arbeit in einer Raffinerie aus. Die Anlage ist unglaublich komplex und kein Tag ist wie der andere. Natürlich gibt es auch Tage, an denen Routine- und Fleißarbeiten anstehen, die vielleicht nicht ganz so spannend sind. Aber dann gibt es wieder Situationen, in denen man gefordert wird, Lösungen finden muss und sich mit wirklich interessanten Aufgaben beschäftigt. Genau diese Abwechslung macht die Arbeit für mich aus. Wenn ich heute zurückblicke, kann ich ganz ehrlich sagen: Ich habe damals die richtige Entscheidung getroffen, als ich mich hier beworben habe.
Gleichberechtigung
Da wir ein Industriebetrieb sind, gibt es gerade in der Produktion noch vergleichsweise wenige weibliche Kolleginnen. Durch die frühere Zugehörigkeit zu Shell als internationalem Großunternehmen sind die Rahmenbedingungen zur Gleichberechtigung jedoch aus meiner Sicht gut geregelt. Außerdem ist in den letzten Jahren eine positive Entwicklung erkennbar: Immer mehr Frauen übernehmen Führungspositionen und leisten dort sehr gute Arbeit.
Umgang mit älteren Kollegen
Aus meiner Sicht gibt es in der Raffinerie keine grundsätzlichen Probleme im Umgang mit älteren Mitarbeitenden. Ich erlebe den Umgang als respektvoll und wertschätzend. Dass ältere Mitarbeitende perspektivisch auf einen möglichen Ruhestand angesprochen werden, halte ich für selbstverständlich. In meiner Abteilung sehe ich gerade die Mischung aus jüngeren und älteren Kolleginnen und Kollegen als großen Vorteil. Die unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen tragen zu einer guten Arbeitsatmosphäre und einer starken gemeinsamen Arbeitsleistung bei.
Arbeitsbedingungen
Auch bei den Arbeitsbedingungen sehe ich eine positive Entwicklung, sowohl bei der Gestaltung der Arbeitszeiten und Arbeitsplätze als auch beim allgemeinen Arbeitsumfeld. Besonders hervorzuheben ist der hohe Stellenwert der Arbeitssicherheit, der durch unsere eigene HSE-Abteilung aktiv unterstützt und gefördert wird. Die Grundlagen dafür liegen sicherlich auch in der Prägung durch die früheren Eigentümer, die als internationale Großunternehmen hohe Standards etabliert haben. Gleichzeitig sollte man berücksichtigen, dass wir in einer historisch gewachsenen Raffinerie arbeiten, deren Ursprünge bis in die 1940er-Jahre zurückreichen und deren bauliche und technische Gegebenheiten teilweise noch von anderen Standards geprägt sind. Umso wichtiger ist es, die positive Entwicklung fortzuführen und die Arbeitsbedingungen kontinuierlich zu verbessern.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim Thema Umwelt muss man aus meiner Sicht zwischen den grundsätzlichen Herausforderungen der Schwerindustrie und dem konkreten Umgang des Unternehmens mit diesen Anforderungen unterscheiden. Ich nehme hier ein hohes Maß an Professionalität und ein ausgeprägtes Bewusstsein für die geltenden Standards und Vorgaben wahr. Gleichzeitig bleibt der Umweltschutz in einer Raffinerie eine dauerhafte Herausforderung, bei der kontinuierliche Verbesserungen wichtig sind.
Auch im sozialen Bereich sehe ich das Unternehmen gut aufgestellt. Die Prägung durch internationale Großunternehmen zeigt sich unter anderem in den Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen und zahlreichen ergänzenden Regelungen. In Bereichen wie Leistungen im Krankheitsfall oder der Wiedereingliederung gehen diese aus meiner Sicht teilweise über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus. Insgesamt bewerte ich das Umwelt- und Sozialengagement positiv, sehe aber auch hier die Aufgabe, bestehende Standards langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.
Gehalt/Benefits
Die angebotenen Benefits sehe ich insgesamt als branchenüblich bis leicht überdurchschnittlich. Dazu zählen unter anderem Zuschüsse zur Berufsunfähigkeitsversicherung, Wellpass, das Fürstenberg Institut und die Pflegezusatzversicherung sowie weitere Zusatzleistungen.
Beim Gehalt muss man aus meiner Sicht zwischen Tarif- und AT-Bereich unterscheiden. Im Tarifbereich empfinde ich die Vergütung als überdurchschnittlich, was sich möglicherweise auch in der gefühlt sehr niedrigen Eigenkündigungsrate widerspiegelt. Im AT-Bereich würde ich das Gehaltsniveau eher als durchschnittlich einschätzen. Hier scheint die Eigenkündigungsrate nach meinem persönlichen Eindruck höher zu liegen. Insgesamt ergibt sich für mich somit ein differenziertes Bild, abhängig vom jeweiligen Beschäftigungsbereich.
Image
Raffinerien haben in Zeiten hoher Treibstoffpreise und Diskussionen über Übergewinnsteuern sicherlich mit einem schwierigen öffentlichen Image zu kämpfen. Die Raffinerie selbst sehe ich jedoch fest in der Region verwurzelt. Sie schafft nicht nur eigene Arbeitsplätze, sondern sichert auch zahlreiche weitere Beschäftigungsmöglichkeiten bei Dienstleistern und Partnerunternehmen. Gerade an der strukturschwächeren Westküste Schleswig-Holsteins ist sie damit ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor und ein positiver Impuls für die Region.
Karriere/Weiterbildung
Im Bereich Weiterbildung und Fortbildung sehe ich durchaus noch Ausbaupotenzial. Gleichzeitig wird bereits einiges ermöglicht, insbesondere bei arbeitsplatzbezogenen und fachlichen Weiterbildungen. Positiv ist auch, dass Freizeiten gebündelt werden können, um Fortbildungsmaßnahmen wahrzunehmen. Darüber hinaus bestehen Möglichkeiten, Bildungsurlaub zu nutzen.
Auch berufliche Entwicklung und Karriere sind möglich, allerdings ist dies kein Selbstläufer. Gerade durch den Generationenwechsel haben sich viele Mitarbeitende aus der Produktion zu Führungskräften entwickelt oder auf andere Weise beruflich weiterentwickelt. Es gibt somit einen stetigen Wandel und durchaus Chancen, sich innerhalb des Unternehmens weiterzuentwickeln. Eine Garantie für den nächsten Karriereschritt gibt es jedoch nicht.

