Nicht alles Gold was glänzt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sehr gutes Verhältnis zwischen den Kollegen. Die meisten sind ähnlich wie ich aber gegangen.
Onboarding ist strukturiert und sehr gut gemacht. Zwei aus dem Trainerteam haben echt was drauf und leiten die Leute echt gut an.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wenn es der erste Job ist, realisiert man erst danach, was ein normaler Arbeitgeber ist. Die Schule durch die man durch muss, hat mir prinzipiell nicht geschadet und man wächst auch daran. Geschäftsführung würde jetzt vl sagen: "War wohl nicht stark genug". Ein Vertrauensverhältnis zu neuen Führungskräften muss man danach erstmal aufbauen.
Im Allgemeinen würde ich die Arbeitsweise aus dem Jahr 1995 als etwas veraltet bewerten und die Innovationsbereitschaft wie die Designveränderungen des iPhones beschreiben - aber wir werden das Rad ja nicht neu erfinden. Andere aber vl schon.
Verbesserungsvorschläge
Unternehmensberatung ins Haus holen, die mal aufräumt:
- Die Rollenbilder der Führungskräfte, wo keiner wirklich weiß, was die Aufgaben sind (abgesehen von Kontrolle) und deshalb eine praktische Stundenwoche von 5h haben, sollten überdacht werden
- Mitarbeiter Feedback zu Herzen nehmen, die erklären, dass der Vertrieb mittlerweile moderner und automatisierter funktioniert sollten gehört werden (Innovationsgedanke fördern)
- Output statt Input bewerten
- Beim Vertrauen will ich gar nicht erst anfangen, da ändert sich denk ich nie was
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre ist gut, solange die Führungskräfte nicht im Haus sind. Dann ist das Arbeiten auch angenehm. Außer die 5 Kontrollanrufe am Tag, weil man ja sonst nicht arbeitet.
Image
Bei den Arbeitnehmern: Muss ich glaub ich nichts dazu sagen
Bei den Kunden: Die meisten sind ziemlich zufrieden, aber es wurden auch schon Kunden vergrault, weil Mitarbeiter 10 mal am Tag anrufen sollten.
Work-Life-Balance
Unproblematisch: Wer im Vertrieb arbeitet sollte sich im Vorfeld bewusst machen, dass du am Anfang einfach mehr reinhauen musst. Da kann man auch mal länger arbeiten, ohne rumzujammern. Die die das nicht können, haben da auch einfach nichts verloren.
Arbeitszeitsystem ist schwierig:
- 9h am Tag werden gemessen (1 Überstunde pro Tag) danach wird einfach gelöscht egal wie lange man da ist.
- Die gesammelten Stunden kann man dann nur innerhalb einer Woche abbauen.
Mein Tipp: Vertrauensarbeitszeit für alle Vertriebspositionen. Messt doch lieber den Output, anstatt die Leute an Ihrer Präsenz im Büro zu bemessen.
Karriere/Weiterbildung
Kommt drauf an was man will. Weiterbildung = 0, Innovationsgedanke = 0
Stepstonedatenbanken, automatisierten Leadlisten, Datenprovider wie Lusha für Telefonnummern sind ein Fremdwort.
Stattdessen führt man eine Kreisliga Software ein, die Stellenausschreibungen über Webscraping hervorrufen soll, sehr mäßig. => Absolute Geldverschwendung.
Gehalt/Benefits
War gut. Dann wurde das Provisionsmodell adhoc geändert, weil man nicht auf die selben Gewinnzahlen wie im Vorjahr gekommen ist. (Marktlage bedingt) => Hat dazu geführt, dass einige wertvolle Mitarbeiter gegangen sind.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Green-Washing:
Select Green - Abschaffung von Firmenwägen, aber beschweren, dass man zu selten zum Kunden fährt.
Der Fuhrpark wird jedoch anderweitig erweitert.
Kollegenzusammenhalt
Kollegen halten zusammen (ALLE vs. Management als Firmen Motto). Außer ein paar, die sich scheinbar beim Management einschleimen wollen, um vielleicht in 20 Jahren mal die gewünschte Führungsposition zu ergattern. Von denen sollte man sich fern halten. Da ist die Schleimspur länger als die Yacht beim Top-Performer Event (#SelectGreen)
Umgang mit älteren Kollegen
Gibt keine
Vorgesetztenverhalten
Ich weiß nicht was die Aufgaben der Führungskräfte sind. Ich frags mich aber bis heute (Strategie und Leadership = Fremdwörter):
- Gefühlt jede Woche ein TeamMeeting; Inhalt: Jetzt müssen wir mal wieder jeden Stein umdrehen.
- 0,0 Augenhöhe
- Angebotenes Coaching der Führungskräfte ist eher so Vertrieb aus den 90ern
- Alles passiert hinter dem Rücken. Vor der tatsächlichen Konfrontation hat man wohl doch Angst, weil dann gehen ja vielleicht noch mehr.
Arbeitsbedingungen
Moderne Büros. Nichts außergewöhnliches.
Kommunikation
In internen Meetings wird mehr über andere Mitarbeiter gesprochen als über die eigene Arbeitsleistung. Sinnvoll investierte Zeit, man geht wohl davon aus, dass sich Kollegen nicht miteinander unterhalten.
Gleichberechtigung
Keine weibliche Führungskraft.
Interessante Aufgaben
Die Aufgabenvielfalt hält sich in Grenzen, aber es ist einfach die einfachste Form auf der Welt Geld zu verdienen.

