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Raven51 
AG
Bewertung

Mehrfachbewertung

Kaufmännischer Bereich - Leistung zählt, Menschlichkeit fehlt

1,8
Nicht empfohlen
Mehrfachbewertung
Hat zum Zeitpunkt der Bewertung bei Raven51 AG in Frankfurt am Main gearbeitet und diesen Arbeitgeber mehrfach bewertet. (Mitarbeiter:innen dürfen ihren Arbeitgeber einmal im Jahr bewerten.)

Gut am Arbeitgeber finde ich

- Kollegialer Zusammenhalt
- Technische Grundausstattung ist vorhanden, Remote-Arbeit grundsätzlich möglich
- Aufgabenvielfalt vorhanden (wenn auch oft aus Überlastung resultierend)
- Es gibt vereinzelte Firmenevents und interne Schulungsangebote
- In einzelnen Unternehmensbereichen wird Flexibilität bereits gelebt

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

- Hoher Leistungsdruck bei gleichzeitig fehlender Wertschätzung
- Aufgaben aus mehreren Rollen werden auf Einzelpersonen verteilt, ohne klare Grenzen oder Entlastung
- Urlaube werden hinterfragt, Arzttermine müssen begründet und auf Randzeiten gelegt werden
- Keine Gleichbehandlung: kaufmännischer Bereich unter starker Kontrolle, andere Abteilungen deutlich freier
- Arbeitszeiten und Pausen streng reglementiert – gleichzeitig fehlende Rücksicht auf individuelle Situationen
- Gehaltserhöhungen wurden in Aussicht gestellt, aber kaum umgesetzt – teilweise liegen langjährige Mitarbeitende bei Einstiegsniveau
- Tätigkeiten, die nicht digital erfasst werden, gelten als „nicht produktiv“
- Überstunden werden weder ausbezahlt noch ausgeglichen
- Kommunikation stark hierarchisch, wenig Raum für echte Mitsprache oder Kritik
- Präsenzpflicht wird mit Teamkultur begründet – vor Ort ist Austausch aber kaum erwünscht
- Staubige Teppiche und vernachlässigte Lüftungen führen zu häufigen Allergieproblemen im Büro
- Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen finden faktisch nicht statt – kein Bewusstsein sichtbar
- Extern starkes Arbeitgeber-Image, das intern nicht mit der Realität vieler Bereich übereinstimmt

Verbesserungsvorschläge

- Bessere Aufgabenverteilung und realistische Zielvorgaben
- Gleichbehandlung aller Abteilungen in Bezug auf Flexibilität, Arbeitszeiten und Kontrolle
- Klare Kommunikation zu Gehaltsentwicklung und realistischen Karrierepfaden
- Vertrauensbasierter Umgang mit Urlaub und persönlichen Terminen
- Mehr Transparenz bei Entscheidungen, offene Feedbackkultur fördern
- Verbesserte Raumhygiene: regelmäßige Reinigung von Teppichen und Lüftungssystemen
- Nutzung von Präsenzzeiten für echten sozialen Austausch, nicht nur als Pflichttermin
- Ernstgemeinte Anerkennung für Überlastung – auch verbal oder durch kleine Zeichen der Wertschätzung

Arbeitsatmosphäre

Die Stimmung ist angespannt und geprägt von starker Verunsicherung. Mitarbeitende haben das Gefühl, in erster Linie als Personalressourcen betrachtet zu werden. Kommunikation ist oft einseitig, Entscheidungen werden selten erklärt. Wer Kritik äußert oder Themen anspricht, wird nicht selten indirekt gewarnt.

Zwischen den Teams herrscht größtenteils Zusammenhalt – dieser ersetzt aber keine Führung oder Empathie. Firmenevents, die selten stattfinden, sind gut gemeint, wirken aber wie ein Tropfen auf den heißen Stein.

Image

Nach außen tritt das Unternehmen sehr positiv auf – moderne Social-Media-Videos, ein starker Auftritt auf Plattformen wie Kununu. Intern erleben viele Mitarbeitende im kaufmännischen Bereich jedoch eine Realität, die kaum mit diesem Bild übereinstimmt. Besonders belastend ist die Diskrepanz zwischen dem gezeigten Image und der gelebten Unternehmenskultur im Alltag.

Work-Life-Balance

Termine (z. B. Arztbesuche) müssen auf Randzeiten gelegt werden – unabhängig davon, wie realistisch das im medizinischen Alltag ist. Mitarbeitende müssen Gründe offenlegen, obwohl das datenschutzrechtlich kritisch ist. Urlaubsanträge werden hinterfragt oder auf spätere Zeiträume geschoben. Überschneidungen nur in Ausnahmefällen gestattet – was Urlaubsplanung zusätzlich erschwert. Viele trauen sich kaum, Urlaub zu beantragen, ohne das Gefühl zu haben, vorher eine Art „Leistungsausweis“ abliefern zu müssen.

Pausenregelungen sind strikt, flexible Arbeitsgestaltung ist kaum gegeben – gleichzeitig werden Mitarbeitende angehalten, vor Ort zu erscheinen, obwohl längere Gespräche oder soziale Interaktion dort nicht gewünscht sind.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildung oder Entwicklungsperspektiven sind aktuell kaum sichtbar Die Ressourcen scheinen auf Betriebserhalt statt Personalentwicklung fokussiert zu sein – nachvollziehbar in schwierigen Zeiten, langfristig aber problematisch. Auch Aufstiegsmöglichkeiten oder interne Entwicklung sind kaum transparent.

Gehalt/Benefits

Bei der Einstellung wurde mit regelmäßigen Gehaltsentwicklungen geworben, vertraglich jedoch nur Mindestangaben gemacht. Die Realität bleibt oft deutlich hinter den Erwartungen zurück. Auch langjährige Mitarbeitende liegen teilweise unter Einstiegsniveau neuer Kolleg:innen.

Angesichts der wirtschaftlichen Lage besteht Verständnis, dass große Gehaltssprünge aktuell schwer möglich sind. Doch gerade deshalb wäre eine klare, offene Kommunikation und faire Behandlung umso wichtiger.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ein ausgeprägtes Umwelt- oder Sozialbewusstsein ist weder spürbar noch offiziell kommuniziert. Papier wird wenig verwendet. Nachhaltigkeit oder soziale Verantwortung sind intern kein Thema und fließen weder in Prozesse noch in die Kommunikation mit ein.

Kollegenzusammenhalt

Trotz der Belastung herrscht in vielen Teams starker Zusammenhalt. Kolleg:innen unterstützen sich gegenseitig und kompensieren oft strukturelle Schwächen gemeinsam. Ohne dieses Miteinander wäre die Lage noch deutlich schwieriger.

Umgang mit älteren Kollegen

Ein echtes Urteil zum Umgang mit älteren Mitarbeitenden ist schwer möglich – da es im betroffenen Bereich wenig Mitarbeitende höheren Alters gibt. Altersdurchmischung scheint insgesamt keine strategische Rolle zu spielen.

Vorgesetztenverhalten

Vorgesetzte sind in vielen Fällen bemüht, Puffer zwischen Mitarbeitenden und Unternehmensführung zu schaffen – haben jedoch wenig Entscheidungsspielraum. Strategische Vorgaben kommen von oben, ohne dass Rückfragen oder Anpassungen möglich sind. Die oberste Führung ist kaum sichtbar außer bei Besuchen und Ansprachen die eher symbolisch wirken.

Arbeitsbedingungen

Die physische Arbeitsumgebung ist modern und funktional. Jedoch stehen diese Rahmenbedingungen im Kontrast zur psychischen Belastung, die durch hohe Anforderungen und starre Regeln entsteht.

Kommunikation

Die Kommunikation ist stark top-down orientiert. Zwar gibt es formelle Austauschformate, doch Rückfragen oder Kritik werden oft als Störung empfunden. Auch Informationen über strukturelle Veränderungen oder Personalentscheidungen erfolgen meist spät oder gar nicht. Im Tagesgeschäft fehlen oft Rückmeldungen, Transparenz oder Raum und Zeit für konstruktive Gespräche.

Gleichberechtigung

Im Unternehmen gibt es keine systematische Benachteiligung – jedoch entstehen große Unterschiede zwischen einzelnen Bereichen. Während der kaufmännische Bereich unter klaren Regeln, Zeiten und Kontrollen arbeitet, herrscht in anderen Abteilungen deutlich mehr Flexibilität. Das führt intern zu dem Eindruck einer ungleichen Behandlung.

Interessante Aufgaben

An Aufgaben mangelt es definitiv nicht – im Gegenteil: Durch Personalmangel und Umstrukturierungen werden Tätigkeiten aus mehreren Rollen auf einzelne Personen verteilt. Das führt zwar zu Abwechslung, allerdings nicht unter kontrollierten oder planbaren Bedingungen. Statt gezielter Weiterentwicklung entsteht eine Überlastung durch Aufgabenfülle ohne klare Priorisierung oder Zuständigkeit.

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Arbeitgeber-Kommentar

Der Vorstand

Hallo und danke für Dein offenes Feedback.

Du sprichst viele Punkte an – einige, die uns wichtig sind und die wir gerne aufgreifen, aber auch manche Einschätzungen, die wir so nicht stehen lassen möchten.

Was wir positiv mitnehmen
Zunächst: Es freut uns, dass Du den kollegialen Zusammenhalt, die technische Ausstattung, die Möglichkeit zum Remote-Arbeiten sowie unsere Schulungen und Firmenevents hervorhebst. Auch die Vielfalt an Aufgaben ist für viele Kolleginnen ein echter Mehrwert – selbst wenn sie manchmal fordernd ist.

Gerade beim Thema Flexibilität in einzelnen Bereichen hast Du recht: Diese entwickeln sich unterschiedlich schnell. Das liegt teils an unterschiedlichen Aufgabenfeldern – aber wir sind dran, hier einheitlichere Lösungen zu schaffen.

Und jetzt zu den kritischen Punkten
1. Leistungsdruck & Wertschätzung:
Ja, wir sind ein Unternehmen mit Anspruch – und wir erwarten Einsatz. Aber wir wissen auch zu schätzen, was geleistet wird. Führungskräfte sind angehalten, genau das sichtbar zu machen – nicht nur durch Worte, sondern auch durch konkrete Entwicklungsmöglichkeiten, Feedback und kleine Zeichen im Alltag. Wenn das in Deinem Bereich nicht spürbar war, ist das schade – aber kein genereller Zustand bei Raven51.

2. Aufgabenverteilung & Rollenverständnis:
Wir arbeiten mit klar definierten Rollenprofilen und strukturierten Prozessen – dokumentiert, nachvollziehbar, geschult. Dass es in Phasen hoher Auslastung zu Schnittmengen kommt, ist Realität, aber keine Dauerlösung. Wer überlastet ist, soll das ansprechen – dafür gibt es Formate und Ansprechpersonen.

3. Urlaub, Arzttermine & Kontrolle:
Wir stellen keine „Leistungsausweise“ für Urlaub aus – das widerspricht unserer Kultur. Auch Arzttermine zu begründen, ist nicht Praxis bei uns. Wenn es hier Einzelfälle gab, klären wir das intern – aber eine generelle Kultur des Misstrauens sehen wir bei uns nicht.

4. Ungleichbehandlung zwischen Abteilungen:
Dass es je nach Bereich Unterschiede gibt, liegt in der Natur der Aufgaben – nicht im Willen zur Ungleichbehandlung. Wir arbeiten an mehr Standardisierung, ohne dabei die Eigenheiten einzelner Teams zu verlieren.

5. Gehalt & Entwicklung:
Gehaltsentwicklung ist kein Selbstläufer, sondern an Kriterien und Gespräche gekoppelt. Dass nicht jeder Wunsch sofort umgesetzt wird, liegt oft nicht am Willen, sondern an der wirtschaftlichen Verantwortung, die wir gegenüber dem Gesamtunternehmen tragen und an der wirtschaftlichen Gesamtsituation. Für ein Mehr an Gehalt braucht es ein Mehr an Wertschöpfung im Gesamtunternehmen.

6. Präsenzpflicht & Teamkultur:
Wir bieten flexible Modelle, keine starren Präsenzpflichten. Und ja, wir glauben an den Wert von Austausch vor Ort – wenn das nicht gelebt wurde, war das nicht die Idee, sondern eher ein Missverständnis in der Umsetzung.

7. Umwelt- & Nachhaltigkeit:
Unser Umweltbewusstsein steht klar in unseren Leitlinien – von digitalisierten Prozessen über umweltschonende Beschaffung bis hin zu klar definierten Maßnahmen im Büroalltag. Vielleicht ist das noch nicht sichtbar genug – aber „findet nicht statt“ ist schlicht falsch.

8. Teppiche & Lüftung:
Die Lüftung liegt im Hoheitsbereich des Vermieters. Der ist seit langer Zeit insolvent und die Verwaltung erfolgt über den Insolvenzverwalter; da passiert daher leider nichts. Das Büro wird natürlich regelmäßig gereinigt. Und auch professionell. Sofern ernsthafte allergische Probleme bestehen, sollten dieser gegenüber dem Vorstand gemeldet werden. Dann finden wir sicher eine Lösung. Es ist aber nicht leicht, wenn gleichzeitig die Mehrheit der Kolleginnen Bürohunde befürwortet.

Unser Fazit:
Du hast Punkte benannt, über die es sich lohnt, intern zu sprechen – aber auch viele pauschale Aussagen getroffen, die dem tatsächlichen Arbeitsalltag bei Raven51 nicht gerecht werden. Es wäre schade, wenn dadurch ein verzerrtes Bild entsteht.

Wir wollen keine Hochglanz-Fassade, sondern ein Unternehmen, das sich laufend weiterentwickelt – mit Anspruch, aber auch Verständnis für individuelle Bedürfnisse. Wer mitgestaltet, wird gehört. Wer Probleme sieht, kann sie ansprechen. Und wer Kritik äußert, sollte auch den Mut haben, an Lösungen mitzuwirken. Wenn Du dazu beitragen willst: Unsere Tür steht offen.

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Puls

Bewertungen zeigen das große Ganze. Puls zeigt den Moment.

Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.