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Ray Sono 
AG
Bewertung

Scheinheilige Spezitrinker

3,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bei Ray Sono AG in München gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die RS AG hat wirklich gute Office Manager an ihrer Seite.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Oft zu kalkuliert und vernachlässigt dabei wertvolle Mitarbeiter:innen.

Verbesserungsvorschläge

Einfach mal auf Augenhöhe zuhören/handeln und nicht sofort in die Defensive gehen.

Arbeitsatmosphäre

Grundsätzlich loyale Kolleg:innen, die sich gerne untereinander unterstützen. Leider auch grundsätzlich misstrauische Vorgesetzte, die mit einer exponentiell wachsenden Werkzeugkiste an performance-tracking Tools die Leistungen der Mitarbeiter oft ohne Rücksicht auf menschliche Variablen gegen sie aufrechnen. Ich habe oft miterlebt, dass Kolleg:innen in internen Terminen zusammenbrechen und weinen, weil ihre erlebte Überlastung — auch nachdem sie an Führungskräfte kommuniziert wurde — nicht ernst genommen wurde. Stattdessen werden die genannten Tools zitiert, um zu belegen, dass die Person laut Performance-Plan gar nicht überlastet sein kann.

Kommunikation

Es gibt regelmäßige unternehmensweite Termine, bei denen der Leitungskreis von aktuellen Projekten, Pitches und Entwicklungen berichtet. Es gibt zusätzlich offene Fragerunden mit der Geschäftsführung sowie 1-1s mit Teamleads. In aller Regel folgt aber die Kommunikation der von dem Leitungskreis vorgegebenen Narrative — als Mitarbeiter darf man zuhören und seine Fragen und Bedenken von distanzierten Floskeln wegerklären lassen.

Kollegenzusammenhalt

Von Team zu Team unterschiedlich. Gerade operativen Mitarbeiter halten zusammen und tragen sich durch stressigere Phasen, lassen Fehler durchgehen und üben Geduld und Mitgefühl. Teamleads streiten sich um Ressourcen (auch Menschen genannt) und konkurrieren offen mit anderen Abteilungen. Mitarbeiter, die sich verabschieden werden teilweise mit Verachtung begegnet, als hätte man die Agentur betrogen und hintergangen, nicht einfach nach vielen Jahren und einer globalen Pandemie mal was Neues gebraucht.

Work-Life-Balance

Flexible Arbeitszeiten mit Kernzeiten. Home-Office spätestens im Zuge der Pandemie für alle zugelassen. Urlaubsplanung, -anträge und -übergaben kosten extrem viel Zeit. In manchen Fällen müssen disziplin- und teamübergreifend mehrere Vertretungen organisiert und abgesegnet werden. Auch erwähnenswert im Urlaubskontext: ein Teamlead gab mal einer weiblichen Kollegin den Rat, bei Menstruationsbeschwerden einfach frühzeitig Urlaub zu beantragen, denn dank der zyklischen Natur des Ganzen könne man das ja total absehbar einrichten.
Der Arbeitgeber rühmt sich mit "Überstundenausgleich ab der ersten Minute" — um diese Minutengenauigkeit aber zu garantieren setzen sie auf ein Zeiterfassungssystem, das nach dem Klick auf „Start“ wie eine Stoppuhr jede Arbeitssekunde erfasst. Jede Minute muss einem Projekt sowie einem Task zugeordnet werden, wobei noch ein verpflichtendes Textfeld weitere Details abfragt. Die Zeiterfassung kostet täglich Zeit und Nerven, aber worauf bucht man eigentlich Nerven?

Vorgesetztenverhalten

Von Team zu Team unterschiedlich. Allerdings werden Teamleads, die wiederholt auffallen und als Kündigungsgrund zitiert werden, geduldet. Die Seniorität der Teamleads ist hier wohl wichtiger als die Zufriedenheit der etlichen Menschen, die unter dieser Person arbeiten.

Interessante Aufgaben

Oft bleibt man ewig auf einem Projekt, um Kunden nicht zu verunsichern — ob das gefällt oder nicht. Interessante Aufgaben werden auch gerne an Lieblingskollegen verteilt, was in Bezug auf das gesamte Team und den Zusammenhalt nicht gerade weitsichtig oder bestärkend ist.

Gleichberechtigung

Es gibt viele weibliche Teamleads. Gewisse Vorurteile werden nach wie vor von Männern wie auch Frauen gelebt, aber nicht mehr oder weniger als in anderen Umfeldern.

Umgang mit älteren Kollegen

RS liebt seine Dinosaurier.

Arbeitsbedingungen

Wer im Büro arbeiten möchte, muss sich halt auf Großraum einstellen. Im Home-Office wird die benötigte Technik zur Verfügung gestellt.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Mülltrennung läuft, Kapselkaffee auch.

Gehalt/Sozialleistungen

Realitätsfern. Wer gerade versucht, die Voraussetzungen für Mietwohnungen aus dem München Modell Miete (Sozialwohnungen) zu erfüllen ist bei RS richtig. Wer versucht zu verhandeln, wird an die Geschäftsführung „verpetzt“ — im Corona-Jahr gab es Rekordumsätze und Gehaltsstopp, aber „Danke liebe Rays, dass ihr das so gerockt habt.“ Steilvorlage für Agentur Boomer.

Image

Das kuschelige, Spezi-trinkende Image von RS wird an erster Stelle von seinen hohen Tieren und Evangelisten propagiert. In der Realität wurde unter Kolleg:innen viel Unzufriedenheit geäußert und auch nach außen getragen. Wenn einer einen neuen Job gefunden hatte, wurde applaudiert.

Karriere/Weiterbildung

Wer aufsteigen will, muss sehr geduldig und devot sein.

Arbeitgeber-Kommentar

Ilona Kühn | Thomas Fehr, Im Namen der Geschäftsleitung
Ilona Kühn | Thomas FehrIm Namen der Geschäftsleitung

Liebe Ex-Kollegin oder lieber Ex-Kollege,

selten bekommen wir eine textlich so umfangreiche Bewertung, in die viel Mühe und Zeit eingeflossen ist. Dafür vielen Dank.

Zunächst: Es tut mir leid, dass Du und Ray Sono kein Match mehr seid. Und Du mit Deinem Weggang überwiegend Themen und Eindrücke mitgenommen hast, die wir in Zukunft aus Deiner Sicht besser machen müssen.

Natürlich habe ich wie üblich dazu erste Gespräche geführt. Unser Ziel: sicherstellen, dass die von Dir in Deinem Umfeld geschilderten Beobachtungen und Erlebnisse nicht den normalen Alltag bei Ray Sono darstellen. Und – falls Ex-Kolleginnen und Ex-Kollegen in bestimmten Situationen falsch reagierten – wir alle daraus lernen. Damit beziehe ich mich konkret auf Deine Schilderungen zu einer Teamlead-Aussage (Urlaub/Krankmeldung) und öfters beobachteten Umgang von Führungskräften mit Überlastungssituationen im Team. Inwiefern sich aufklären lässt, was genau passiert ist, kann ich leider nicht versprechen. Aber wenn es dazu ein Update gibt, werde ich den Text hier aktualisieren.

Beim überwiegenden Teil Deiner Kritikpunkte wünschte ich mir, detailliertere Erklärungen und Verbesserungsvorschläge von Dir bekommen zu haben. Z.B. um unsere Planungstools noch stärker für die Work-Life-Balance aller Rays so zu nutzen, dass sie uns noch besser vor unnötigen Unter- und Überauslastungen schützen und dank klar definierter Vertretung einen erholsamen Urlaub ermöglichen. Bei der Weiterentwicklung der Funktionen und Oberfläche unserer Ray Time, die im Übrigen von unseren Entwicklern in Eigeninitiative zur vereinfachten Stundenerfassung selbst programmiert wurde. Vorschläge für Tool-Updates und Alternativen, um unsere Abrechnungen einfacher, effizienter und noch automatisierter abzuwickeln. Oder einfach einen Vorschlag, unsere Ressourcen- und Performance-Planung anders zu nennen. Die entsprechend daran arbeitenden Rays sind dankbar um jeden Hinweis eines Nutzers/einer Nutzerin aus der Praxis, und die GF sowieso.

Viele Deiner Punkte sehe ich im Grunde unkritisch – bestätigt durch unsere internen (anonymen) Umfragen und öffentlichen Bewertungen. Ein paar Deiner Themen herausgegriffen:

Ja, wir haben eine Firmenkultur, zu der wir stehen – auch wenn wir immer gemeinsam dafür sorgen müssen, dass wir Rays in Summe und trotz mancher Unzufriedenheiten bei uns eine berufliche Heimat finden und bewahren. Und dazu gehört, wie Du schreibst, Loyalität, gegenseitige Unterstützung und selbstverständlich auch, uns nach einer Kündigung respektvoll und mit Applaus voneinander zu verabschieden, inklusive zeitnaher Antwort auf eine entsprechende kununu Bewertung.

Ja, es gibt Companys, die mehr zahlen. Aber im Branchenvergleich können sich Gehalt und Sozialleistungen sehen lassen – im Übrigen auch bestätigt durch 95 Bewertungen zum Gehalt hier auf kununu und aktuelle Benchmark-Studien.

Ja, Gehalt wird wie üblich zwischen Teamlead und Mitarbeiter verhandelt. Und die Geschäftsführung sichert in Absprache mit den Teamleads und HR ein faires Gehaltsgefüge im Einklang mit der wirtschaftlichen Lage und ist stets involviert. Basis: unser Gehaltsentwicklungsplan. Dabei sind Phasen, in denen Gehalterhöhungen auf „on hold“ gestellt werden müssen, genauso üblich wie Gehaltsanpassungen oder – wie 2021 – ein Danke-Bonus für alle Mitarbeiter nach erfolgreichen Geschäftsjahren und positivem Ausblick.

Ja, bei uns gibt es hin und wieder Versäumnisse – egal auf welcher Ebene. Aber wir sprechen, so gut es geht, darüber, intern aber auch mit externen Coaches. Um besser zu werden und beispielsweise Abhilfe bei Belastungssituationen zu schaffen. Das Angebot der Ray Academy ist gerade vorletzte Woche von unseren HR Kolleginnen upgedated und im Weekly vorgestellt worden.

Trotz alledem: Deine Einzelbeobachtungen sind Anlass genug, wachsam zu bleiben, und dadurch wertvoll für uns. Die begonnen Gespräche setzen wir fort, um im zwischenmenschlichen Umgang weiterhin so selbstkritisch wie möglich zu sein.

Ich bleibe optimistisch. Immerhin scheint es bei uns ja neben den Dinos und dem Office Management einiges Liebenswertes zu geben.

Alles Gute!

Tom (ein alter Brontosaurier)