Zunehmend belastender Arbeitsalltag ohne spürbare Wertschätzung
Arbeitsatmosphäre
In den letzten Jahren wurde in neue Werkbänke, Werkzeuge und Maschinen investiert, was aus meiner Sicht notwendig war – die alte Ausstattung war lange im Einsatz und entsprach nicht mehr dem aktuellen Stand. Positiv ist, dass nun moderne Arbeitsmittel zur Verfügung stehen, die die tägliche Arbeit erleichtern.
Was ich hingegen kritisch sehe, ist das aus meiner Wahrnehmung ungleiche Verhältnis zwischen Büro und Produktion. Büroangestellte scheinen in mehreren Bereichen – angefangen beim Gehalt bis hin zu Zusatzleistungen – spürbar besser gestellt zu sein. Das sorgt für Unzufriedenheit und ein Gefühl der Ungleichbehandlung unter den Produktionsmitarbeitern.
Work-Life-Balance
Ist vorhanden und wird auch gelebt. 30 Tage Urlaub, 7 Tage zusätzlich frei. Ausreichend Pause und kurzer Freitag.
Karriere/Weiterbildung
Aus meiner Sicht bietet das Unternehmen jungen Menschen derzeit wenig langfristige Perspektiven. Ohne das abwertend zu meinen, entsteht bei mir der Eindruck, dass viele Beschäftigte vor allem deshalb hier arbeiten, weil es an besseren Alternativen fehlt.
Die Mitarbeitergewinnung scheint zunehmend schwierig zu sein – möglicherweise auch deshalb, weil weder das Gehalt noch die angebotenen Benefits besonders attraktiv wirken. Für mich persönlich fehlt es an einem klaren Konzept, wie Fachkräfte gehalten oder neue gezielt gewonnen werden sollen.
Kollegenzusammenhalt
Zwischenmenschlich nehme ich ein gewisses Maß an Neid, Zurückhaltung und Distanz wahr, was sich spürbar negativ auf das Arbeitsklima auswirkt. Der Umgang miteinander ist nicht immer offen oder unterstützend.
Umgang mit älteren Kollegen
Einige Kolleginnen und Kollegen sind bereits seit 30 Jahren oder länger im Unternehmen. Aus meiner Sicht werden langjährige Mitarbeitende genauso behandelt wie andere – eine Benachteiligung aufgrund des Alters ist nicht erkennbar. Auch in Bezug auf Geschlecht oder Herkunft konnte ich persönlich keine Form von Diskriminierung feststellen. Alle werden im Arbeitsalltag gleich behandelt.
Vorgesetztenverhalten
In der Produktion erhält man täglich Anweisungen von verschiedenen Stellen – darunter die Arbeitsvorbereitung, die Konstruktion, Teamleiter, der Betriebsleiter oder Mitglieder der Geschäftsleitung. Das führt bei mir zu dem Eindruck, dass viele mitreden, aber niemand wirklich Verantwortung übernimmt oder verbindlich entscheidet.
Eigene Anliegen stoßen häufig auf Desinteresse oder werden weitergereicht, ohne dass sich konkret jemand zuständig fühlt. Gleichzeitig wird erwartet, dass man selbst immer verfügbar und kompromissbereit ist – eine einseitige Erwartungshaltung, die auf Dauer frustrierend wirkt.
Kommunikation
Die Kommunikation zwischen den Abteilungen wirkt auf mich unkoordiniert und wenig strukturiert.
Gehalt/Benefits
Das monatliche Nettoeinkommen liegt bei rund 2.200 Euro. Aus meiner persönlichen Sicht steht dieser Betrag in keinem angemessenen Verhältnis zur körperlichen Belastung und Verantwortung, die die Tätigkeit mit sich bringt.
Gleichberechtigung
Meiner Empfindung nach, nicht vorhanden.
Interessante Aufgaben
Die Tätigkeit in der Montage ist aus meiner Sicht sehr monoton, da überwiegend die gleichen Aufträge bzw. Artikel gefertigt werden. Jeder einzelne Auftrag muss erfasst und abgestempelt werden, was zusammen mit der permanenten Kontrolle der Montagezeiten zusätzlichen Druck erzeugt. Für mich wirkt sich das negativ auf die Motivation aus – das Arbeitsumfeld empfinde ich daher als belastend und wenig anregend.