100 Freistill im eigenen Saft
Gut am Arbeitgeber finde ich
Stabil. Viel Geld. Kein Leistungsdruck und wenig Stress. Keine umständlichen Neuerungen. Freie Büroauswahl.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Mir fehlt die Fantasie wie es langfristig mit der Firma weiter gehen soll.
Die Probleme stapeln sich. Es ist keiner mehr da der sie angehen möchte und auf Schaum kann man nicht bauen. Es fehlen die Jungen und die Gestalter für Veränderungen. Das ist in unserer wechselhaften Zeit sehr schlecht.
Verbesserungsvorschläge
So lange der Steuerzahler das große Portemonnaie draußen lässt und die Inhaber weiterhin genügsam sind - weiter so! Bis zur Rente wirds schon noch klappen.
Allgemein vielleicht mehr auf Verantwortungsbewusstsein und Gestaltungswille bei den Führungskräften achten.
Arbeitsatmosphäre
Leider sind Fleiß und Loyalität mittlerweile unwichtig. Was zählt sind Schaum schlagen und über die Witze des Chefs lachen. Wer Karriere machen will sagt besser immer schön "Ja" und streut noch einen markanten Spruch hier und dort ein. Am besten gehen Sachen über Frauen, Zugezogene oder die faule Jugend.
Leider haben sehr viele motivierte Junge die gestalten wollten bei uns im Büro gekündigt. Wir Älteren warten oft innerlich nur noch auf die Rente. Dazu kommt die Firma stellen alles ein was sich bewirbt um die Lücken zu füllen. Friseure, Maurer, Verkäufer. Es läuft nichts mehr und es werden keine Probleme mehr gelöst. Alles kleckert nur noch vor sich hin. Zum Beispiel scheitern wir seit 2 Jahren an einem Update für unsere Projektsoftware.
Image
Die Bauwelt ist klein und jeder der weggeht trägt die Zustände nach Außen. Man merkt es an der Qualität der neuen Mitarbeiter. Aber das Geld zieht nach wie vor. Zumindest für kurze Zeit.
Und dann ist es praktisch, dass unser Haus zwei getrennte Türen für ein und Ausgang hat. So kommen sich die Leute die Gehen und die Leute die neu anfangen nicht in die Quere.
Work-Life-Balance
Es gibt feste Arbeitszeiten. Abweichungen müssen mit bitte bitte und Knicks beantragt werden. Familie, Kinder, egal und quittiert mit dummen Sprüchen.
Karriere/Weiterbildung
Erstklassig. Hier kann jeder Oberbauleiter werden. Einfach mit singen! Brav ja sagen. An den richtigen Stellen lachen und ganz wichtig, keine Kritik. Keine Änderungsvorschläge.
Auch die Weiterbildung ist toll. Reif bietet zum Beispiel ein duales Studium und hat die letzten Jahre viele gute Teamleiter, Fachleute und Führungskräfte für andere Firmen ausgebildet.
Nachlassen tut nur die Einarbeitung neuer Kräfte. Warum auch. Bleiben eh nicht.
Gehalt/Benefits
Erstklassig. Seit die Kündigungswelle rollt, zahlt die Firma wies blöde. Man muss nur regelmäßig Fordern weil von alleine kommt nichts. Auto und Ausstattung nach Wunsch. Für Bauleiter ist die Beitragsbemessungsgrenze kein Problem. Eine Etage höher wird es siebenstellig. Vollkommen ohne Gezeter.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umweltbewusstsein gibt es wenig. Wir drucken alles und heften fleißig nur fürs Archiv. Unsere Rechner laufen immer. Aber es gibt eine Solaranlage!
Sozial hängt davon ab ob der Chef und die Geschäftsführung dich mag.
Kollegenzusammenhalt
Teils teils. Ab und an braucht man ein dickes Fell. Unsere Abteilung leidet unter der schlechten Führung und das nicht gut verteilt wird. Einige müssen gar nichts machen, andere haben den Tisch voll mit Arbeit. Das sorgt für Konflikte.
Umgang mit älteren Kollegen
Ist unterschiedlich. Einige Ältere werden auf Händen getragen. Andere schubst man rum und macht sie schlecht. Im großen und ganzen sind wir älteren genau so wie alle anderen. Das ist gut. Nur von der Baustellen hört man manchmal gruseliges. Da mobbt die Disposition die Alten, wenn sie körperlich nicht mehr können.
Vorgesetztenverhalten
Die Auswahl der Führungskräfte ist in den letzten Jahren sehr fragwürdig. Gefühlt wurde jeder befördert, der laut schreit egal ob kompetent, fleißig oder loyal. Das sorgt für Chaos, viel Kompetenzrangelei und Frust weil manche Vorgesetzte noch nicht mal die Uhr lesen können und sich um nichts kümmern. Leistung zählt leider nichts mehr. Wenn 70% der Mitarbeiter um dich herum im Laufe der Jahre gekündigt haben, wirst du bei uns technischer Leiter.
Arbeitsbedingungen
In Ordnung. Wir haben neue Küchen. Die Technik ist in funktional. Man muss halt wissen bei wenn man sich was besorgen muss und regelmäßig nachfragen. Dann bekommt man was man braucht zum arbeiten. Bis auf höhenverstellbare Tische.
Kommunikation
Klappt unten in der Pyramide gut. Mit der Baustelle und dem Vermesser geht auch super. Zum Chef ist schlecht, zumal er nie da ist. Zur Geschäftsführung ist quasi unmöglich, die mauert sich ein.
Gleichberechtigung
Gibt es leider nicht. Wird aber in vielen Baufirmen so sein. Dann wird leider von der Geschäftsführung auch sehr nach Nase und Sympathie verteilt.
Interessante Aufgaben
Abwechslungsreich. Kein Projekt ist wie das andere und es wird nicht langweilig.