Freiraum, spannende Aufgaben und tolle Kolleg:innen – Aufstiegschancen bleiben auf der Strecke
Gut am Arbeitgeber finde ich
Breites, eigenverantwortliches Aufgabenspektrum über mehrere Warengruppen (Food, Non-Food, Dienstleistungen, Software) mit viel Raum für eigene Projekte. Viel Freiraum zur persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung, inklusive externer Fortbildungen. Guter Zusammenhalt im direkten Team nach der Neuaufstellung, mit regem Austausch und gegenseitiger Unterstützung. Echte Chancengleichheit unabhängig vom Geschlecht. Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Möglichkeiten. Angenehmes, gut ausgestattetes Büro mit Müslibar, Kaffee, Tee, Softdrinks und Obst. Den offenen Austausch mit meiner direkten Vorgesetzten habe ich sehr geschätzt. Ich habe dort Freunde fürs Leben gefunden und denke immer noch gerne an diese Zeit zurück.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kritische Themen wurden häufig eher übereinander als direkt miteinander besprochen – der Flurfunk war oft schneller unterwegs als die offizielle Kommunikation, was zu Fehlinterpretationen und schlecht erklärten Entscheidungen führte. Das Gehalt war für die Position und Verantwortung, die ich trug, nicht angemessen. Es gab keine klare Aufstiegsperspektive für mich, weshalb ich das Unternehmen letztlich verlassen habe. Die Fluktuation war hoch und führte zu spürbarem Wissensverlust. Zudem war das Verhältnis zwischen Marketing und den Bereichen Einkauf, Produkt und Finance unausgewogen – sowohl bei Personalstärke als auch bei Budget und Entscheidungsmacht.
Verbesserungsvorschläge
Offizielle Kommunikation beschleunigen und verlässlicher machen, damit sie dem Flurfunk zuvorkommt. Kritikfähigkeit im Team aktiv fördern, damit Feedback direkt statt über Dritte läuft. Konsequenteres und früheres Eingreifen der Führungskraft bei Problemen im Team. Rückzugsräume und eine bessere Klimatisierung im Büro schaffen. Und vor allem: klare Aufstiegs- und Entwicklungsperspektiven für engagierte Mitarbeiter schaffen, statt Potenzial ans Unternehmen zu verlieren.
Außerdem sollten andere Teams ihre Arbeitsweise kritisch hinterfragen: Das Unternehmen sollte administrativen Bereichen sowie Einkauf und Produkt deutlich mehr Fokus und Ressourcen geben – Das Verhältnis zwischen Marketing und den Bereichen Einkauf, Produkt und Finance war spürbar unausgewogen – sowohl bei Personalstärke als auch bei Budget und Entscheidungsmacht.
or allem fehlte eine klare Unternehmensperspektive und -strategie: Es war oft unklar, in welche Richtung sich das Unternehmen entwickeln soll, wodurch viel Zeit in Projekte und Strategien floss, die am Ende gar nicht umgesetzt wurden.
Arbeitsatmosphäre
Grundsätzlich herrscht ein freundliches Klima im Team. Bei kritischen Themen wird jedoch häufiger übereinander statt direkt miteinander gesprochen – viele Kolleg:innen tun sich schwer mit direktem, kritischem Feedback und nehmen es schnell persönlich, wodurch man bei der Wortwahl sehr vorsichtig sein musste. Die Kommunikation lief fast ausschließlich über Slack; spontane Anrufe oder Calls waren nicht gern gesehen, was den schnellen persönlichen Austausch erschwerte.
Image
Einige Kolleg:innen sprachen intern eher schlecht über das Unternehmen. Zudem gab es eine hohe Fluktuation, die zu erheblichem Wissensverlust im Unternehmen geführt hat.
Work-Life-Balance
Durch flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Möglichkeiten war die Work-Life-Balance im Team grundsätzlich gut. Unsere Führungskraft ließ uns viel Freiraum, die Arbeit selbst einzuteilen, solange die Ergebnisse stimmten. Das haben aber nicht alle verantwortungsvoll genutzt – einige haben es übertrieben, was erst spät angesprochen wurde. Dadurch kam es zeitweise zu Reibungen im Team und liegen gebliebenen Aufgaben.
Karriere/Weiterbildung
Als junger Mitarbeiter bekam ich die Chance, eigenständig zu arbeiten, mich selbst weiterzuentwickeln und an externen Fortbildungen teilzunehmen. Ich konnte meine Projekte weitgehend selbst auswählen und vieles aktiv mitgestalten – fachlich und persönlich eine sehr lehrreiche Zeit. Was fehlte, waren konkrete Aufstiegschancen: Eine Perspektive für den nächsten Karriereschritt gab es für mich nicht, weshalb ich das Unternehmen letztlich verlassen habe.
Gehalt/Benefits
Für die Position und Verantwortung, die ich trug, war das Gehalt nicht ausreichend – wobei viele Kolleg:innen deutlich schlechter bezahlt wurden. Gehaltserhöhungen im unteren einstelligen Prozentbereich (unter 5%) waren keine Seltenheit. Mit Benefits wie einem Fitnessstudio wurde geworben, das es in der Form gar nicht mehr gab; vieles wurde umsatzabhängig gemacht und auf später verschoben. Müslibar, Softdrinks, Obst, Kaffee und Tee gab es dagegen ausreichend, ebenso die Möglichkeit, die eigenen Produkte zum Mittagessen zu nutzen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Thema wurde berücksichtigt, wo es sinnvoll und finanziell vertretbar war. Ein besonderer Fokus oder eine aktive Strategie dahinter war aber nicht erkennbar.
Kollegenzusammenhalt
Nach der Neuzusammenstellung des Teams hat sich ein sehr guter Zusammenhalt entwickelt. Es gab regen Austausch, und man hat sich gegenseitig unterstützt, wenn es nötig war.
Umgang mit älteren Kollegen
Das Team war sehr jung, viele kamen direkt von der Uni oder aus der Ausbildung. Dadurch hatten einige ältere Kolleg:innen Schwierigkeiten, sich in die modernen, stark digitalen Arbeitsstrukturen und die Slack-lastige Kommunikation einzufinden. Das Umfeld war nicht für jeden älteren Kollegen bzw. jede ältere Kollegin passend.
Vorgesetztenverhalten
Unsere Führungskraft ließ uns viel Freiraum und war durch viele Meetings nicht immer nah am Tagesgeschäft, was streckenweise zu Verständnisproblemen für die Situation im Team führte. Persönlich habe ich mich in dieser Zeit sehr weiterentwickelt und wurde durchgehend unterstützt – bei Problemen im Team wurde allerdings oft erst spät eingegriffen. Das hat bei mir gut funktioniert, weil ich mit dem Freiraum umgehen konnte, bei anderen im Team aber nicht. Zudem musste sie einiges an Druck aus dem Management abfangen, um das Team davon abzuschirmen.
Arbeitsbedingungen
Das Büro war ein Großraumbüro mit freier Wahl zwischen Windows und Mac – technisch sonst gut ausgestattet. Auf mein Diensthandy musste ich allerdings lange warten, was im Einkaufsbereich unpraktisch war. Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes Arbeiten fehlten, und im Sommer wurde es im Büro sehr warm. Ansonsten war es ein schönes, gemütliches Büro mit Müslibar, Kaffee, Tee, diversen Softdrinks und Obst zur freien Auswahl.
Kommunikation
Der Flurfunk war oft schneller unterwegs als die offizielle Kommunikation. Das führte immer wieder zu Fehlinterpretationen, und Entscheidungen wurden häufig nicht nachvollziehbar erklärt, bevor sich Gerüchte oder Halbwissen im Team verbreitet hatten.
Gleichberechtigung
Im Team waren überwiegend Frauen beschäftigt, Männer eher in der Unterzahl. Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten waren dabei aber für alle gleich.
Interessante Aufgaben
Im strategischen Bereich habe ich Food, Non-Food, Dienstleistungen und Software betreut. Dadurch gab es viel Abwechslung und immer wieder neue Projekte, die ich mir selbst erschließen konnte.