Gut am Arbeitgeber finde ich
Cafeteria:,)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Unzufriedene Kolleg*innen, starke und spürbare Hierarchien, Kolleg*innen, die qualitativ und zwischenmenschlich ungeeignet sind für deren Position, durchweg schlechte Laune und kritische Einstellung seitens der Kolleg*innen gegenüber den Kliniken und Kolleg*innen
Verbesserungsvorschläge
Mehr Engagement und Interesse an einer ernsthaften und qualitativen Ausbildung der Kaufleute in den Kliniken.
Arbeitsatmosphäre
Von Grund auf herrschte eine sehr negative und pessimistische Haltung der Kolleg*innen. Man wurde teilweise gewarnt, dass man hier nicht bleiben solle und am besten einen anderen Arbeitgeber suchen solle.
Was mir bis heute in Erinnerung bleibt: im Einkauf gab es einen sehr speziellen Kollegen (ca. 35-40 Jahre alt). Er war sehr interessiert daran mich (damals 19) oder eine meiner Freundinnen privat kennenzulernen. In jedem Gespräch ging es um gescheiterte Liebesbeziehungen oder Details über sein „Sexleben“. Er erzählte mir er male sich aus, wie er mich oder meine Freundinnen im Gym beobachte und unsere Hinterteile begutachte. An einem Morgen kam ich ins Büro und er und ich waren alleine. Ein anderer Kollege kam rein, machte die Jalousien runter, das Licht aus und sagte „so mag es der ***** (Name des Kollegen) gerne“ und verließ den Raum. Das war eine der unangenehmsten Erfahrungen die ich in meinem Arbeitsleben machen musste.
Karrierechancen
Weiß ich nicht, ich habe mich darüber nicht informiert, da ich sowieso kein Interesse hatte dort zu bleiben und die Ausbildung zu beenden.
Arbeitszeiten
Typischer 8-16 Uhr Job. Gleitzeit war möglich, jedoch je nach Abteilung eher weniger gern gesehen, da erwartet wurde, dass man zur selben Uhrzeit wie die Kolleg*innen beginnt.
Ausbildungsvergütung
Die Vergütung war eher gering aber im vergleich zu anderen Ausbildungsberufen okay. Man wird nach TVöD bezahlt, daher in Ordnung - aber Ausbildungsgehälter sind immer zu gering.
Die Ausbilder
Meine Ausbilderin in der Personalabteilung hat sich nicht wirklich dafür interessiert, wie es läuft und was mir gut oder nicht gefällt. Ein Reflexionsgespräch o. ä. hat nie stattgefunden (Ich habe die Ausbildung nach 1 Jahr abgebrochen). Beim Kündigungsgespräch meinte sie nur: „Ja ich habe schon vermutet dass sowas kommt - wir können nichts tun, um dich umzustimmen, oder?“. Die einzelnen Teamleiter*innen in den Abteilungen, die ich durchlaufen habe, waren teilweise total unseriös und überfordert, mir eine anleitende Person zu sein. Teilweise waren die Teamleiter*innen so entfernt bzw. fast schon zu „abgehoben“, um mir überhaupt einen Blick oder ein Gespräch zu widmen.
Spaßfaktor
Jeden Tag durfte man die gleiche Arbeit verrichten. Von Spaß, Abwechslung oder Herausforderungen war man hier meilenweit entfernt. Total stupide Aufgaben, die mich bereits nach 2-3 Wochen in der jeweiligen Abteilung gelangweilt haben.
Aufgaben/Tätigkeiten
Einkauf: Materialien/Utensilien usw. für den OP oder Fachabteilungen bestellen, acht mal am Tag mit der Kollegin eine Zigarette rauchen weil sie es selber nicht ausgehalten hat.
Buchhaltung: Kontierung über Kontierung, Rechnungen schreiben und ab und an die Post von der Poststelle abholen und sortieren (gelegentlich hatte man dann auch eine Stuhlprobe auf dem Tisch liegen :,))
Controlling: die meiste Zeit bin ich nur rumgesessen. Irgendwann durfte ich dann mal eine Excel-Tabelle für einen Chirurgen erstellen. Hier konnte man dann sehen welche und wie viele OPs er in seiner Laufbahn durchgeführt hat. Jay.
Archiv: Patient*Innenakten sortieren und dann im Archiv aufhängen.
Corona-Hotline: hat die meiste Zeit meiner einjährigen Ausbildungslaufbahn beansprucht. Die Hotline musste von irgendwem tagtäglich besetzt werden und klar, es gibt keine bessere und kostengünstigere Lösung, als Azubis dafür zu nutzen (hier wurde man teilweise von Chefärzten am Telefon angeschrien, weil es ihnen nicht gepasst hat, wen bzw wann man den*die Besucher*in zum Testen gebucht hatte)
Weitere Abteilung konnte ich „leider“ nicht durchlaufen, weil ich die Ausbildung vorzeitig abgebrochen habe :)
Variation
Wie gesagt - in jeder Abteilung hatte man immer dieselben stupiden Aufgaben, die sich täglich wiederholten.
Respekt
Die Kolleg*innen waren an und für sich alle freundlich und hilfsbereit (damit meine ich die, die auf der „selben Ebene“, wie ich waren, also normale Angestellte ohne irgendeiner Führungsposition). Die Hierarchien waren hier seeeeehr deutlich zu spüren. Trotzdem IMMER Lästereien und Anschwärzungen miterlebt. Gefühlt hat sich jede*r gehasst, nur wusste es keine*r.