Vom Geist früherer Tage geliehen: Gute Projekte, aber mangelhafte Führungskultur
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Gehaltszahlungen erfolgen ausnahmslos pünktlich.
Verbesserungsvorschläge
- Eine grundlegende Neuaufstellung und Verjüngung der kompletten Führungsebene einleiten, um veraltete Denkweisen aufzubrechen.
- Klare Aufgabenbereiche und im Kontext stehende Zielvorgaben formulieren und transparente Unternehmensstrukturen etablieren.
- Doppelfunktionen zu Lasten der Mitarbeiter konsequent abbauen.
- Aufgeblähte Management-Strukturen abbauen.
- Das extrem fakturalastige Vergütungsmodell zugunsten echter, zeitgemässer Benefits und fairer Grundgehälter für Arbeitnehmer überarbeiten.
- In die Motivation und Weiterbildung der Basis investieren – getreu dem Motto: Wer im Kleinen ein Licht sät, wird langfristig eine große Flamme des Erfolgs ernten.
Arbeitsatmosphäre
Nicht jeder Druck formt einen Edelstein – manchmal hinterlässt er einfach nur Trümmer.
Kommunikation
Intransparente Informationspolitik erzwingt den Rückgriff auf Gerüchtekunft.
Kollegenzusammenhalt
Ausgeprägtes Silodenken überschattet den guten Teamgeist im direkten Kollegenkreis.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance leidet unter der Erwartung, mehrere Kundenprojekte parallel zu betreuen und zeitgleich Vertriebsaktivitäten zu forcieren. Erschwerend kommt hinzu, dass Reisezeit grundsätzlich als Freizeit deklariert wird – selbst wenn diese das normale Maß weit übersteigt und wöchentlich mehr als 10 Stunden beträgt.
Vorgesetztenverhalten
Die Führungskultur ist stark distanziert; globaler Expansionsdrang wird klar über das Wohl der Belegschaft und die dringenden Probleme an den lokalen Standorten gestellt. Es herrscht eine Mentalität der Austauschbarkeit.
Interessante Aufgaben
Projekte und Technologien sind modern und stark kundenabhängig. Die strukturelle Entkopplung vom Arbeitgeber bietet den Vorteil, das operative Setup weitgehend selbstbestimmt zu prägen.
Gleichberechtigung
Die Realität im Jahr 2026 zeigt deutliche Defizite bei der Diversität im Top-Management: Auf Partnerebene in der DRACH-Region (Deutschland, Rumänien, Österreich, Schweiz) sucht man weibliche Führungskräfte vergeblich.
Arbeitsbedingungen
Arbeitsbedingungen: Es fehlen klare Richtlinien zur Arbeitsausstattung und Budgetübernahme. Lizenzen und Hardware werden willkürlich genehmigt, was zu einer spürbaren Ungleichbehandlung führt. Besonders frustrierend: Während sich die Führungsebene Lizenzen und Ausstattung für nicht fakturierte, interne Zwecke problemlos freigibt, wird den Mitarbeitenden das notwendige Werkzeug für das tägliche Doing im Projektgeschäft verwehrt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Soziale und ökologische Verantwortung wird dem Expansionsdrang geopfert. Statt einer effizienten, wohnortnahen Projektplanung werden immense Reisezeiten und CO₂-Ausstöße in Kauf genommen. Berater reisen kreuz und quer durch Europa.
Gehalt/Benefits
Die Gehaltsentwicklung auf den Einstiegs- und unteren Karrierestufen ist enttäuschend; mehr als ein minimaler Inflationsausgleich ist auf diesem Level nicht zu erwarten. Immerhin erfolgen die Zahlungen pünktlich. Das Gehaltsmodell ist extrem fakturalastig – die variablen Boni werden hier fälschlicherweise als „Benefit“ verkauft, sind aber harte Leistungsanteile. Die echten Benefits beschränken sich auf ein jährliches Mitarbeiterfest und eine Weihnachtsfeier; eigenständige Teamevents sucht man vergeblich.
Image
Das Image lebt primär vom Geist früherer Tage. Nach außen hin profitiert das Unternehmen stark von der Präsenz und den wesentlich besseren Strukturen der britischen Tochtergesellschaft, was die Defizite im DRACH-Raum jedoch nur kaschiert.
Karriere/Weiterbildung
Aufstiegsmöglichkeiten und strukturierte Karrierepfade sucht man hier vergeblich. Für operative Angestellte gibt es keine transparenten Entwicklungsperspektiven. Fortbildungen werden nur auf explizite Nachfrage genehmigt und von der Führungsebene intern als reine „Spaßveranstaltungen“ abgewertet, statt sie als strategische Investition zu sehen.