Seit der Übernahme kaum wiederzuerkennen
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Remote-Work ist seit 6 Jahren die Norm.
- Kleine, in sich aber großartige Teams.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Schlechtes Gehalt.
- Unreflektierte Euphorie im Umgang mit KI.
- Unmenschlicher und kaum zu durchschauender Social Score.
- Herablassende, inhaltlich mangelhafte Kommunikation und sehr viel Geheimniskrämerei von Seiten der Geschäftsführung.
- Allgemeine Optimierungswut und gelegentliche Micro-Management-Anfälle, die scheinbar zum reinen Selbstzweck durchexerziert werden.
Verbesserungsvorschläge
Wenn man eine neue Firma haben will, sollte man eine solche gründen. Wenn man aber ein existierendes Unternehmen aufkauft, weil man es anscheinend für profitabel hält, sollte man dessen Substanz mit aller Kraft erhalten.
Arbeitsatmosphäre
Sehr nette Kollegen; seit der Übernahme durch Revalize aber stark ein arg geschrumpftes Team.
Image
Gemessen am Image unserer Firma vor der Übernahme ... nicht gut.
Work-Life-Balance
Dank Remote-Work eigentlich gut, durch die allgemeine Unsicherheit im Umgang mit den Amerikanern aber stark angeschlagen. Man weiß tendenziell nie, was morgen ist - ob etablierte Abläufe noch Bestand haben. So wittert man hinter der harmlosesten Ankündigung Geheimniskrämerei und die Vorbereitung weiterer Tiefschläge. Stress und Unsicherheit halten tendenziell auch nach Feierabend an.
Karriere/Weiterbildung
Bestehende Jobs werden schrittweise zu einer Art KI-Monitoring umgeformt. Neue Kollegen werden kaum noch eingestellt und die einzige Neuerung, die man sich hier erarbeiten kann, ist routiniertes Prompt-Engineering.
Gehalt/Benefits
Unteres Mittelmaß in der deutschen IT - zusätzlich gekoppelt an eine Art Social Score nach chinesischem Vorbild. Wer die Leitmotive der Firma nicht hinreichend verkörpert, wird durch ausgelassene Lohnerhöhungen und Boni abgestraft und wie es dazu kommt, ist meines Erachtens blanke Willkür.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Sehr mies. Die extrem schlechte Ökobilanz von KI-Rechenzentren sollte der Geschäftsführung bekannt sein; trotzdem ist KI im Unternehmen omnipräsent und wird im Schnellfeuer und vollkommen unreflektiert über praktisch jeden Prozess gestülpt.
Kollegenzusammenhalt
Siehe Arbeitsatmosphäre. Meine Bochumer Kollegen sind klasse.
Umgang mit älteren Kollegen
Wir haben keine wirklich alten Kollegen, daher schwer einzuschätzen.
Vorgesetztenverhalten
Mittleres Management: Super. Geschäftsführung/Eigentümer: Typisch amerikanisch und in einer deutschen GmbH vollkommen inakzeptabel.
Arbeitsbedingungen
Dank Remote-Work eigentlich gut, aber ... siehe Work-Life-Balance.
Kommunikation
Unehrlich und unzugänglich. Der amerikanische Mutterkonzern dirigiert von oben herab und micro-managed die Abteilungen ohne erkennbares Ziel in Grund und Boden.
Gleichberechtigung
Siehe interessante Aufgaben.
Interessante Aufgaben
Das war einmal. Die Geschäftsführung forciert den Einsatz von KI und weigert sich trotz Bedrf, neues Personal anzustellen. So wird indirekt kommuniziert, dass gelerntes/gewachsenes Handwerk als minderwertig angesehen wird. Menschliches Engagement erfährt hier keine Wertschätzung sondern führt im obskuren Social-Score des Konzerns eher zu einem negativen Ranking - wird also eher bestraft.