Meine Erfahrung als Kommissionierer/in
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gibt in der Pause Obst und öfters mal kleine 'Events' wie Hot Dogs oder Bratwurst for free.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich denke ich habe genug genannt.
Verbesserungsvorschläge
Fördert die Mitarbeiter durch Schulungen - zeigt Ihnen wie man effizient kommissioniert. Es klingt nach einer simplen Arbeit, doch es gibt gute Gründe dazu weshalb Mitarbeiter A mehr Leistung erbringt als Mitarbeiter B bei gleicher Anstrengung, körperlichen Verfassung und Motivation.
Ganz wichtig ist auf eine Schulung für richtige Ergonomie. Es hat nicht ohne Grund jeder Mitarbeiter, der schon länger dabei ist Rückenschmerzen.
Schafft die Mehrarbeit und 6 Tage Wochen ab - ich versichere euch dadurch wird auf die Krankenquote sinken. Dies ist ein körperlich sehr anstrengender Job, die Mitarbeiter brauchen Zeit um sich auszuruhen.
Passt die Prämien Erreichungsgrade der verschiedenen Abteilungen an. Zonen wie Kolo und Getränke haben lächerlich geringe Anforderungen, während andere kaum zu erreichen sind.
Arbeitsatmosphäre
Fairness ist ein Fremdwort in dieser Firma. Aufsteigen geht nur mit Hilfe von Vitamin B. Ungerechte Arbeitsverteilung. Wenn man 200% gibt bekommt man vielleicht mal ein Danke mit viel Glück, aber glaubt nicht, dass sich das irgendwie positiv auf die Karriere auswirkt. Man kommt mit den Vorgesetzten zwar zurecht, aber wenn man etwas länger dabei ist merkt man auch, dass so mancher Vorgesetzte auf einen herabschaut, obwohl diese selbst mal in der gleichen Position waren oder nur niedere Qualifikationen besitzen.
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Nur sehr wenige Mitarbeiter sind mit der Firma zufrieden.
Work-Life-Balance
Man hat 30 Tage Urlaub, jedoch muss man sich davon 6 Tage nehmen wenn man eine Woche frei machen will.
Wenn es einen Feiertag unter der Woche gibt ist dies dein freier Tag. Es wird extrem oft Mehrarbeit angekündigt und jeder ist dazu verpflichtet dies mit zu machen, da im Arbeitsvertrag steht, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer man bis zu 1 Stunde am Tag länger da behalten darf.
Es gibt auch Tage an denen weniger los ist und an denen man diese Überstunden dann wieder abbaut, allerdings haben die Schichtleiter hier Vorschriften an die sie sich halten müssen, sprich sie dürfen die Mitarbeiter nur maximal 30min-1h früher gehen lassen und müssen die Mitarbeiter dann mit sinnloser sonstiger Arbeit hinhalten bis dieser Zeitpunkt erreicht ist.
An Events wie Weihnachten muss man bis zu 3 Wochen durch arbeiten ohne freien Tag abgesehen vom Sonntag.
Karriere/Weiterbildung
Karriere Aussichten sind extrem schlecht. Die Schichtleiter verdienen etwa gleich viel wie ein/e gute/r Kommissionierer/in, von daher lohnt es sich vom Gehalt her nichtmal aufzusteigen. Außerdem hat man ohne Vitamin B schlechte Aussichten.
Es gibt ausschließlich die gesetzlich vorgeschriebenen Schulungen am PC, die man jedes Jahr wiederholen muss und nur das absolute minimum abdecken.
Nichtmal am ersten Tag wird sich Zeit genommen um einen neuen Mitarbeiter richtig einzulernen. Man wird einfach nur schnell an den nächsten Mitarbeiter abgeschoben, der gerade vorbei läuft. Wenn man Pech hat weiß dieser Mitarbeiter dann selbst nichtmal herausgefunden wie man die Arbeit effizient bewältigt und dadurch entsteht dann ein low performer nach dem anderen..
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist im Vergleich der Konkurrenz in Ordnung wenn man auch entsprechende Leistung bringt. Es gibt eine leistungsorientierte Prämie. Man wird diese Leistung jedoch nicht über mehrere Jahre aufrecht erhalten können, weil sich diese Art von Arbeit negativ auf den Körper auswirkt - so gut wie jeder high performer der schon länger dabei ist hat Rückenprobleme.
Weihnachtsgeld gibt es seit neuestem, aber nur sehr wenig. Urlaubsgeld gibt es keines.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Damit hab ich nicht viel am Hut, keine Ahnung. Soweit ich das beurteilen kann wird der Müll aber ordnungsgemäß getrennt.
Kollegenzusammenhalt
Es gibt einige wenige Kollegen mit denen man echt gut zurecht kommen kann und mit denen man auch gerne zusammen arbeitet. Die meisten anderen Mitarbeiter verhalten sich zwar nett, aber drücken sich vor der Arbeit - arbeiten extrem langsam, weigern sich in den kalten Zonen zu arbeiten, machen ständig krank, weigern sich wie alle anderen im Schichtsystem zu arbeiten etc.. Dadurch entsteht eine sehr große Ungerechtigkeit was die Arbeitsaufteilung zwischen den Mitarbeitern betrifft.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt ein paar wenige älteren Kollegen, denen dann aber die körperlich leichtere Arbeit zugeteilt wird, wie z.B. das Boxen vorbereiten.
Vorgesetztenverhalten
Wie oben beschrieben. Schichtleiter behandeln die Mitarbeiter ungerecht und sind teilweise borderline arrogant. Wenn man seine Klappe hält und den Anweisungen folgt hat man in der Regel aber keine Probleme. Der Abteilungsleiter ist in Ordnung und versucht sein Bestes. Mit dem Standortleiter hat man im Prinzip keinen Kontakt.
Arbeitsbedingungen
Das Lager ist an stressigen Tagen EXTREM dreckig. Es liegt so viel Pappe auf dem Boden, dass man als Mitarbeiter kaum noch Platz zum laufen hat zwischen den Regalen. Es gab Tage an denen irgendwo ein abgelaufenes, extrem stinkendes Lebensmittel herumgelegen hat und keinen hat es gekümmert bis einer der Mitarbeiter gedroht hat nach Hause zu gehen wegen des starken Gestanks. Es gab auch zwischendurch mal monatelang Spinnenweben oben an den Regalen. Es war auch öfters mal eine Taube für mehrere Tage im Lager.
Kommunikation
Es gibt ab und zu mal eine Schichtansprache, in denen Mitarbeitern kurz und knapp gesagt wird wenn es etwas neues gibt oder wieder eine total unsinnige Anweisung von der Zentrale kommt. In gefühlt 95% der Fälle wird diese Ansprache jedoch nur dazu genutzt die Arbeit des Teams zu bemängeln, Druck zu machen oder Mehrarbeit anzusagen.
Gleichberechtigung
Es gibt gewisse Gerüchte, aber meiner Erfahrung nach gibt es zwischen Mann und Frau keinen Unterschied.
Interessante Aufgaben
Nichts, jede Abteilung ist im Prinzip die gleiche Arbeit. Man läuft jeden Tag stundenlang im Kreis, pickt seine Artikel und macht anschließend sauber.

