Gut am Arbeitgeber finde ich
Auf den Objekten sind die Aufgaben oft abwechslungsreich und geben Erfahrung.
Materialien sind meistens ausreichend vorhanden; wenn man etwas braucht, kann man häufig einfach fragen.
Einige Mitarbeitende „retten“ die Situation wirklich und machen den Arbeitsalltag deutlich angenehmer.
Tariflohn, pünktliche Auszahlung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wenn kein Platz auf einem Objekt ist, übernehmen Azubis oft Lager-/interne Aufgaben – teilweise fachfremd und körperlich schwer.
HR-Gespräche alle sechs Monate wirken eher formal; spürbare Veränderungen danach sehe ich nicht immer.
Die Planung für den nächsten Tag ist manchmal klar, manchmal nicht – je nach Situation (eine Wochenplanung habe ich nie aktiv eingefordert, aber ich vermute nicht, dass es dort wesentlich besser ist).
Verbesserungsvorschläge
Ich sehe wenig Sinn darin, hier viel zu schreiben: Soweit ich es verstanden habe, entscheidet am Ende hauptsächlich der Chef, und ich habe nicht den Eindruck, dass solche Rückmeldungen wirklich ankommen oder etwas verändern.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre ist je nach Team und Tag unterschiedlich. Morgens ist der Umgang insgesamt normal und kollegial. Auf den Objekten ist es oft angenehmer. In der Firma/im Lager kann die Stimmung angespannter sein, weil viele Aufgaben parallel kommen und die Koordination nicht immer klar ist.
Karrierechancen
Schwer zu bewerten. In den Gesprächen mit HR (ca. alle sechs Monate) wurden Karrierechancen angesprochen, aber nach meiner Beobachtung sehe ich bei den aktuellen Mitarbeitenden keinen klaren Aufstieg. Für mich war außerdem ein Hinweis, dass mein Ausbilder auch wegen fehlender Entwicklungsperspektiven die Firma verlässt.
Arbeitszeiten
Die Arbeitszeiten sind ziemlich strikt: von 7:00 bis 16:00, mit einer Toleranz von etwa einer Stunde (manchmal kann man etwas früher gehen).
Der unangenehmste Punkt ist das Tagesende an „Lagertagen“: Manchmal sagt eine Person „das ist die letzte Aufgabe, dann kannst du nach Hause“, und kurz darauf kommt jemand anderes mit der nächsten Aufgabe. Dadurch ist das Ende der Schicht psychologisch schwer planbar.
Ausbildungsvergütung
Zusätzliche Vorteile gibt es kaum: Das Gehalt wird pünktlich gezahlt und ist tariflich (Lohntarifvertrag Gebäudereinigung).
Als seltene „Extras“: Zu Neujahr gab es einen Gutschein von ca. 40 € (z. B. Lidl) bei wenigen Krankmeldungen. Für freiwillige Einsätze am Samstag/Sonntag gibt es manchmal einen Gutschein von ca. 30 € zusätzlich zum Ausgleichstag.
Darüber hinaus gibt es keine nennenswerten Zulagen/Benefits.
(Weiß nicht, ob das hierher gehört:) Zu Neujahr geht man manchmal in die Innenstadt, um z. B. Bratwurst zu essen. Für mich wirkt das eher symbolisch als wirklich wertvoll.
Die Ausbilder
Zum Zeitpunkt meiner Ausbildung war mein Ausbilder für mich ein sehr starker Mentor: Er hat viel erklärt, unterstützt und die Qualität der Ausbildung spürbar verbessert. Jetzt wechselt er zu einer anderen Firma, deshalb sehe ich keinen Sinn darin, seine Arbeit ausführlich zu beschreiben – die Situation hat sich bereits verändert.
Wie es künftig mit Betreuung und Struktur in der Ausbildung weitergeht, kann ich aktuell noch nicht beurteilen.
Spaßfaktor
Mir gefällt die Abwechslung der Aufgaben – manchmal sind wirklich interessante Arbeiten dabei.
Mein Ausbilder hatte früher einen großen Anteil am Spaßfaktor; nach seinem Weggang erwarte ich, dass dieser Punkt schwächer wird.
Manchmal arbeitet man mit Maschinen – das ist für mich angenehmer und interessanter als reine Handarbeit, und körperlich ist es weniger belastend.
Aufgaben/Tätigkeiten
Die Aufgaben sind insgesamt abwechslungsreich, und man weiß vorher nicht immer, ob der Tag eher leicht oder anstrengend wird und wie zufrieden man am Ende mit dem Ergebnis ist. In den meisten Fällen ist das in Ordnung.
Separat möchte ich die „internen/Lagertage“ erwähnen: Dort gibt es oft Tätigkeiten, die nur wenig mit der Ausbildung zum Gebäudereiniger zu tun haben, z. B. Paletten umstellen, Chemielieferungen im Lager auspacken, Salzsäcke tragen und ähnliche Arbeiten. Außerdem wirkt ein Teil der Aufgaben manchmal wie „Hauptsache beschäftigt“, was demotiviert.
Variation
Die Abwechslung ist wirklich maximal – im positiven wie auch im negativen Sinne. Auf den Objekten bringt das Interesse und Erfahrung. An „Lagertagen“ hat man allerdings oft das Gefühl, dass Azubis als Allround-Hilfskraft eingesetzt werden: von normalen Aufgaben bis hin zu einfachen Botengängen und Lagerarbeiten (Lieferungen auspacken, schwere Sachen tragen usw.).
Respekt
Das hängt stark von den konkreten Personen und vom jeweiligen Tag ab. Auf den Objekten ist es meistens in Ordnung.
An „Lagertagen“ fühlt sich der Respekt gegenüber der Rolle als Azubi allerdings schwächer an: Häufig gibt es keine klare, verantwortliche Ansprechperson, Aufgaben kommen von mehreren Leuten gleichzeitig und Prioritäten sind unklar. Unangenehm ist auch die Reaktion auf Pausen – manchmal entsteht der Eindruck, dass es wichtiger ist, „beschäftigt auszusehen“, als die tatsächlich erledigte Arbeit.