Eigentlich macht es Spaß - aber ...
Arbeitsatmosphäre
Ich denke es kommt ganz drauf an wo man arbeitet. Ist man im Büro/Homeoffice kann der Job stressfreier sein, dafür fehlt einem dann dort die roadsurfer-typische Atmosphäre dann den Stations.
An den Stations wiederum - naja - hier ist alles stress pur. Mal abgesehen von großen Arbeitssicherheits- und Hygienemängeln, ist der Workload einfach sehr hoch. Jeder ist permanent im Stress und oft wird dann die Verantwortung gerne mal hin und her geschoben, um nicht wieder einen auf den Deckel von den Kunden zu bekommen.
Image
Nach außen hin ist das Image glaube ich noch gut/ok ist aber, wenn man die aktuellen Bewertungen der Stations liest, massiv am bröckeln. Die Kollegen ziehen jedoch mehrfach täglich über das Unternehmen und ihre Entscheidungen her. Untereinander geschieht dies kaum, aber vor allem in Richtung höheren Führungsebenen.
Work-Life-Balance
Auch hier wieder sicherlich große Unterschiede zwischen Büro/Homeoffice und Station-Alltag. An der Station gibt es eigentlich nie wirklich die Garantie auf eine feste Feierabend-Zeit - aber auch hier ist es wieder abhängig welche Position man an der Station hat. Ansonsten ziehen die zum Teil lange Anreise (weit ab des Stadtzentrums; schlechte ÖPVN-Anbindung) viel Lebenszeit ab. Das in Kombination mit der nicht wirklich absehbaren Arbeitszeit, ist leider nicht wirklich mit einem Lebensstil verknüpfbar, der nicht auf absolute Hingabe und Karriere ausgelegt ist.
Karriere/Weiterbildung
Ich selbst hatte die Möglichkeit "aufzusteigen" und ich habe dies auch von Kolleg*innen mitbekommen. Auch ein Wechsel von einer zur anderen Abteilung ist unter Umständen möglich. Weiterbildung allerdings - nie von gehört.
Gehalt/Benefits
Die Gehälter entsprechen leider garnicht den Aufgaben und der Verantwortung die jeder Mitarbeiter trägt - egal ob Regionalmanager oder Agent (Person für alles). Es wird auch keine wirkliche Sozialleistung gewährt. Das Buchungsguthaben (Mitarbeiter können von einem Kontingent selber Camper buchen) ist dann ein kleiner Lichtblick.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Soweit ich das beurteilen kann so gut wie keins. Müll wird nicht getrennt, Autos werden unnötig laufen gelassen weil "man sie bestimmt gleich braucht" - 3 Stunden später stehen sie immer noch an der gleichen Stelle.
Kollegenzusammenhalt
Mal so mal so und abhängig von den Kolleg*innen. Ich habe beides erlebt: Von im Stich gelassen mitten am Tag bis hin zu absolut bemerkenswerten Support und Unterstützung.
Umgang mit älteren Kollegen
Es werden auch ältere Menschen eingestellt. Einziger Kritikpunkt: Es wird erwartet das diese fließend Englisch, mit einem Tablet umgehen und die gleiche Arbeitsgeschwindigkeit wie jüngere Kollegen an den Tag legen können.
Vorgesetztenverhalten
Schwierig - mal so mal so.
Arbeitsbedingungen
Individuell. Da wo ich war: katastrophal. An anderen Stations habe ich das besser gesehen. Aber alles in allem aber nicht wirklich gut.
Kommunikation
Ich glaube hier gibt es das größte Verbesserungspotenzial. Es wird kommuniziert ja, aber leider zum Teil auf dem vollkommen falschen Weg. Nachdem zuletzt rund 70 Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt wurden, haben die Betroffenen das erst am Entscheidungstag selbst mitgeteilt bekommen - ihre Führungskräfte aber leider auch.
Gleichberechtigung
Passt. Denke hier ist jeder gleichberechtigt und jeder bekommt die gleichen Chancen egal welches Geschlecht, Herkunft und/oder Identität.
Interessante Aufgaben
Tatsächlich ist das ein ziemlich guter Punkt, weil (vor allem an den Stations) jeder einmal alles gemacht hat - egal welche Position die Person hat. Das macht Spaß, weil es so nie wirklich langweilig wird.