Starkes Potenzial, aber erhebliche Schwächen in Kommunikation, Führung und Stabilität
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gut am Arbeitgeber finde ich die solide technische Ausstattung sowie die eingesetzten Tools, die effizientes Arbeiten ermöglicht haben. Zudem boten die Aufgaben inhaltlich viel Potenzial und Gestaltungsspielraum, insbesondere in der Aufbauphase in Deutschland. Positiv hervorzuheben sind außerdem der damalige starke Zusammenhalt im Team unter den Mitarbeitenden, auch wenn dieses Team mittlerweile weitgehend nicht mehr in dieser Form besteht. Ebenso sind die grundsätzlich fairen Grundgehälter positiv zu nennen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht am Arbeitgeber finde ich vor allem die aus meiner Sicht durchgehend schwache Kommunikation und fehlende Transparenz bei wichtigen Entscheidungen. Häufige kurzfristige Maßnahmen sowie nicht eingehaltene Zusagen haben zu erheblicher Unsicherheit und einem deutlichen Vertrauensverlust geführt.
Zudem wurden Entscheidungen zunehmend zentral getroffen, teilweise ohne ausreichenden operativen Bezug zum deutschen Markt, wodurch viele Entwicklungen im Arbeitsalltag schwer nachvollziehbar waren. Der Fokus lag aus meiner Wahrnehmung oft stärker auf kurzfristigen Ergebnissen als auf nachhaltigem Aufbau.
Auch der Umgang mit Veränderungen und Personalmaßnahmen hat dazu geführt, dass viele Mitarbeitende das Unternehmen nicht im Guten verlassen haben und die Arbeitsatmosphäre insgesamt spürbar belastet wurde.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht besteht vor allem Verbesserungspotenzial in der internen Kommunikation und Transparenz, insbesondere bei wichtigen Entscheidungen und Veränderungen. Eine frühzeitigere und klarere Kommunikation sowie das konsequente Einhalten von Zusagen würden das Vertrauen deutlich stärken.
Zudem wäre ein stabilerer und langfristigerer Umgang mit Personalentscheidungen wichtig, um Unsicherheit im Team zu reduzieren.
Grundsätzlich braucht der Aufbau eines Unternehmens Zeit. Aus meiner Sicht sollte Mitarbeitenden mehr Vertrauen in ihre Expertise gegeben werden und Entscheidungen stärker auf operativer Erfahrung basieren, statt kurzfristige Ergebnisse zu stark zu gewichten. Mitarbeitende sollten nicht vorschnell bewertet werden, wenn Entwicklungen Zeit benötigen.
Insgesamt würde eine klarere strategische Ausrichtung im weiteren Aufbau in Deutschland helfen, Stabilität zu schaffen und die Mitarbeiterbindung nachhaltig zu stärken.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war zu Beginn sehr gut und stark vom Teamzusammenhalt geprägt. Im Verlauf wurde sie aus meiner Sicht jedoch zunehmend durch Entscheidungen der Führungsebene belastet. Wiederholte Entlassungswellen trotz gegenteiliger Aussagen führten bei mir zu erheblicher Verunsicherung und Vertrauensverlust.
Es entstand eine Atmosphäre großer Unsicherheit, in der man sich ständig fragte, wer als Nächstes betroffen sein könnte und ob das Unternehmen durch verzögerte Auszahlungen in eine kritische Lage geraten könnte. Dadurch ging das Gefühl von Stabilität weitgehend verloren und das ehemals lebendige Großraumbüro wurde zunehmend ruhig und angespannt
Kommunikation
Die interne Kommunikation war aus meiner Sicht eine der größten Schwächen. Wichtige Meetings wurden häufig sehr kurzfristig und ohne ausreichende Vorankündigung angesetzt, teilweise auch zu gravierenden Themen wie Personalmaßnahmen. Entscheidungen wirkten oft wenig vorbereitet und ohne erkennbare langfristige Strategie, wodurch der Eindruck entstand, dass kurzfristiges Reagieren im Vordergrund stand.
Zugesagte Informationen oder klare Aussagen zur Zukunft wurden zudem nicht immer eingehalten, was zu zusätzlicher Unsicherheit führte. In kritischen Situationen, etwa bei ausbleibenden Gehaltszahlungen, fehlte es an transparenter Aufklärung und aktiver Kommunikation, was das Vertrauen weiter geschwächt hat.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war einer der wenigen Bereiche, die ich uneingeschränkt positiv hervorheben kann. Die Kolleginnen und Kollegen waren wie eine kleine Familie, haben sich gegenseitig unterstützt und auch in schwierigen Situationen stets zusammengehalten. Selbst während der Entlassungswellen blieb der Umgang respektvoll und hilfsbereit. Dies galt jedoch vor allem für die Mitarbeitenden untereinander und nicht für das Management oder die Führungsebene.
Work-Life-Balance
Eine ausgewogene Work-Life-Balance war aufgrund der Branche sowie der vertraglich festgelegten 42,5-Stunden-Woche nur schwer umzusetzen. Mit 25 Urlaubstagen lag das Unternehmen eher im unteren bis mittleren Bereich. Homeoffice war grundsätzlich möglich, wurde im Verlauf jedoch weniger unterstützt. Durch hohe Zielvorgaben und die anhaltende Unsicherheit entstand zudem häufig der Eindruck, dauerhaft unter Leistungsdruck zu stehen.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten war nur in der Anfangsphase vereinzelt positiv, entwickelte sich jedoch schnell negativ. Entscheidungen wurden zunehmend zentral aus der Schweiz getroffen, häufig ohne ausreichenden Bezug zur operativen Realität am deutschen Standort. Gleichzeitig fehlten Transparenz und offene Kommunikation weitgehend. Wichtige Entscheidungen wirkten dadurch oft nicht nachvollziehbar, und individuelle Leistung schien zunehmend weniger berücksichtigt zu werden. Insgesamt führte dies zu einem deutlichen Vertrauensverlust in die Führungsebene.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren grundsätzlich abwechslungsreich und boten viel Potenzial, insbesondere in der Aufbauphase des Unternehmens in Deutschland. Die technische Ausstattung sowie die eingesetzten Tools waren modern und unterstützten ein effizientes Arbeiten. Gleichzeitig bestand zeitweise die Möglichkeit, aktiv mitzugestalten und eigene Ideen einzubringen. Im Verlauf der Entwicklung wurde der Handlungsspielraum jedoch zunehmend eingeschränkt, was die inhaltliche Vielfalt und Gestaltungsmöglichkeiten reduziert hat.
Gleichberechtigung
Das Thema Gleichberechtigung wurde insgesamt gut gelebt. Alle Mitarbeitenden wurden fair behandelt. Gegen Ende hatte ich vereinzelt den Eindruck, dass Entscheidungen stärker extern geprägt waren, insgesamt war ich jedoch zufrieden.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen ist schwer zu bewerten, da es im Team keine älteren Mitarbeitenden gab. Daher wurde dieser Punkt neutral bewertet.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt in Ordnung. IT und technische Ausstattung waren solide. Das Arbeiten im Großraumbüro kann je nach Lautstärke und Auslastung die Konzentration erschweren, zudem stand nur ein begrenzter Meetingraum zur Verfügung. Die Arbeitszeit von 42,5 Stunden pro Woche war eher fordernd. Parkplätze sind kostenpflichtig und vergleichsweise teuer, eine Bezuschussung der Kantine gibt es nicht.
Ein Obstkorb und Snacks waren vorhanden, wurden jedoch im Laufe der Zeit nur noch in größeren Abständen bereitgestellt. Die Kaffeemaschine bot nur einfachen Kaffee und Espresso. Positiv hervorzuheben ist die sehr schöne Aussicht vom Arbeitsplatz.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Neutral zu bewerten
Gehalt/Benefits
Aus meiner Sicht war das Grundgehalt fair und bot eine solide finanzielle Basis. Bei den Zusatzleistungen gibt es noch Entwicklungsspielraum, da nur wenige Benefits angeboten wurden. Die Urlaubstage liegen bei 25 und damit eher im unteren bis mittleren Bereich. Bonuszahlungen sind vorgesehen, wurden seit dem Markteintritt in Deutschland jedoch bislang nicht ausgezahlt, da dies im aktuellen Aufbau des Geschäfts aus meiner Sicht noch nicht realistisch umsetzbar ist.
Image
Das Unternehmensimage in Deutschland ist aus meiner Sicht noch wenig etabliert, bietet jedoch grundsätzlich Potenzial für eine positive Weiterentwicklung bei einer klaren strategischen Ausrichtung. Gleichzeitig wurde aus meiner Wahrnehmung bereits Vertrauen durch nicht eingehaltene Zusagen und den Umgang mit Veränderungen geschwächt, wodurch viele ehemalige Mitarbeitende nicht im Guten ausgeschieden sind. Für die Zukunft wäre es wichtig, den Umgang mit Mitarbeitenden stärker zu berücksichtigen, da auch ehemalige Mitarbeitende das öffentliche Bild des Unternehmens mitprägen.
Karriere/Weiterbildung
schwierig

