Zwischen gebrochenen Zusagen, gesundheitlicher Belastung und fehlender Wertschätzung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Nichts
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vor der Unterschrift meines Arbeitsvertrags wurde mir mündlich eine Gehaltserhöhung nach sechs Monaten versprochen. Schriftlich wollte man das damals jedoch nicht festhalten. Bis zu meinem Ausscheiden aus dem Unternehmen waren diese sechs Monate längst vorbei – genau genommen sogar weitere 28 – und bis dahin ist nichts passiert.
Vor knapp einem Jahr erhielt ich zudem die Diagnose einer chronischen Erkrankung. Sowohl meine Gesundheit als auch die ausbleibende Gehaltserhöhung haben mich dazu bewegt, mich beruflich neu auszurichten und eine meiner Nebentätigkeiten weiter auszubauen. Statt mich in dieser Situation zu unterstützen und gemeinsam nach einer tragfähigen Lösung bis zu meinem sicheren Ausscheiden zu suchen, wurde beschlossen, mein Home-Office zu streichen und mich zur täglichen Präsenzarbeit zu verpflichten – trotz über 86 km Fahrtweg pro Strecke. Gleichzeitig untersagte man mir genau diese sowie eine weitere Nebentätigkeit mit der Begründung, ich solle mich auf meine Aufgaben im Unternehmen konzentrieren und diesem erhalten bleiben.
Die gesamte Angelegenheit musste schließlich unter Begleitung des Betriebsrats geführt werden, da eine normale Kommunikation mit meinen Führungskräften kaum noch möglich war. Die entstandene Situation und die zunehmenden Schikanen belasteten mich gesundheitlich zusätzlich so stark, dass mein Arzt mich letztlich bis zum Jahresende krankschrieb.
Parallel dazu fand ein Betriebsübergang in ein anderes Unternehmen statt, dem ich selbstverständlich widersprochen habe. Daraufhin erhielt ich die Kündigung. Entgegen der ursprünglichen Mitteilung war diese jedoch nicht auf den 31.12.2025 datiert, sondern auf den 31.03.2026 – also weitere drei Monate in diesem Unternehmen. Da zusätzliche Monate unter diesen Bedingungen meiner Gesundheit weiter geschadet hätten, wurde ich auch bis dahin krankgeschrieben.
Selbst nach meinem Ausscheiden hörten die Probleme nicht auf. Die Agentur für Arbeit wartete trotz mehrfacher Erinnerungen fast zwei Monate auf die notwendigen Arbeitsbescheinigungen. Auch weitere Unterlagen wurden mir über lange Zeit nicht zugesandt. Als ich unter anderem schließlich mein Arbeitszeugnis erhielt, wurde meine Leistung nach all den Ereignissen lediglich mit „befriedigend“ bewertet – eine weitere große Enttäuschung. Zusätzlich verzögerte sich aufgrund der verspätet eingereichten Arbeitsbescheinigungen die Bearbeitung meines Anspruchs auf Arbeitslosengeld. Während dieser Zeit musste ich auf Leistungen warten, obwohl die erforderlichen Bescheinigungen längst hätten vorliegen können. Besonders enttäuschend war auch die Abrechnung meiner noch offenen Überstunden und Urlaubsansprüche nach meinem Ausscheiden. Statt diese regulär über meine Steuerklasse 1 abzurechnen, erfolgte die Auszahlung unter Anwendung der Steuerklasse 6. Dadurch wurden höhere Steuerabzüge vorgenommen, sodass mir ein Teil des von mir bereits erarbeiteten Geldes nicht ausgezahlt wurde. Um diesen fehlenden Betrag zurückzuerhalten, bleibt mir nun fast nichts anderes übrig, als auf die Bearbeitung meiner Steuererklärung und die anschließende Erstattung durch das Finanzamt im Jahr 2027 zu warten, obwohl die Ursache hierfür allein in der Art der Abrechnung durch das Unternehmen liegt.
Es ist erschütternd zu erleben, wie wenig Versprechen, Fairness und Menschlichkeit manchmal zählen. Gesundheit, Respekt und Verlässlichkeit sollten im Arbeitsleben keine Extras sein – sondern selbstverständlich.
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