Enttäuschend
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gibt keinen extremen Leistungsdruck, und Fehler werden nicht sofort hart sanktioniert. Zudem sind die Produktionshallen relativ neu und bieten gute Arbeitsbedingungen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es wird kaum Wert darauf gelegt, eine fachkompetente und stabile Belegschaft aufzubauen. Dadurch fehlen langfristige Perspektiven, und wertvolle Projekte für die Zukunft können nicht richtig geplant werden. Man weiß nie, wer als nächstes kündigt, was immer wieder zu Neuaufbau, Zeitverlust und Frustration führt.
Zudem fehlt es komplett an Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern. Weder gibt es Anreize zur Motivation noch spürbare Anerkennung für die geleistete Arbeit. Die Belegschaft wird als austauschbar behandelt, anstatt sie aktiv zu fördern und zu halten.
Verbesserungsvorschläge
Faire und wettbewerbsfähige Gehälter zahlen. Die Löhne sollten der Verantwortung und Leistung entsprechen, um gute Fachkräfte zu halten und langfristig zu motivieren.
Arbeitsklima nachhaltig verbessern. Zufriedene Mitarbeiter leisten bessere Arbeit. Statt nur das Nötigste zu tun, sollte die Geschäftsleitung aktiv an einer besseren Unternehmenskultur arbeiten.
Transparente Kommunikation und ehrliche Zahlen. Zahlen sollten nicht nur so präsentiert werden, dass sie Boni verhindern. Eine offene und ehrliche Kommunikation schafft Vertrauen und Motivation.
Arbeitsatmosphäre
Das Verhalten des Managements gegenüber den Mitarbeitern ist demotivierend. Entscheidungen werden oft über die Köpfe der Belegschaft hinweg getroffen, und konstruktive Kritik wird ignoriert. Wertschätzung oder echtes Interesse an den Mitarbeitern sind kaum erkennbar.
Betriebsklima sehr schlecht.
Image
Nach außen wirkt das Unternehmen wie ein Top-Arbeitgeber insbesondere durch seine Tätigkeit im medizintechnischen Bereich. Doch intern sieht es ganz anders aus. Die meisten Mitarbeiter identifizieren sich nicht mit der Firma mit Ausnahme einiger weniger die dem Management oder dem Betriebsleiter nahestehen und davon profitieren.
Auch unter den Auszubildenden ist das Image schlecht. Viele vergleichen ihre Situation mit Mitschülern in anderen Unternehmen und stellen fest, dass sie dort bessere Bedingungen hätten. Das Unternehmen tut nichts, um Mitarbeiter oder Azubis langfristig zu binden oder für sich zu gewinnen.
Work-Life-Balance
Für die Produktionsmitarbeiter kann man eher von einer Work-Work-Balance sprechen von „Life“ ist da wenig zu sehen.
Während einige Mitarbeiter die sich kaum einbringen, großzügig von Homeoffice profitieren, müssen andere jede Minute rechtfertigen. Besonders diejenigen mit guten Beziehungen zum Betriebsleiter können sich ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten, während bei anderen streng auf Pünktlichkeit geachtet wird.
Ein zusätzliches Ärgernis ist das Zeiterfassungssystem das fehlerhaft und veraltet ist. Viele Mitarbeiter verlieren regelmäßig Stunden, weil das System manuell korrigiert werden muss. Wer nicht aufpasst, hat am Monatsende weniger Arbeitszeit erfasst als tatsächlich geleistet. Eine untragbare Situation, die für zusätzliche Frustration sorgt.
Karriere/Weiterbildung
Karriereperspektiven sind kaum vorhanden, und Weiterbildungen werden nicht gefördert. Nur wenige, die sich strategisch gut positionieren, profitieren davon. Generell wird auf Schulungen und Fortbildungen wenig Wert gelegt, man hält sie für unnötig und sieht darin nur unnötige Kosten. Persönliche und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten? Fehlanzeige.
Gehalt/Benefits
Die Gehälter entsprechen in keiner Weise der Verantwortung und sind in der Region mit die niedrigsten. Sozialleistungen gibt es praktisch keine. Das einzig Positive: Die Gehälter werden pünktlich ausgezahlt. Ansonsten lässt die Vergütung stark zu wünschen übrig, was sich auch auf die Motivation der Mitarbeiter auswirkt die meisten tun nur noch das Nötigste.
Dieses Verhalten trägt maßgeblich zur hohen Unzufriedenheit und Fluktuation bei.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wird nur das Nötigste getan, um gesetzliche Vorgaben oder externe Vorschläge zu erfüllen. Eigeninitiative für Umwelt- und Klimaschutz ist nicht erkennbar.
Nachhaltigkeit und soziales Engagement scheinen keine Priorität zu haben.
Kollegenzusammenhalt
Trotz der fehlenden Wertschätzung durch das Unternehmen ist der Kollegenzusammenhalt überraschend gut. Die Mitarbeiter unterstützen sich gegenseitig, arbeiten ehrlich und direkt miteinander was in diesem Umfeld umso bemerkenswerter ist.
Es ist fast schon verwunderlich, dass die Stimmung unter den Kollegen nicht längst gekippt ist, denn die hohe Fluktuation, insbesondere in der Produktion, zeigt, dass viele Mitarbeiter keine Zukunft mehr im Unternehmen sehen. Dass dennoch einige motiviert bleiben und ein gutes Miteinander pflegen, ist wohl der einzige Lichtblick in der Firma.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Mitarbeiter werden kaum eingestellt, höchstens als Aushilfen oder Rentner mit Nebenjobs. Langdienende Kollegen erfahren so gut wie keine Wertschätzung. Wer 20 oder 30 Jahre im Unternehmen bleibt, bekommt vielleicht einen 50-Euro-Gutschein oder einen Obstkorb mehr Anerkennung gibt es nicht. Angesichts der langen Betriebszugehörigkeit vieler Mitarbeiter ist das enttäuschend und demotivierend.
Vorgesetztenverhalten
In einigen Abteilungen funktioniert es gut, doch auf höherer Ebene ist das Verhalten der Vorgesetzten problematisch. Der Betriebsleiter umgibt sich mit einem engen Kreis von Mitarbeitern, die ihm Informationen zutragen auch über Kollegen. Vertrauliche private Themen werden in Gesprächen weitergegeben und sogar abfällig kommentiert.
Das Management lebt eine klare Zweiklassengesellschaft, Verwaltung und Produktion sind völlig voneinander getrennt. Während sich einige Führungskräfte durch Firmenvorteile bereichern, bleibt die Wertschätzung der Belegschaft auf der Strecke. Vertrauen in die Vorgesetzten? Fehlanzeige.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind grundsätzlich gut. Die Produktionsräume sind modern, sauber und technisch auf dem neuesten Stand. Allerdings erfordert die Arbeit strenge Hygienemaßnahmen mit Haarnetz, Mantel und kompletter Schutzausrüstung. Wer kein Problem mit solchen Bedingungen hat, ist hier richtig.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist mangelhaft und wirkt wenig transparent. Zwar werden Erfolge und Gewinne kommuniziert, doch sobald es um Prämien, Boni oder Tantiemen geht, werden die Zahlen so präsentiert, als würde das Unternehmen gerade noch die Kosten decken. Messebesuche und neue Kunden werden betont, doch spürbare Ergebnisse fehlen.
Hinzu kommt, dass der CEO den Eindruck vermittelt, die Mitarbeiter für nicht besonders intelligent zu halten. Kritisches Hinterfragen scheint nicht erwünscht, und es wirkt so, als ob man davon ausgeht, dass ohnehin niemand die präsentierten Zahlen durchschaut. Das verstärkt das Misstrauen und die Frustration in der Belegschaft.
Gleichberechtigung
Schwer zu bewerten, da die meisten Frauen in der Produktion arbeiten und dort kaum Aufstiegsmöglichkeiten haben. In höheren Positionen sind Frauen selten vertreten. Es wirkt eher so, als würden sie in der Produktion „festgehalten“, während Karrieremöglichkeiten hauptsächlich Männern vorbehalten bleiben. Wiedereinstieg oder Förderung? Fehlanzeige.
Interessante Aufgaben
Die Arbeitsbelastung ist ungleich verteilt einige Mitarbeiter leisten deutlich mehr als andere. Einfluss auf das eigene Aufgabengebiet besteht nur bedingt, denn wenn dem Betriebsleiter etwas nicht passt, wird es ohne Rücksicht angepasst.
Im technischen Bereich fehlt es zudem an Fachkompetenz für die Umsetzung wichtiger Themen. Mitarbeiter werden in Entscheidungen nicht einbezogen, da ihre Meinung als unwichtig betrachtet wird. Es herrscht die Haltung: „Wir entscheiden, ihr führt aus.“