Viele gute Leute – aber eine Agentur, die man lieber meidet.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Tolle Kolleg:innen, auf deren Unterstützung man sich meist verlassen konnte.
Donnerstags gab es kostenlosen Kaffee – immerhin ein kleiner Lichtblick.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es gab mehrere Kündigungswellen – insgesamt drei – bei der letzten wurde ein großer Teil der Belegschaft entlassen. Die Entscheidung, wer bleiben durfte, wirkte teils willkürlich. Wer still Überstunden schob, war offenbar „sympathischer“.
Besonders bitter: Nur wenige Wochen später wurden exakt die gleichen Stellen wieder ausgeschrieben.
Die Creative-Geschäftsführung ist menschlich wie organisatorisch überfordert. Es mangelt an Führungsqualität, Empathie und Klarheit.
Feedback ist meist negativ oder abwertend, Lob gab es kaum. Konstruktive Kommunikation? Fehlanzeige.
Der Anspruch: Ideen, die möglichst nichts kosten und dennoch Gold gewinnen – das Ganze bitte sofort.
Überstunden, Wochenendarbeit und spontane Nachtschichten sind quasi Teil des Konzepts. Wer auf seine Grenzen achtet, wird dafür nicht gerade belohnt.
Nach intensiven Pitchphasen gab es keine Pause, im Gegenteil: Die Belastung wurde weiter hochgehalten. Einige Kolleg:innen mussten sich krankmelden, um überhaupt mal zur Ruhe zu kommen.
Für Brainstormings wurde sogar die Mittagspause zweckentfremdet – das wirkte weniger freiwillig als es dargestellt wurde.
Die Agentur hat sich über die Jahre personell selbst ausgedünnt, während die Anforderungen für die Verbliebenen ständig stiegen.
Jeder, der einen Arbeitgeber sucht, bei dem er wirklich Freude an seiner Arbeit haben möchte, sollte einen großen Bogen um diese Agentur machen. Ich persönlich habe hier den Spaß an meinem Beruf verloren – und bin damit nicht allein. Intern hieß es oft: „Das Beste, was einem passieren kann, ist, von Saint Elmo’s gekündigt zu werden.“ Ein Satz, der leider viel Wahres enthält.

