Gut am Arbeitgeber finde ich
- Sehr entspannte Ausbildung, wenn man Arbeit nicht mag
- hohe Ausbildungsvergütung
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- für sich selbst lernt man fast nichts dazu, die Zeit könnte man sehr viel sinnvoller nutzen
- PCs sind gerade an Azubiarbeitsplätzen sehr alt oder gar nicht vorhanden
- keine Gleitzeit, in welchem Zeitalter leben wir denn, dass Büroangestellte feste Arbeitszeiten haben?
- Uralte Denkstrukturen gerade bei älteren Kollegen und kein Bereitschaft für Veränderung
Verbesserungsvorschläge
Die Personalabteilung sollte sich überlegen warum im Betrieb überhaupt Azubis ausgebildet werden und Maßnahmen ergreifen, sodass aus den Azubis wieder arbeitsfähige Angestellte werden.
Arbeitsatmosphäre
Das Betriebsklima ist aktuell sehr schlecht. Es liegt einfach daran, dass kaum Informationen zu Unternehmensentscheidungen weitergegeben werden. So fühlt man sich oft schlecht behandelt und benachteiligt, da man die Entscheidungen nicht nachvollziehen kann. Azubis gegenüber sind die Abteilungen sehr unterschiedlich eingestellt. Viele Abteilungen bekommen ihre Azubis von der Personalabteilung einfach „aufgezwungen“, obwohl die überhaupt keine Azubis gerade benötigen. Das liegt daran, dass sich Personalabteilung und Ausbildungsabteilungen nicht absprechen. Als Azubi gerät man da gerne mal zwischen die Fronten.
Die Abteilungen haben dann erst Recht keine Lust sich mit dem Azubi auseinanderzusetzen; Daraus ergeben sich die schier unendlichen Frühstückhol-/ und Kopieraufgaben.
Karrierechancen
Nach der Ausbildung werden die Azubis meistens für 1 Jahr befristet übernommen, bei unliebsamen Azubis findet man Wege diese schon eher loszuwerden.
Nach der Ausbildung ist es sehr schwierig Fuß zu fassen. Die meisten werden für traurige Routineaufgaben eingesetzt, für anspruchsvolle Aufgaben zieht man dann lieber einen Externen vor. Hier gilt "Einmal Azubi, immer Azubi". Man kann sich kaum weiterentwickeln, da einem niemand etwas zutraut und für anspruchsvolle Aufgaben wird nach Außen hin nach Talenten Ausschau gehalten.
Arbeitszeiten
Es gibt feste Arbeitszeiten, die über eine Stechuhr kontrolliert werden. Die Stechuhr rechnet nur in 15 Minuten Schritten, kommt man also 5 Minuten zuspät, dann werden 15 Minuten Abwesenheit gebucht, kommt man 17 Minuten zuspät werden 30 gebucht... Am Abend genauso, es wird also in beiden Richtungen im Nachteil des Azubis gebucht.
Dazu kommt, dass die Arbeitszeiten sehr starr sind, unter den Azubis ist es mittlerweile normal sich für Arzttermine einen ganzen Tag Urlaub zu nehmen...
Überstunden fallen in den Abteilungen nie an (wofür auch, meistens sitzt man auch einfach nur so blöd rum). Trotz allem werden die meisten Veranstaltungen so gelegt, dass sie in der Freizeit stattfinden (aber Pflicht sind) und somit weder bezahlt noch abgefeiert werden können. Beispiele dafür sind der sinnlose Englischunterricht, die Weihnachtsfeier und andere Vorträge.
Ausbildungsvergütung
Es wird nach Tarif bezahlt, die in dieser Branche bei Azubis sehr hoch ausfällt. Das Weihnachtsgeld wird aber in Abhängigkeit von den Krankheitstagen gekürzt. Mag vielleicht legal sein, aber hilft nicht der allgemeinen Motivation, wenn nur nach Anwesenheit und nicht nach Leistung bezahlt wird.
Die Ausbilder
Die Ausbilder sind wirklich stark überarbeitet und können sich kaum um die Azubis kümmern. Es gibt über die gesamte Ausbildung hinweg keine persönlichen Gespräche. Daher wissen die Ausbilder auch nicht was ihre Azubis in den Abteilungen überhaupt „arbeiten“.
Zu einem Gespräch wird man nur gebetene, wenn wirklich etwas schief gelaufen ist. Dann wird die Schuld aber grundsätzlich auf den Azubi geschoben, dieser hätte sich ja schließlich darum im Vorfeld kümmern müssen…
Die Ausbilder in den Abteilungen wissen meistens gar nichts mit den Azubis anzufangen und erfüllen ihre Aufgabe als solche eigentlich nie wirklich.
Spaßfaktor
Der Spaßfaktor hält sich sehr in Grenzen. Ich musste mich die ganze Ausbildung über in den Betrieb quälen und dort meine Zeit rumbringen, da es fast nie interessante Aufgaben gab. Die Kollegen achten sehr darauf, keine anspruchsvollen Aufgaben an Azubis zu geben, da sie sonst vor ihrem Chef mit dem Azubi in Konkurrenz treten würden.
Aufgaben/Tätigkeiten
Die Hauptaufgaben eines Azubis hier sind das tägliche Frühstückholen und Kaffeekochen. Im Betrieb gibt es eine eigene Kantine aus der sich die Kollegen ihr Frühstück von Azubis bringen lassen – auch wenn ihr Büro keine 5 Gehminuten entfernt ist.
Wenn man überhaupt noch etwas Anderes macht, dann sind das meistens nur Kopier- oder Scanaufgaben. Man muss schon froh sein, wenn man mal bei einem Kollegen mal zusehen darf während er seine Routineaufgaben macht. Die Aufgaben sind also ziemlich öde und eintönig und dazulernen kann man hier nichts. Spricht man die Abteilung darauf an, kommen immer die Standardaussagen „Lernen Sie halt was für die Schule zwischendurch.“
Variation
Ein großer Vorteil an diesem Betreib ist, dass man während der Ausbildung viele Abteilungen sieht und gut rumkommt. Schade ist eher, dass man dabei nicht wirklich mitbekommt, was die Abteilungen eigentlich für eine Funktion haben. Da man auch nie angelernt wird, bleibt es beim kopieren/scannen und im Endeffekt wechselt man zwar Abteilung und Kollegen, aber nicht die Arbeit.
Respekt
Von Abteilung zu Abteilung sehr unterschiedlich. Es gibt Kollegen die auf Fragen sehr freundliche Antworten, es gibt aber auch Kollegen bei denen man von vorn herein einfach unten durch ist.