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SARSTEDT 
AG 
& 
Co. 
KG
Bewertung

Fragliche Führungskompetenzen - gute Mitarbeitervorteile

2,5
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2024 im Bereich Produktion bei Sarstedt AG & Co. KG in Nümbrecht gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Bezahlung und Sozialleistungen. Es gibt Infotafeln, auf denen Veränderungen etc im Unternehmen bekanntgegeben werden.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Führungskompetenzen, fehlende Rationalität und Kommunikation, unreflektierte Entscheidungsfindungen.

Es ist auch keine Seltenheit, dass man drei Führungskräften morgens dabei zusehen muss, wie sie die Maschinenbelegung eine Viertelstunde lang organisieren, während sich das Team dahinter darüber lustig macht (verständlicherweise).

Ebenso finde ich schlecht, dass ich einige Passagen meiner Bewertungen löschen musste, da diese "unwahr" seien. Ich möchte betonen, dass es sich bei Bewertungen stets um subjektive Erfahrungen und darauf basierte Meinung handelt. Hierfür hätte ich gerne noch einen Stern in meiner Bewertung abgezogen, da ich nicht offenlegen darf/durfte, was mir tatsächlich widerfahren ist.

Verbesserungsvorschläge

Insgesamt ging es mir um die Führungskompetenzen, die stark ausbaufähig sind. Diese sollten regelmäßig überprüft werden, beispielsweise durch Mitarbeiterbefragungen. Ebenso sollten regelmäßige Feedback-Gespräche eingeführt werden, damit Mitarbeiter auch mal einen neuen Blickwinkel auf ihre Arbeit erhalten. Dies kann auch dazu verhelfen, dass befristet angestellte Mitarbeiter nicht am Ende ihrer zweijährigen Vertragslaufzeit vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Hier sehe ich einen großen Mehrwert für das Unternehmen.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre war stark davon geprägt, mit welchen Kollegen man zusammenarbeitete. Führungskräfte (besonders Schichtführer) ließen einen bei der Planung der Maschinenbelegung schon merken, ob man gemocht wurde oder nicht. Ebenso wurde im Team viel negativ über andere Mitarbeiter gesprochen. Hierbei ging es stets um persönliches Empfinden von "Ungerechtigkeit" oder subjektiv bewerteter mangelhafter Ausführung der zu erledigenden Tätigkeit des anderen. Persönliche Probleme oder Meinungen wurden nie mit der betreffenden Person besprochen, sondern lediglich mit anderen, was zu einer unangenehmen Arbeitsatmosphäre führen konnte. Ebenso verhielt es sich mit einigen Führungskräften, die dort langjährige Kollegen beim Lästern unterstützten. Schlussendlich wurde mein befristeter Vertrag beendet. Nach einem ausführlichen Gespräch mit meinem Abteilungsleiter habe ich auch erfahren, dass die hier geschilderten Erfahrungen dazu geführt haben sollen.

Image

Das Image des Unternehmens ist im Großen und Ganzen aufgrund der guten Bezahlung und der weiteren Leistungen nach Außen hin gut. Jedoch wird man schnell mit der Realität konfrontiert, sobald man dort arbeitet.

Work-Life-Balance

So wie es mit der 3-Schicht-Arbeit ist und gern gesehener Wochenendarbeit (sofern sie stattfindet), bleibt die Work-Life-Balance im Ermessen der jeweiligen Person. Für mich gab es gute und schlechte Tage. Nachtschichten werden meist in zwei aufeinanderfolgende Wochen verrichtet.

Karriere/Weiterbildung

Da ich lediglich in der Produktion tätig war, kann ich diesen Punkt nur eingeschränkt bewerten. Als ich Interesse an einer Schulung äußerte, die gleichzeitig meinem Studium und im späteren Verlauf dem Unternehmen zugute gekommen wäre, wurde dies abgelehnt.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt ist überdurchschnittlich gut. Man erhält Gutscheinkarten, die jeden Monat aufgeladen werden, gute Zuschläge und ein solides Grundgehalt. Ebenso gibt es viele medizinische Leistungen, die von festangestellten Mitarbeitern in Anspruch genommen werden können.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Schwierig zu bewerten. In meinem zwei Jahren dort habe ich beispielsweise den Bau von Vogelhäusern durch eine Behindertenwerkstatt erlebt, was ich positiv empfand. Umwelttechnische Aspekte sind fraglich in einer Kunststoffproduktion. Der Müll wird beispielsweise gut getrennt (auch wenn das von einigen Mitarbeitern nicht immer so gehandhabt wurde).

Kollegenzusammenhalt

Sofern man sich mit jedem gut verstehen kann, selten seine eigene Meinung kommuniziert (besonders, wenn diese gegen die Meinung der anderen spricht) und stets "Ja" und "Amen" sagt, hat man hier gute Karten beim Thema Kollegenzusammenhalt. Man merkt allerdings auch schnell, wenn negativ über einen geredet wird. So wird beispielsweise nicht viel geholfen, Ablösen für eine Toilettenpause sind nur schwer zu kriegen. Sofern Probleme mit der Maschine bestehen und man aktuell Stau hat, wird sich in die Ecke gestellt und dabei zugesehen, wie man selbst scheitert. Ein Ansprechen dieser Problematik wurde abgewunken und von den Führungskräften nicht akzeptiert, da diese mehr Wert auf die Meinung der langjährigen Kollegen legten und nicht über rationales und kritisches Denken verfügten.

Umgang mit älteren Kollegen

Grundsätzlich kann ich den Umgang mit älteren Kollegen nur eingeschränkt bemängeln. Es wird darauf geachtet, dass diese keine schweren Tätigkeiten verrichten und sind daher meist beim Quatschen zu beobachten. Sie haben viel Wissen, welches sie gerne mitteilen und von dem man viel lernen kann. Jedoch haben sie auch viel Macht, da ihre Meinung schwerer wiegt als die der neueren Mitarbeiter (bzw. sogar der Wahrheit). Man sollte sich also stets versuchen gut zu halten mit diesen Mitarbeitern, um nicht seinen Job zu verlieren.

Vorgesetztenverhalten

Wie bereits beim Kapitel "Kommunikation" angesprochen, ließ das Verhalten des Abteilungsleiters sowie von den weiteren Führungskräften zu Wünschen übrig. Es gab zum Beispiel keine konstruktiven kritischen Äußerungen und keine Feedback-Gespräche mit Mitarbeitern mit befristeten Verträgen, jedoch ein offener Umgang mit den "Lieblingskollegen". Es ist nicht selten, dass Schichtführer und "Lieblingskollegen" für einige Minuten (und ich meine mind. 30 Minuten) dabei zu beobachten waren, wie über Gott und die Welt gesprochen wurde. Die Kompetenzen der Vertretung des Abteilungsleiters wurden von der gesamten Abteilung hinterrücks in Frage gestellt. Insgesamt hätte ich mir mehr Feedback und Offenheit gewünscht, was meiner Meinung nach einen hohen Schulungsbedarf aufweist. Letztendlich hätte ich den Betriebsrat aufsuchen sollen, jedoch saß der Schock so tief, dass ich nicht an diese Option dachte.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen sind grundsätzlich gut, allerdings auch stark vom Team abhängig. Ich persönlich habe die Arbeitsbedingungen insgesamt als gut befunden. Es ist sauber und die Kantine der Firma ist eine Empfehlung für jede Mittagspause.

Kommunikation

Das Thema Kommunikation kam in meiner Abteilung definitiv zu kurz. Wie bereits beim Kapitel "Arbeitsatmosphäre" angesprochen, konnten die kollektiven negativen Äußerungen über andere Personen stark belasten. Das Lästern untereinander wurde immer weiter hochgeschaukelt, sodass eine übergreifende schlechte Darstellung anderer Personen den Abteilungsleiter erreichte. So traf es auch mich. Allerdings habe ich auch andere Fälle mitbekommen, die sehr ähnlich abliefen. Der Abteilungsleiter hatte sich in diesem Fall die Meinungen der Führungskräfte sowie außenstehender Personen eingeholt, jedoch nicht meine. Der Grund dafür sei die zeitliche Knappheit in der Entscheidungsfindung gewesen. Schlichtweg eine Ausrede und ein Zeichen für mangelnde Führungskompetenzen. Die Kommunikation mit mir war somit gleich Null und im Endeffekt wurde ich vor vollendete Tatsachen gestellt - kein Festvertrag. Als ich Tage nach dieser Entscheidung mit meinem Abteilungsleiter sprach, erklärte er mir seine Sicht des Vorgangs und suchte sich in Ausreden. Ein nachträgliches Bereuen der Entscheidung wurde mir beteuert. Die Entscheidung sei jedoch nicht rückgängig zu machen (doch, das wäre sie).

Gleichberechtigung

Die Gleichberechtigung in meiner ehemaligen Abteilung ist fraglich. Die Aufgaben zwischen Männern und Frauen sind meist ungleich verteilt, sodass Männer die Maschinen mit schwereren Aufgaben/Kartonage erhalten haben. Ebenso lässt sich die Gleichberechtigung aus meinen zuvor hervorgebrachten Erfahrungen eher verneinen. Es gibt Mitarbeiter, die definitiv mehr leisten als andere und das bei gleicher Bezahlung.

Interessante Aufgaben

Zwischen Maschinenbedienung, Einarbeitung neuer Mitarbeiter und dem Putzen gab es leider keine interessanten Aufgaben.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.