Gute Firma, um die Niederlassung München sollte man jedoch einen großen Bogen machen.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Besonders positiv aufgefallen ist die außerordentliche Belastbarkeit der Mitarbeitenden, ein Qualitätsmerkmal, das sich offenbar nicht trotz, sondern wegen der Arbeitsbedingungen entwickelt hat.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das schlechte Image spricht sich in München inzwischen wirklich erschreckend schnell herum, aber da ist bestimmt absolut gar nichts dran ;-). Reiner Zufall natürlich, dass in den letzten drei Jahren gefühlt mehr Mitarbeiter gegangen sind als geblieben. Aber immerhin: Die Leitung beherrscht eine Sache wirklich perfekt, sich aus allem herauszureden. Das muss man auch erstmal so konsequent durchziehen können.
Zu der Führung in München muss man eigentlich nicht mehr viel sagen, dafür gibt es ja bereits die restlichen Bewertungen.
Selten auf dieser Plattform erlebt, dass sich so viele Menschen unabhängig voneinander plötzlich exakt dieselben Dinge „ausdenken“. Wirklich beeindruckende Teamleistung.
Vorgesetztenverhalten:
Anmerkungen gäbe es genügend. Da kritische Stimmen hier jedoch scheinbar keine allzu verlässliche Halbwertszeit genießen, reicht ein Blick in die älteren Rezensionen vollkommen aus. Die sagen bereits alles erschreckend präzise.
Da hilft auch kein Statement der Personalabteilung „wir nehmen solche Dinge sehr ernst“, warum ändert sich dann nichts. Mittlerweile haben so gut wie alle alten Objektleiter, Techniker und guten Führungskräfte wegen diverser Personen dort gekündigt, wacht endlich auf, so eine große Familie hat der Kapitän nicht, um den freien Fall aufzuhalten.
Die positiven Bewertungen vermitteln ein durchweg harmonisches Bild. In Kombination mit den deutlich kritischeren Erfahrungsberichten ergibt sich für Interessierte jedoch ein insgesamt differenzierter Eindruck, der Raum für eigene Schlussfolgerungen lässt ;-).
Verbesserungsvorschläge
Natürlich wird alles besser, wenn man weiterhin jede Stimme ignoriert und Führung nach dem Prinzip „Augen zu, Ohren zu, weiter so“ betreibt. Der Weg nach unten scheint jedenfalls hervorragend organisiert, was die NL München angeht.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre dort ist wirklich einzigartig. Man merkt sofort: Motivation wird hier konsequent klein gehalten, damit niemand versehentlich gerne zur Arbeit kommt.
Kein Wunder, dass STÄNDIG Mitarbeiter gehen, manche verlassen eben lieber freiwillig das sinkende Schiff, bevor noch der Kapitän erklärt, warum das Wasser im Büro München eigentlich Teil der Unternehmenskultur ist.
Fehlende Kommunikation trägt maßgeblich zur Dynamik des Arbeitsalltags bei. Wer Aufgaben, Änderungen oder Entscheidungen rechtzeitig erfahren möchte, sollte idealerweise hellsehen oder zum bevorzugten Personenkreis gehören.
Der Kollegenzusammenhalt ist in Ordnung, vermutlich, weil gegenseitige Unterstützung dort unverzichtbar wird, wo Fairness unterschiedlich interpretiert wird und familiäre oder freundschaftliche Nähe offenbar eigene Betriebsvorteile mit sich bringt.
Work-Life-Balance: praktisch nicht vorhanden. 24/7 Mentalität ist eher Standard, Urlaub muss man sich gefühlt erbetteln. Hinzu kommt eine bemerkenswert selektive Fairnesskultur, in der Familienmitglieder und Freunde offensichtlich von deutlich besseren Rahmenbedingungen profitieren.
Gehalt/Benefits
Zu wenig für die Arbeitsleistung.
Arbeitsbedingungen
Schikanen gehörten dort leider zum Alltag. Wer sich gerne wie eine bloße Nummer behandeln lassen möchte, dürfte sich dort durchaus gut aufgehoben fühlen.
Besonders bemerkenswert ist, dass selbst grundlegende Strukturen und etablierte Prozesse in der Niederlassung München nicht gelebt werden. Dies ist umso erstaunlicher, als es eigens eine Qualitätsbeauftragte gibt, wobei man der Vollständigkeit halber erwähnen sollte, dass diese zugleich dem familiären Umfeld der Führung zuzuordnen ist. Insofern scheint der Begriff „Qualitätssicherung“ dort offenbar eine etwas individuellere Auslegung zu erfahren.
Selbst einfachste und aus meiner Sicht selbstverständliche Abläufe werden nicht eingehalten. Zwischen dem formulierten Anspruch an Qualität und der tatsächlichen Umsetzung besteht daher aus meiner Erfahrung eine durchaus bemerkenswerte Diskrepanz.
Gleichberechtigung
Man hat den Eindruck hat, dass Leistung, Regeln oder Fairness weniger zählen als familiäre Bindungen oder Nähe zur Führung.

