Potenzial wird durch veraltete Strukturen ausgebremst
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die des Öfteren erwähnten Bemühungen der Geschäftsleitung, des Betriebsrats und der Personalabteilung, den Mitarbeitenden faire Konditionen zu schaffen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die vorherrschende Mentalität, der Überfluss an unqualifizierten Führungskräften und die Tatsache, dass häufig nicht kunden- oder lösungsorientiert gehandelt wird. Hinzu kommt das extrem ausbremsende Verhalten einiger Abteilungen und Werke untereinander. Zugehörigkeit scheint oftmals mehr zu zählen als tatsächliche Kompetenz.
Auch die bestehenden Systeme bremsen häufig mehr, als dass sie unterstützen. Selbst der Versuch, Verbesserungen umzusetzen, führt nicht selten zu weiteren Hürden anstatt zu neuen Möglichkeiten.
Verbesserungsvorschläge
Stärkere Kontrolle und Bewertung der Führungskräfte – nicht nur anhand von Zahlen oder geschönt präsentierten Leistungen, sondern auch hinsichtlich ihrer Führungskompetenz und ihres Umgangs mit Menschen.
Zudem sollte ein positiverer Fokus gesetzt werden. Natürlich lassen sich notwendige Einsparungen leichter rechtfertigen, wenn regelmäßig negative Berichte veröffentlicht und die schlechte wirtschaftliche Lage Europas sowie die starke asiatische Konkurrenz hervorgehoben werden. Gleichzeitig werden dadurch jedoch Zukunftsängste in der Belegschaft geschürt und die Motivation sinkt.
Der Fokus sollte daher noch stärker auf gemeinsamen Zielen, einer positiven Mentalität sowie weiteren Optimierungen und Zukunftschancen liegen. Das sollte auch die zentrale Botschaft an die Mitarbeitenden sein.
Arbeitsatmosphäre
Negative Stimmung durch die Bank. Der Umgang vieler Führungskräfte mit den Mitarbeitenden ist katastrophal.
Image
Nach außen wirkt das Unternehmen gut, intern ist die Stimmung jedoch negativ und die Fassade bröckelt zunehmend. Wie im ganzen Land wird sehr viel gejammert. Die jüngeren Mitarbeitenden können sich mit den bestehenden Strukturen oft nicht identifizieren, während die älteren bei jeder noch so kleinen Veränderung aufschreien, als würde die Welt untergehen.
Meiner Meinung nach sollte stärker versucht werden, die Mitarbeitenden durch gemeinsame Ziele zu motivieren und wieder an einem Strang ziehen zu lassen, anstatt immer wieder die schwierige wirtschaftliche Lage in Europa in den Vordergrund zu stellen und den Erfolg einzelner Personen hervorzuheben.
Work-Life-Balance
Vertraglich gibt es Vertrauensarbeitszeit, aber einige Teamchefs setzen sich darüber hinweg und machen ihre eigenen Regeln. Von der Unternehmensführung wird einiges an Flexibilität geboten, sofern es die Position erlaubt. Allerdings wird häufig erwartet, dass man am Wochenende, bei Krankheit oder im Urlaub erreichbar ist oder E-Mails schreibt. Dies wird nicht immer direkt kommuniziert, aber häufig impliziert, dass dies durchaus erwartet werden könne.
Wirklich notwendig ist das absolut nicht. Es geht hier meiner Meinung nach lediglich um Selbstdarstellung.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt einen tollen Schulungskatalog mit einem breiten Angebot an wirklich guten Schulungen. Auch Azubis und motivierten Mitarbeitenden wird in angemessenem Umfang die Möglichkeit zur Weiterbildung geboten.
Allerdings gibt es auch Vorgesetzte, die motivierte Mitarbeitende ausbremsen und für ein ganzes Jahr lediglich 1,5–3 Stunden Weiterbildung genehmigen, obwohl die Schulungen für die aktuelle Tätigkeit nützlich und wichtig wären.
Gehalt/Benefits
Für die Region in Ordnung
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Für die Region wird viel getan, und auch bei individuellen Problemen der Angestellten werden gelegentlich Lösungen angeboten. Auf der anderen Seite entsprechen viele für Familien und gesundheitlich beeinträchtigte Menschen wichtige Arbeitsbedingungen nicht mehr modernen Standards.
Kollegenzusammenhalt
Viele Leute wirken eingeschüchtert. Die meisten handeln aus Selbstschutz und kämpfen für sich selbst. In wenigen Abteilungen gibt es einen wirklich starken Zusammenhalt.
Umgang mit älteren Kollegen
Obwohl sich einige über fehlende Altersteilzeitmodelle beklagen, werden ältere Mitarbeitende mit Respekt behandelt. Häufig werden Stabsstellen geschaffen oder besetzt, wodurch das Wissen und die Erfahrung der älteren Generationen weiterhin genutzt werden können.
Wichtig ist jedoch auch die Dauer der Betriebszugehörigkeit. Im Großen und Ganzen wirkt es so, als hätten die älteren Generationen weiterhin das Sagen.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten ist oft extrem unangemessen. Viele Vorgesetzte verhalten sich wie Könige, die ihre Macht als gottgegeben betrachten. Konstruktive Gespräche sind häufig nicht möglich. Bereits in meiner ersten Woche wurde mir gesagt: „Die Firma ist ein Königreich voller kleiner Fürstentümer, gewöhn dich lieber daran.“ Ich hätte damals nicht erwartet, wie sehr das tatsächlich der Fall ist.
Ich glaube allerdings nicht einmal, dass dahinter böse Absichten stecken. Ironischerweise halten sich viele Führungskräfte selbst für sehr kompetent, fair und gütig, verhalten sich aber komplett konträr dazu.
Arbeitsbedingungen
Aufgrund des Alters und der verschiedenen Anbauten gibt es eine große Bandbreite. Als modern kann man jedoch keinen der Räume bezeichnen. Es gibt viele Büros ohne Klimaanlage (über 35 grad an einzelnen Sommertagen) und mit schlechter Isolierung, Räume, in die die Abluft der Zigarettenkabine zieht, sowie weitere Begleiterscheinungen des alternden Gebäudes, wie beispielsweise gelegentlichen Wassereintritt von außen.
Kommunikation
Es wird viel zu viel geredet und viel zu wenig umgesetzt. Die wichtigen Informationen gehen in der Flut an Überinformation unter. Aufgaben werden nach Fertigstellung immer wieder verworfen, mehrfach von vorne begonnen und am Ende landet man doch wieder bei der ursprünglichen Version.
Gleichberechtigung
Historisch bedingt gibt es viele Männer in Führungspositionen. Ich würde es nicht als gleichberechtigt bezeichnen, allerdings auch nicht als schlechter als im gesellschaftlichen Durchschnitt.
Interessante Aufgaben
Es gibt spannende Aufgabenfelder im Vertrieb, allerdings betreut der Großteil das hart umkämpfte „Altgeschäft“. Letztlich hängt es stark davon ab, welche Position man innehat.