Wie konnte die Firma so lange überleben?
Gut am Arbeitgeber finde ich
Überstunden konnten zuverlässig abgegolten werden, unterstützt durch eine Stempeluhr.
Gehalt lag im Branchendurchschnitt.
Die Kollegen waren durchweg freundlich und es gab keine Intrigen oder Hinterlist.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die kühl-distanziierte Arbeitsatmosphäre mit wenig Teamzusammenhalt und mangelnder gegenseitiger Unterstützung.
Enttäuschendes Vorgesetztenverhalten mit wenig Zuhören und Tendenz, Worte umzudeuten.
Unprofessionelle Arbeitsbedingungen in einem umgebauten Familienhaus ohne Modernisierungen.
Fehlende Weiterbildungschancen
Verbesserungsvorschläge
Büroräume modernisieren (z. B. höhenverstellbare Schreibtische) und den Umzug in professionelle Räume vorantreiben.
Weiterbildungen regelmäßig anbieten und Mitarbeitervorschläge dazu einholen, ohne Kritik daran.
Gehalt an Branchenstandards anpassen und Sozialleistungen wie Firmenwagen zuverlässig umsetzen.
Den Kollegenzusammenhalt stärken, z. B. durch gegenseitige Hilfsangebote und Teambuilding-Maßnahmen.
Vorgesetztenverhalten schulen, um echtes Zuhören und konstruktives Feedback zu ermöglichen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war distanziert und wenig herzlich. Die Zusammenarbeit erfolgte weitgehend individuell, wobei jeder seinen Aufgaben nachging. Positiv anzumerken ist jedoch, dass es gelegentlich unterhaltsame Momente gab.
Image
Zum Image des Unternehmens kann ich nicht viel Konkretes sagen. Es wirkt nach außen positiv, was durch die zunehmende Nutzung von Social-Media-Kanälen weiter gestärkt wird.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance wurde vom ehemaligen Chef als moderner Unfug abgetan.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmaßnahmen wurden nicht aktiv angeboten. Eine Initiative, bei der aktiv auf die Mitarbeiter zugegangen wurde, gab es nur einmal, führte jedoch zu keinem Ergebnis. Mitarbeiter, die lediglich das Essen auf einer Veranstaltung als gut empfanden (ohne die Veranstaltung inhaltlich zu bewerten), wurden dafür negativ kommentiert. Dies zeugte von wenig Unterstützung für berufliche Entwicklung.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt lag im Branchendurchschnitt, erschien mir jedoch etwas zu niedrig. Positiv ist, dass Überstunden abgegolten werden konnten; es gab eine Stempeluhr, die allerdings nicht sekunden genau funktionierte. Ein Firmenwagen wurde zwar versprochen, letztlich aber nicht umgesetzt. Zudem lagen die Urlaubstage unter dem Branchenschnitt von 30 Tagen. Weitere Sozialleistungen fielen nicht besonders aus dem Rahmen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wurde Pappe separat entsorgt und der Gelbe Sack korrekt genutzt. Weitere Maßnahmen fielen mir nicht ins Auge.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war durchwachsen. Die Kollegen waren freundlich und es gab keine negativen Intrigen, soweit ich das mitbekommen habe. Eine gegenseitige Unterstützung fehlte jedoch in der Praxis oft.
Umgang mit älteren Kollegen
Hier war alles positiv: Der einzige ältere Kollege wurde gleichberechtigt und respektvoll behandelt, ohne dass ich negative Aspekte feststellen konnte.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten war enttäuschend und entsprach nicht meinen Vorstellungen von einer vorbildlichen Führungskraft. Die beiden verbleibenden Vorgesetzten zeichneten sich durch mangelnde Empathie aus: Sie hörten selten wirklich zu und neigten dazu, Worte umzudeuten. Dies erschwerte eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erheblich.
Arbeitsbedingungen
Die Büroräume befanden sich in einem umgebauten Familienhaus: Im Erdgeschoss lagen die Arbeitsplätze inklusive eines ehemaligen Wohnzimmers mit Kamin und Holzvertäfelung an der Decke – quasi sofort wieder bezugsfertig als Wohnraum, wenn die PCs entfernt würden. Im Keller war der Hardware-Lagerraum, im Obergeschoss wohnte die Tochter des Chefs. Die Räumlichkeiten wurden über die Jahre kaum renoviert; es fühlte sich wie eine Notlösung an, die man hätte besser ausbauen können. Es fehlten höhenverstellbare Schreibtische; die Hardware (Tablets mit Dockingstationen) war akzeptabel, allerdings waren die Monitore seit längerer Zeit nicht erneuert worden. Das Unternehmen sucht seit Jahren nach neuen Büroräumen, ohne konkrete Fortschritte.
Kommunikation
Die interne Kommunikation war kaum vorhanden. Obwohl von allen Seiten regelmäßig betont wurde, dass man mehr miteinander sprechen müsse, wurden entsprechende Maßnahmen nicht umgesetzt.
Gleichberechtigung
Die Frage nach der Gleichberechtigung ist branchentypisch schwer zu beantworten, da das Team ausschließlich aus Männern bestand. Erst bei der Besetzung einer neu geschaffenen Stelle bewarb sich eine Frau, die auch eingestellt wurde – trotz des Tenors des ehemaligen Chefs, dass Frauen primär zu Hause für die Kinder sorgen sollten. Es ist möglich, dass dies zu einer stillen Aussortierung weiblicher Bewerberinnen beigetragen hat.
Interessante Aufgaben
Die Aufgabenbereiche konzentrierten sich hauptsächlich auf Ticketbearbeitung und Telefonate. Gelegentlich gab es abwechslungsreichere Einsätze bei Kundenterminen vor Ort. Insgesamt fehlte es jedoch an anspruchsvollen oder innovativen Herausforderungen.