Tolle Agentur – schlechtes Onboarding.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitskollegen und das Gehalt. Die Lage der Agentur ist ebenfalls super. Der Fairness halber muss ich hier anmerken: Den Chef habe ich eigentlich, trotz allem, sehr gemocht.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Verhalten der Vorgesetzten. Die Spitze kam am Ende meiner Zeit bei Searchperts:
Ich fehlte gegen Ende aufgrund einer Infektion zwei Wochen. In Rücksprache mit meinem Chef schrieb man mir, dass ich, wenn ich mich fit genug fühle, vom Homeoffice aus arbeiten kann. Dies tat ich dann, da ich nicht noch länger fehlen wollte. Als ich meine Vorgesetzte dann um ein Gespräch bat, da ich in einer sehr schwierigen privaten Situation steckte, fragte sie mich, ob ich es gerne mache, einfach von der Arbeit fernzubleiben, dass ja alles in den SOP's stehe (Ich kann dieses Wort nicht mehr hören) und HO nicht möglich sei. Man schien nichts von der Absprache mit dem Chef zu wissen. Am Ende entgegnete man, dass man ja Verständnis für meine private Situation habe, man sich aber beraten müsse, wie es weitergehe. Man sagte mir, dass ich um 18 Uhr einen Anruf erhalte und wir gemeinsam klären, wie es weitergeht. Es kam kein Anruf. Man fuhr zu mir nach Hause und schob eine Kündigung mit unzulässiger Kündigungsfrist unter der Haustür durch. Ich wurde umgehend aus allen Systemen entfernt, man hat meinen Chat-Zugang gesperrt und mir eine halbherzige E-Mail gesendet, dass man mich ja sehr geschätzt hat. Meine Vorgesetzte hat sich nciht erneut bei mir gemeldet, trotz versprochenem Telefonat.
Verbesserungsvorschläge
Überdenkt euer Onboarding. Wenn ihr nicht dazu in der Lage seid, aufgrund der Kapazität und aufgrund des Verhaltens mancher Mitarbeiter einen Trainee ordentlich auszubilden, dann lasst es.
Arbeitsatmosphäre
Ich fing als Trainee im Bereich SEA-Campaign-Management bei Searchperts an und der erste Monat war sehr interessant. Die Stimmung im Team ist aufgeladen und man spürt die Motivation, die in der Agentur drinsteckt. Ab dem zweiten Monat ging es jedoch steil bergab. Plötzlich fehlte jede Spur vom Willkommensein und die Arbeitsatmosphäre war angespannter.
Image
Nach außen hin eine sehr dynamische, motivierte Agentur im Performance Marketing.
Work-Life-Balance
Im Bewerbungsgespräch erklärt man den Bewerbern, dass die Definition von 'Work-Life-Balance' abgelehnt wird, da diese davon ausgehe, dass man erst nach der Arbeit lebe. Der Fokus soll entsprechend auf guten Arbeitsbedingungen liegen, dann löse sich dieses Problem von allein. Klingt an sich gut, mit anderen Worten hieß das: Du bleibst in der Regel länger, aber dafür ist die Stimmung ja auch 'gut', nicht nennenswert besser, als in anderen Unternehmen. Es wird sehr viel inzensiert, unter anderem der 'Matcha Mittwoch', der in meinen zwei Monaten lediglich 2x stattfand. Ich bin im ersten Monat standardmäßig um 08:40 Uhr angekommen und war bis ca. 18:00 Uhr dort.
Karriere/Weiterbildung
Karrieremöglichkeiten gibt es, da die Agentur aufgrund der Größe viele Funktionen auf die vorhandenen Mitarbeiter aufteilen muss.
Gehalt/Benefits
Der Gehalt war in Ordnung.
Kollegenzusammenhalt
Die Mitarbeiter waren an sich super. Ich mochte meine direkten Arbeitskollegen sehr, sehr gerne. Waren aber auch nur zwei, die Agentur ist sehr klein.
Umgang mit älteren Kollegen
Gibt keine, die Agentur ist sehr klein.
Vorgesetztenverhalten
Anfangs ganz in Ordnung, am Ende eine Katastrophe. Als ich in meiner TRAINEE-ZEIT im zweiten Monat kurz etwas überfordert war, kam meine Vorgesetzte zu mir, sprach mich an und sagte: 'Ich kann direkt sagen, dass alles noch viel schlimmer wird, das hier ist noch gar nichts.“ Voller Unverständnis, als hätte ich nicht das Recht dazu, beim Lernen auch mal zu wackeln. Noch einmal, in der Trainee-Zeit, in der man lernt. Darüber hinaus hat man erneut in einem privaten Zweiermeeting gesagt, dass ich nicht so laut ausatmen soll, 'da ein Seufzer demotivierend auf andere wirke'.. ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Gegen Ende hat meine Vorgesetzte mir auch verboten, meinen Laptop für Notizen zu nutzen, da per Hand Geschriebenes besser zu merken sei. Das erschwerte das lernen deutlich, man hat ja ohnehin keine Zeit gehabt, neue Arbeitsschritte genauer zu erklären.
Ich wurde auch lange nach Feierabend noch angeschrieben und meine Vorgesetzte reagierte teils angegriffen auf Nachrichten, welche dann in einem privaten Meeting geklärt werden mussten. Aus dem Versuch ein Missverständnis aufzuklären, sah man ein Angriff aufs Ego.
Arbeitsbedingungen
Nicht zumutbar. Ich habe mir Referenzen von Freunden aus anderen Agenturen eingeholt, mich beraten und viel durchgehen lassen, aber schlussendlich war es einfach nicht machbar. Es wird gefordert, gefordert, gefordert. Für Erklärungen bleibt jedoch keine Zeit. Die Verantwortung wächst, die Ausbildung bleibt auf der Strecke. Es wird von 'Learning by doing' gesprochen, was auch super ist, aber das funktioniert nur mit Struktur und einer Ansprechperson, die im Zweifel aufklären kann. Vor allem, wenn man Werbebudgets von Kunden managed.
Kommunikation
Schrecklich. Meine Vorgesetzte hatte selten Zeit für Fragen, Termine zur Klärung erfolgten teils erst Stunden später. Wenn diese Termine stattfanden, entgegnete man stets in einem ablehnenden Ton, dass man ja in die SOP's schauen solle, denn da stehe ja alles drin. Oftmals kam es dann vor, dass diese SOP's eben NICHT meine Frage beantworten konnten, was dann trocken mit einem „Ja, das konntest du nicht wissen“ abgehakt wurde - nachdem ich teils stundenlang nicht wusste, was ich tun soll. An der Stelle könnte man meinen, dass ich ja andere Leute hätte fragen können, aber Fehlanzeige. Die Ansprechperson war klar vorgegeben, man wiederholte mehrfach, dass ich die anderen Personen nicht fragen soll.
Ein Mitarbeiter trägt in seiner Fokuszeit Baustellenkopfhörer und schreibt einem Privat, dass man im Office nicht reden soll. Meine Vorgesetzte wiederholte mehrfach in privaten Zweiermeetings, dass ich in Zukunft keine Gespräche mehr im Büro führen soll, da dies ablenken würde. Wenn ich eine Frage habe, habe ich sie privat anzuschreiben, obwohl sie direkt vor mir saß. Diese Nachrichten wurden dann, wie oben erwähnt, teils gar nicht beantwortet.
Gleichberechtigung
Alle werden gleich behandelt. Zumindest nach meiner Einschätzung.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind spannend, Google Ads ist ein wahnsinnig spannendes Thema. Schade nur, wenn es nicht richtig gezeigt wird.