Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Firma orientiert sich sehr an den Mitarbeitern und kommt in vielen Situationen großzügig entgegen. Die Kantine ist auch super.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
An dieser Stelle muss ich mich etwas ausführlicher äußern.
• Stichwort: ehrliche Kommunikation
Nach der Abgabe von meinem ersten Zeugnis aus der Berufsschule (1,0 Notendurchschnitt) habe ich mich bei meinem Ausbilder erkundigen wollen, ob es möglich wäre, die Ausbildung zu verkürzen.
Daraufhin wurde mir mitgeteilt, dass er es nicht wüsste, sich bei der Personalabteilung aber mal erkundigen würde, da er der persönlichen Meinung ist, dass mir mit solchen Noten eigentlich nichts im Wege stehen sollte.
Und dann hat es angefangen, dass ich jeder Kleinigkeit hinterherrennen musste, weil ich sonst keinerlei Informationen mehr bekommen hätte.
Nachdem ich also schon mehrmals nachgehakt hatte, wie es denn jetzt aussieht, hieß es, dass das Endzeugnis vom ersten Jahr gerne noch abgewartet werden müsste, um zu schauen, ob ich die Leistung halten kann. Wenn das der Fall ist, darf ich die Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzen.
Zwischenzeitlich folgte dann noch ein direktes Gespräch mit der Personalabteilung, indem ich gefragt wurde, weshalb ich verkürzen möchte und dass sie das eigentlich eher ungern machen und in meinem Lehrjahr schon eine Ausnahme gemacht haben.
Da stell ich mir die Frage:“ Wieso dann im Vorhinein aber schon zusagen, falls meine Leistung passt?“.
Nachdem ich mein Endzeugnis aus dem ersten Jahr erhalten und abgegeben habe (1,0), wurde mir nach weiterem hinterherlaufen, um Informationen zu erhalten, mitgeteilt, dass das Zeugnis nicht ausreichend sei und wir noch das Ergebnis meiner Zwischenprüfung abwarten müssen. Nach der Zwischenprüfung, die ebenfalls sehr gut ausgefallen ist, wurde mir bestätigt, dass ich die Ausbildung nach hinten um ein halbes Jahr verkürzen darf.
Ich habe mich sehr gefreut und ab dem Zeitpunkt war mir die Verkürzung auch sehr wichtig, weil ich schon ein weiteres Ziel (außerhalb der Firma) vor Augen hatte und dieses auch offen kommuniziert habe (Vielleicht war das auch der Fehler).
Ich wurde vom Personalwesen darum gebeten, mit der Schule, alles weitere bezüglich der Verkürzung selbst zu regeln, was ich selbstverständlich auch gemacht habe und schließlich auch das „Okay“ der Schule erhalten habe.
Im Anschluss ging es also nur noch um die Zusage der IHK, worum sich die Personalabteilung kümmern wollte.
Da ich ungewöhnlich lange auf Informationen warten musste, bin ich auch in diesem Fall mehrmals im Büro gestanden und habe mich erkundigt, wie es aussieht und ob es schon eine Rückmeldung von Seiten der IHK gibt. Dies wurde immer wieder verneint.
Das ging über einige Wochen so weiter.
Zu dem Zeitpunkt als das Fass letztendlich am überlaufen war, war ich in der Abteilung der Entwicklung. Dort wurde regelmäßig mitgefiebert, was die Zusage der Verkürzung angeht und in der besagten Woche auch täglich meinem Ausbilder nachtelefoniert, ob es jetzt endlich mal eine Antwort gibt. Wurde täglich verneint.
Dann war es so weit und es gab einen Anruf an die Entwicklung (mit mir wurde nicht gesprochen). In dem Telefonat ging es um meine Verkürzung und darum, dass die Frist bei der IHK ausgelaufen sei.
Am Telefon war mein Ausbildender, der es nicht geschafft hat, mir diese Information ins Gesicht zu sagen und es scheinbar auch nicht geschafft hat, mir selber das ganze am Telefon mitzuteilen.
Am selben Tag habe ich mich bei der IHK gemeldet, in der Hoffnung selber noch etwas retten zu können. Vergeblich, denn genau ein Tag vorher wäre der Anmeldeschluss für die Winterprüfung gewesen, was mir schon ein wenig den Eindruck macht, als hätte man das ganze geplant beziehungsweise mit Absicht gemacht.
Danach wurde die Situation totgeschwiegen.
Als ich daraufhin den Mund aufgemacht habe und einige Mitarbeiter Wind davon bekommen haben, hatte ich noch ein Gespräch mit der Personalabteilung, indem versucht wurde, sich aus dem ganzen Thema heraus zu reden.
Bei dem Gespräch sind zum Beispiel Sätze gefallen, wie: „Wir wussten nichts von der Frist.“,
„Wir haben das zum ersten Mal gemacht.“, „Tut uns sehr leid.“.
Ich finde es schon sehr unangenehm, wenn man sich seine eigenen Aussagen nicht merken kann und anschließend versucht, sich mit einer Lüge herauszureden und zu entschuldigen.
Einige Monate vorher hieß es nämlich noch, dass in meinem Lehrjahr eine Ausnahme gemacht wurde. Also muss man das ganze Prozedere mit dem Antrag auf eine Verkürzung ja schon mindestens einmal gemacht haben… seltsam
Zusätzlich bin ich der Meinung, hätte es alle Beteiligten wirklich so interessiert, wie es immer behauptet wurde, wäre die Kommunikation untereinander besser verlaufen und ich hätte nicht andauernd im Büro stehen müssen.
Aber wer weiß, vielleicht liege ich mit der Vermutung, dass das alles so beabsichtigt wurde, ja auch nicht ganz falsch. Dann hätte ich mir von Anfang an allerdings gewünscht, dass man ein konkretes „Nein“ ausspricht und alles wäre in Ordnung gewesen. Ich bin zu keinem Zeitpunkt mit dem Ziel einer Verkürzung in die Ausbildung gestartet. Es war lediglich eine Frage.
Verbesserungsvorschläge
Eventuell sollte in der Personalebene besser und mit eindeutigen Aussagen miteinander kommuniziert werden, um Missverständnisse zu vermeiden.
Arbeitsatmosphäre
Hier und da gab es kleinere Konflikte, was aber auch mal vorkommen kann.
Überwiegend habe ich eine sehr angenehme Atmosphäre wahrgenommen und habe mich immer sehr wohlgefühlt. Zudem wurde man als Azubi immer fair behandelt nicht missachtet oder sonstiges.
Karrierechancen
Meines Wissens gibt es in der Produktion die Möglichkeit, sich als Teamleiter aufstellen zu lassen. Ansonsten kann ich mir nicht vorstellen, dass man anderweitig noch große Aufstiegschancen hat.
Arbeitszeiten
An sich sind es gute Arbeitszeiten und auch sehr angenehm mit der Gleitzeit.
Ich persönlich finde, dass man die Chance auf Gleitzeit als Azubi, jedoch nicht wirklich nutzen konnte, da es nicht wirklich viel Sinn macht, Nachmittags alleine in der Produktion zu arbeiten. Zudem wir aus Sicherheitsgründen auch nicht alleine am Arbeitsplatz sein sollten.
Ausbildungsvergütung
Ich finde die Vergütung mehr als fair.
Zudem hat man während der Ausbildung die Möglichkeit, seine Vergütung auch noch etwas zu pushen, indem man gute Leistungen erbringt. Dazu gehören sowohl die schulischen als auch die betrieblichen Leistungen.
Die Ausbilder
Die für uns zuständige Person (Ausbilder) war menschlich absolut korrekt. Man brauchte sich keine unnötigen Gedanken machen, wenn es etwas anzusprechen gab.
Allerdings habe ich mir, was die Praxis und Organisatorisches angeht, mehr von einem Ausbilder erwartet, da man die Dinge oft selber in die Hand nehmen muss und vielem hinterherrennen muss.
Wir waren viel bzw. überwiegend auf uns allein gestellt und es gab während der Ausbildung nur wenig Projekte, bei denen es wirklich um das Polstern ging. (Ausgenommen die Ausbildungsblöcke in der Entwicklung. Dieser hat aber nicht mit dem Ausbilder stattgefunden.)
Dazu gehörten oft auch leere Versprechungen, was unterschiedliche Projekte angeht.
Gab es im Ausnahmefall eine solche Aufgabe, mussten wir das, von Seiten unseres Ausbilders, vollständig alleine bewerkstelligen und uns mit der Aussage „überlegt einfach, ihr schafft das schon.“ zufrieden stellen, was im ersten Lehrjahr schon etwas problematisch ist.
Wenn man sich die Hilfe anderweitig sucht, gibt es aber auf jeden Fall viele liebe Arbeitskollegen, die ihre Arbeit hinten anstellen und unter die Arme greifen (was meiner Meinung nach weder selbstverständlich noch deren Aufgabe ist).
Spaßfaktor
Vorweg muss ich sagen, dass mir der Arbeitsalltag in der Produktion eher weniger gefallen hat, was einfach daran lag, dass das nicht meine Welt war.
Ansonsten hatte ich in jeder Gruppe sehr schnell Anschluss gefunden und hatte mit vielen Mitarbeitern Spaß und lustige Momente bei der Zusammenarbeit.
Zudem hat es mir immer viel Spaß gemacht, mit anderen Auszubildenden zusammen zu Arbeiten, was nach und nach leider immer mehr verhindert wurde.
Aufgaben/Tätigkeiten
Während der Ausbildung waren wir in den verschiedenen Polstergruppen tätig (maximal 7 Wochen bis zum Wechsel). Daher hatte man immer etwas Abwechslung.
Als Azubi durchläuft man auch ein zweiwöchiges Betriebspraktikum, bei dem man auch außerhalb des eigenen Tätigkeitsbereich eingesetzt wird und nochmal neue Mitarbeiter kennengelernt. Das hat mir sehr gut gefallen.
Variation
In den einzelnen Gruppen gibt es teils unterschiedliche Modelle, weshalb dort nochmal etwas Abwechslung herrscht. Ansonsten beschränkt sich die Arbeit aber schon eher immer auf die selben Handgriffe. (Muss man mögen)
Respekt
Ich habe während meiner Ausbildung immer sehr viel Respekt untereinander erfahren.