Bist du nicht perfekt, kommt die Kündigung direkt :)
Gut am Arbeitgeber finde ich
Parkplatz, Pausenraum
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Erwartungen sind viel zu hoch, man verlangt von Menschen, die nie mit den Produkten und Komponenten der Maschinen in Berührung kamen, diese innerhalb von sehr kurzer Zeit perfekt zu verstehen und das Lager mit zugehörigen Plätzen dafür auswendig zu kennen. Im Kleinteilelager sind Komponente durcheinander platziert, es gibt keine Struktur und kein richtiges System. Von dem "großen" Lager möchte ich gar nicht erst sprechen, dort sucht man vergeblich nach benötigten Teilen für Aufträge, wo viele auch nicht beschriftet sind. Man wird nicht eingearbeitet, da die Zeit angeblich fehlt, aber es wird verlangt, dass man sofort alles kann oder sich selbst beibringt. Fehler werden meiner Erfahrung nach absolut nicht geduldet oder nur sehr widerwillig toleriert. Ich bin selber nicht lange da gewesen, habe aber da schon etliche Menschen kommen und gehen sehen. Es lohnt sich gar nicht, sich Namen zu merken. Das Lager und dessen Management ist eine absolute Katastrophe. Um alles muss man sich selber kümmern, obwohl man, wegen genannter Gründe, keine Ahnung hat oder haben kann, geschweige denn dafür überhaupt verantwortlich ist. Denn die Verantwortung selbst wurde in meiner Zeit ständig hin- und hergeschoben, weil es wohl so bequemer war. Es kommt mir vor, als wird mit unbefristeten Verträgen geworben, um Menschen zu locken, die sich schnell ersetzen lassen. Professionelle Gespräche und professionelles Verhalten erwartet man leider vergebens.
Verbesserungsvorschläge
Menschlichkeit. Anstatt emotionslose Roboter als Arbeitnehmer haben zu wollen, die Menschen dahinter wahrnehmen und ihre Einarbeitung zu fördern. Niemand ist perfekt. Jeder ist anders. Daher sollte man die Einarbeitung individuell zuschneiden und sich auch Zeit dafür nehmen. Ansonsten sollte man sich nicht wundern, dass nichts läuft. Man sollte nicht die Leute wie Müll immer wieder neu recyclen, sondern die echten Probleme analysieren, erkennen und daran arbeiten. Die ganzen Entlassungen haben in meiner Zeit dort für viel Angst gesorgt und jeder hat sich gefragt, ob er oder sie der oder die nächste ist. So sollte es einfach nicht sein.
Arbeitsatmosphäre
Im Grunde genommen ruhig, aber auf seltsame Art und Weise angespannt, weil es viel Druck von ganz oben gab. Manchmal bekam man Aufträge zum kommissionieren, die man am besten innerhalb von einer Stunde fertig haben sollte, was bei den Umständen einfach unmöglich war.
Image
Nun, sie werben einen an mit unbefristeten Verträgen, die wenigsten werden allerdings etwas davon haben. Viele werden schon innerhalb eines Monats und knapp darüber hinaus einfach entlassen, wo die Gründe dafür auf mich willkürlich wirken. Viele gehen aber auch schon schnell von selbst. Das Image hat bei den Kunden allen Anschein nach auch gelitten. Details erspare ich mir.
Work-Life-Balance
Ich empfand die Arbeitszeit als ideal. Man hat nur Tagschicht.
Karriere/Weiterbildung
Ich denke nicht, dass man irgendwo aufsteigen kann und wenn dann nur, wenn man der Meinung ist, dass die aktuelle Führung ausgetauscht werden sollte, was meiner Meinung nach dringend geschehen sollte, damit keine Insolvenz in den nächsten Jahren droht.
Gehalt/Benefits
Mit meinem Gehalt war ich sehr zufrieden. Es gibt Stundenlohn und Überstunden werden im Folgemonat ausgezahlt. Es gibt dazu eine betriebliche Altersvorsorge, von der ich persönlich aufgrund der instabilen Zukunftsaussichten abraten würde.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umweltbewusstsein ist vorhanden, aber das soziale Bewusstsein ist extrem schwierig.
Kollegenzusammenhalt
Es wurde viel vorgespielt und scheingelächelt, manche unterstützten einen, andere fielen in den Rücken.
Vorgesetztenverhalten
Im Grunde freundlich, der Höchste ist nur selten da gewesen, weil er sich meistens an einem anderen Standort im Ausland befindet. Der Vorgesetzte des Lagers war allerdings sehr zwielichtig. Meiner Erfahrung nach gab er vor, der beste Freund von nebenan zu sein, was er einfach nicht war. Dasselbe galt für die Leitung der Personalabteilung. Diese beiden Positionen werden meiner Meinung nach von den falschen Personen besetzt, da sie, in meinen Augen, sehr unprofessionell handeln und kommunizieren. Die Vorgesetzten der Produktion hingegen sind kompetent, hilfsbereit, freundlich und unterstützen ihr Team sehr gut.
Arbeitsbedingungen
Es könnte ein hervorragender Betrieb sein, doch leider herrscht hier das Chaos. Man versucht als Mitarbeiter als kleines Zahnrad dagegen anzukämpfen, aber das ist wie gegen Windmühlen zu laufen. Das Problem sitzt an der Wurzel und verdirbt den ganzen Baum, aber der Fehler wird durchgehend bei den Arbeitnehmern gesucht, die im übrigen meist innerhalb kurzer Zeit auffällig schnell gekündigt werden. Ein echtes Team entsteht so überhaupt nicht. Es gibt Druck, wechselnde Anweisungen und keinerlei richtige Einarbeitung, weil angeblich die Zeit fehlt. Man verlangt direkt Perfektion und 100%, die man nicht geben kann. So mein Eindruck. Überstunden waren in meiner Zeit die Regel, nicht die Ausnahme, außerdem war Samstags zu arbeiten auch schon regelrecht eine Grundvoraussetzung, obwohl vertraglich dieser als "freiwillig" galt.
Kommunikation
Jeden Tag gab es eine neue Anweisung, erst soll man das machen, dann jenes. Jeder sagte etwas anderes. Anweisungen änderten sich minütlich. Es kam ständig zu Missverständnissen und Frust.
Gleichberechtigung
Jeder wird gleich behandelt, ungeachtet des Geschlechts und Alters.
Interessante Aufgaben
Es macht Spaß, wenn man das absolute Chaos mag und Ordnung verachtet.