6 Bewertungen von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
6 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 3,9 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
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6 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 3,9 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Maximale Exklusivität gefordert, null Verbindlichkeit geboten – Ein zweimonatiger Prozess ohne Risikoübernahme
Bewerbungsphase & Atmosphäre: Ich wurde im Mai über LinkedIn von einem interimistischen Recruiter für eine Ausschreibung im öffentlichen Dienst kontaktiert. Mir wurde eine sehr hohe Eignung meines Profils bescheinigt. Bereits am 22.05. reichte ich sämtliche Unterlagen (Projektreferenzen, Zertifikate, Zeugnisse) vollumfänglich ein.
Der Prozess zog sich über knapp zwei Monate hinweg. In dieser Zeit gab es mehrfache Nachforderungen zur Anpassung der Profilunterlagen für die Ausschreibung sowie Bitten um LinkedIn-Vernetzungen seitens des Recruiters und der Geschäftsführung.
Der ursprünglich avisierte Starttermin (August) wurde im Verlauf ohne direkte Vorab-Kommunikation auf September verschoben. Auf Nachfrage erfuhr ich von Verzögerungen im Projekt. Parallel wurde die Erwartung geäußert, dass mein Profil für diesen Bereich exklusiv gebunden bleibt und ich mich auch bei weiteren Ausweichszenarien für Gespräche zur Verfügung halte.
Nach weiteren zwei Wochen Warten hieß es, man sei in den „Top 3“. Ein zugesagtes Gespräch mit der Geschäftsführung zur Abstimmung von Vertragskonditionen und Gehalt wurde mehrfach mit dem Hinweis auf eine sehr hohe Auslastung der Geschäftsleitung verschoben.
Der Wendepunkt: Da mein Profil durch die Einbindung in diese spezifische Public-Sector-Ausschreibung für den Markt faktisch blockiert war, bat ich nach knapp zwei Monaten um professionelle Planungssicherheit. Ich schlug zwei faire Optionen vor:
1. Ein Vorab-Commitment in Form eines Arbeitsvertrags mit aufschiebender Wirkung (gekoppelt an den tatsächlichen Projektzuschlag durch den Kunden – somit ohne finanzielles Risiko für das Unternehmen).
2. Die explizite Freigabe meines Profils für den Markt.
Ergebnis: Erst nach diesem Ultimatum meldete sich die Geschäftsführung per E-Mail. Ein Vorab-Commitment (selbst ohne finanzielles Risiko gekoppelt an den Zuschlag) wurde abgelehnt. Stattdessen wurde das Profil für den Markt „freigegeben“, verbunden mit dem Wunsch, für zukünftige Projekte im Kontakt zu bleiben.
Fazit / Verbesserungsvorschläge:
• Keine Risikoüberwälzung auf Bewerber: Es kann nicht sein, dass hochqualifizierte Senior-Experten über Monate exklusiv als Zugpferd für Ausschreibungen genutzt werden, während das Unternehmen nicht einmal bereit ist, einen an den Zuschlag gekoppelten Vorab-Vertrag einzugehen.
• Verbindlichkeit und Respekt vor der Zeit der Kandidaten: Wenn man Top-Profile für Ausschreibungen bindet, sollte eine Geschäftsführung auch die Zeit finden, zugesagte Erstgespräche einzuhalten.
• Kommunikation: Transparentere Aufklärung über die Risiken und die tatsächlichen Zeitabläufe von Ausschreibungsprozessen im öffentlichen Dienst von Beginn an.
Nach dem zweiten Gespräch erhielt ich leider eine Absage. Trotzdem habe ich keine Verbesserungsvorschläge. Der gesamte Bewerbungsprozess verlief äußerst angenehm. Das Team war durchgehend freundlich, und die Kommunikation war stets offen und klar.
Kürzere Feedbackschleifen zwischen den Gesprächen wären wünschenswert. In den ersten Gesprächen erfährt man noch nicht so viel über die angebotene Stelle/Position – Detailliertere Einblicke gab es bei mir z.B. erst mit dem dritten Gespräch.
Man merkt, dass das Unternehmen wächst und sich gewisse Prozesse noch etablieren müssen.