Familienunternehmen mit Herausforderungen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Fröhlichkeit und Offenheit der Sennheiser-Belegschaft. Dies war nicht nur bei jeder Firmenfeier spürbar sondern auch im Arbeitsalltag. Das fängt bereits beim Betreten der Firma an, im Foyer herrscht immer eine freundliche Atmosphäre.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht ist die interne Organisation und die mangelnde Struktur in Projekten.
Verbesserungsvorschläge
Wirklich sinnvolle Projekt-Umfänge ableiten, realistische Zielstellungen angeben und Mitarbeitende wie Führungskräfte auf Ergebnisse verzielen, die gemeinsam erarbeitet werden. Nur dann kann gemeinsam und erfolgreich, kritisch und mit Freude an Themen gearbeitet werden.
Arbeitsatmosphäre
Insgesamt herrscht eine faire Arbeitsatmosphäre. Zeitweise fühlt sich das Arbeiten bei Sennheiser nach Start-Up an, da viele Strukturen und Prozesse nicht ausgereift sind. Führung wird sehr unterschiedlich gelebt, so auch die Feedback-Kultur und das Vertrauen in die Kompetenzen der Mitarbeitenden/Führungskräfte. Hilfsbereitschaft wird wirklich großgeschrieben, Kolleg*innen sind fast immer füreinander da.
Work-Life-Balance
In der Theorie funktioniert die Work-Life-Balance bei Sennheiser sehr gut. Vor allem für Remote-Mitarbeitende. Vor Ort kann dies schon etwas anders aussehen, es ist teils ein Präsenzdruck spürbar bzw. wird unmittelbar von einzelnen Führungskräften eingefordert.
Karriere/Weiterbildung
Hier hat Sennheiser wirklich eine offene Flanke. Es gibt wenig bis keine strukturierten Angebote, die Mitarbeitende nutzen können, um ihre Karriere bei Sennheiser zu gestalten. Es scheint hier viel über Loyalität und die Länge der Betriebszugehörigkeit zu laufen. Die Unternehmensleitung sagte vor einigen Jahren, dass Karriere ausdrücklich gefördert würde, man möge hier einfach die Hand heben. Das war in meinem Fall leider nicht genug, sodass jahrelang kein Weg geöffnet wurde - trotz proaktiver Vorschläge.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im Team ist sehr groß. Große Projekte, herausfordernde Zeiten sowie Ausfälle im Team werden nahezu selbstverständlich von einzelnen Kolleg*innen gestemmt.
Vorgesetztenverhalten
Hier gibt es große Unterschiede. Sennheiser hat ausgezeichnete Führungskräfte, doch auch genau das Gegenteil. Ich habe viele Grenzüberschreitungen von Vorgesetzten erlebt, die eine große Herausforderung darstellten. Mangelnde Einsicht und kein weiterer Einbezug von Kolleg*innen der Personalabteilung lassen darauf schließen, dass Führungskräfte ohne Feedback und Konsequenz auskommen müssen. Dies ist nach wie vor eine große Enttäuschung und ich erwarte, das Sennheiser hier zukünftig ins Handeln kommt.
Kommunikation
Die interne Kommunikation funktioniert vor allem über die angebotene Intranet-Plattform sehr gut. Dazu tragen vor allem engagierte Mitarbeitende bei, die selbst die Kommunikation ihrer Themen übernehmen. Es fehlt jedoch oft an einer übergreifenden Botschaft und an der Koordination von Kommunikationsmaßnahmen.
Gleichberechtigung
Hier gibt es noch viel zu tun. Teamlead-Stellen werden vornehmlich an männliche Bewerber/Kollegen vergeben. Auf der anderen Seite werden Frauen/Mütter explizit gefördert, sichtlich auch überfordert mit zu hohen Workloads und Arbeitspaketen, die nicht stemmbar sind. Es fehlt an Vorbildfunktionen.
Interessante Aufgaben
Bei Sennheiser gibt es so viele spannende Aufgaben, man muss einfach irgendwo anfangen. Sobald man seine Bereiche abgesteckt hat, gibt es die Möglichkeit die eigene Fachkompetenz weiterzuentwickeln und eigene Verantwortungsbereiche zu etablieren. Das wird bei Sennheiser sehr unterstützt. Leider gibt es sehr viele Einzelkämpfer*innen, sodass die Arbeitslast häufig schlecht oder gar nicht aufgeteilt wird. Dabei entsteht eine riesige fachliche Kluft, die vor allem zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden schier unüberwindbar ist. Damit kommen viele interessante Aufgaben irgendwann zu einem unguten Stillstand.

