Über drei Jahre Mediaplus - Meine Erfahrungen bis es unerwartet zur Kündigung und Freistellung kam
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Weiterbildungsmöglichkeiten werden angeboten und sind ein echter Pluspunkt.
- Das Unternehmen ist am Puls der Zeit und integriert technische Neuerungen konsequent und schnell in die operative Arbeit.
- Das Büro ist hochmodern ausgestattet und ansprechend gestaltet.
- Spannende vielfältige Kunden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Die Gehälter sind im Verhältnis zur geleisteten Arbeit und Verantwortung zu niedrig.
- Die Kantine ist im Vergleich zum Gehaltsniveau unverhältnismäßig teuer.
- Der Umgang mit langjährigen, loyalen Mitarbeitenden in der jüngsten Vergangenheit ist beunruhigend: Kündigungen erfolgen ohne Vorankündigung und mit sofortiger Freistellung. Das sorgt für ein Klima der Unsicherheit und Angst, da jeder betroffen sein kann.
- Der Workload ist dauerhaft zu hoch und führt zu einem negativen, angespannten Arbeitsklima in der gesamten Agentur.
- Mehrarbeit und Überstunden werden weder finanziell vergütet noch auf andere Weise anerkannt oder gewürdigt.
Verbesserungsvorschläge
Die Gehälter, insbesondere auf Trainee-, Junior-, Mid- und Senior-Level – sollten dringend angehoben werden, um marktgerecht und fair zu sein. Mehrarbeit muss entweder vergütet oder der Workload durch eine ausreichende Anzahl an Mitarbeitenden angemessen verteilt werden. Nur so kann das Arbeitsklima nachhaltig verbessert werden.
Ebenso wichtig ist eine transparentere Kommunikation, besonders bei Kündigungen und Umstrukturierungen. Es fällt auf, dass Entlassungen fast ausschließlich Positionen unterhalb des Teamlead-Niveaus treffen, möglicherweise, weil ab dieser Ebene Abfindungen deutlich kostspieliger werden. Loyale Mitarbeitende, die dem Druck standgehalten haben, werden teils ohne jegliche Vorankündigung und mit schwammigen Begründungen entlassen, auffällig häufig direkt nach der Rückkehr aus einem längeren (1-3 Wochen) Urlaub.
Phasenweise entsteht der Eindruck, dass Arbeitsbedingungen bewusst so erzwungen werden, dass Mitarbeitende von selbst kündigen, eventuell um Abfindungskosten zu vermeiden. Sollte dieses Muster strukturell und nicht zufällig sein, wäre das nicht nur ein kulturelles, sondern auch ein rechtliches Problem, das ernst genommen werden sollte.
Arbeitsatmosphäre
Zu Beginn meiner Tätigkeit herrschte eine tolle Atmosphäre in den Teams und in der gesamten Agentur. Diese positive Stimmung kippte jedoch schnell um, weil die Belastung der Mitarbeiter immer größer wurde. Kündigungen wurden nicht durch Neuanstellungen ersetzt, was zu gestressten Kollegen in der ganzen Agentur führte mit unbezahlten Überstunden, Frust und einer generell negativen Grundstimmung die sich über die Jahre stetig verschlechtert hat.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist hier stark beeinträchtigt und existiert praktisch nicht. Viele Kollegen wirken ausgebrannt oder kurz davor, da Überstunden an der Tagesordnung stehen, ohne sie lässt sich der Workload unmöglich bewältigen. Diese bleiben unbezahlt und werden auch nicht wirklich gewürdigt.
Vorgesetzte sind selbst so überbelastet, dass sie die zusätzliche Arbeit ihrer Teams weder mitbekommen noch würdigen. Neue Prozesse sowie das Einführen vermeintlicher Automatisierungen oder Tools führen zudem eher zu mehr Aufwand als Entlastung. After Work Events, die zu Beginn meiner Tätigkeit privat oder von der Firma geplant wurden existieren nicht mehr, da die Mitarbeiter keinen Kopf und keine Zeit dafür haben auf Grund der hohen Belastung
Karriere/Weiterbildung
Viele Angebote die wahrgenommen werden können hinsichtlich der Weiterbildung.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt fällt vergleichsweise niedrig aus, und die jährlichen Erhöhungen bleiben minimal. Angesichts des tatsächlichen Workloads und der übernommenen Verantwortung steht die Vergütung in keinem angemessenen Verhältnis zur Leistung.
Überstunden werden weder bezahlt noch in Urlaubszeit umgewandelt, werden inoffiziell als selbstverständlich vorausgesetzt. Urlaubs- oder Weihnachtsboni gibt es nicht. Ein 13. Gehalt existiert leistungsbezogen und erfolgt anhand eines Bewertungskatalogs und vereinbarter Ziele, bleibt in der Praxis jedoch teils intransparent und ist vom Wohlwollen des Vorgesetzten abhängig. Beförderungsstops während meiner Anstellungszeit verstärkten das ohnehin bestehende Ungleichgewicht zusätzlich.
Kollegenzusammenhalt
Sowohl positive als auch negative Erfahrungen gemacht, allerdings überwiegend positive.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten lässt sich nicht pauschalieren. Manche sind verständnisvoll und fördernd, mit offenem Ohr für Anliegen der Teams. Langjährige Mitarbeiter der Agentur in Vorgesetzten Rollen sind jedoch oft ausgebrannt und mit eigenen Themen beschäftigt, dass kaum Zeit oder Kraft bleibt sich um die Themen ihrer Teammitglieder aktiv zu kümmern.
Sporadische Meetings, in denen Probleme angesprochen werden können, wirken wie Pflichtveranstaltungen, die selten zu praktischen Lösungen führen. Themen werden meist nur notiert, ohne aktiv bearbeitet zu werden.
Arbeitsbedingungen
Das Büro und die Ausstattung sind modern und hochwertig gestaltet. Technik auch up to date. Durch die offenen Büroflächen und der drei Tage Office Pflicht sowie regelmäßigen Events die im Office stattfinden ist es häufig laut und Überfüllt, was sich auf die Konzentration auswirkt.
Kommunikation
Die Kommunikation variiert stark innerhalb der einzelnen Teams. Übergreifende Themen werden in regelmäßigen Calls von der Führungsebene geteilt. Brisante Themen wie Kündigungswellen, Office-Pflichten, Einstellungs- oder Beförderungsstops wurden jedoch meist erst offiziell kommuniziert, wenn die Belegschaft sie bereits durch den Flurfunk kannte und die Führung in Erklärungszwang kam.
Gleichberechtigung
Hier ist mir nie etwas negativ aufgefallen
Interessante Aufgaben
Jeder ist seines Glückes Schmied. Wer proaktiv kommuniziert, neue oder andere Aufgaben übernehmen zu wollen, findet damit meist Gehör. In der Praxis fehlte jedoch häufig die Kapazität, sich tatsächlich neuen Themen und Bereichen zu widmen, der laufende Workload ließ schlicht keinen Spielraum dafür.


