Motiviertes Team, aber Führungsstil mit Verbesserungsbedarf
Gut am Arbeitgeber finde ich
Wie bereits erwähnt, sind die Kolleginnen und Kollegen wirklich humorvoll, offen und unterhaltsam – das hat den Arbeitsalltag oft sehr angenehm gemacht.
Auch das Büro selbst ist etwas Besonderes und war damals tatsächlich einer der Gründe, warum ich mich für das Unternehmen entschieden habe.
Besonders schön fand ich außerdem, dass häufig gemeinsam Mittag gegessen wurde – egal ob im Büro oder draußen im Hof. Diese gemeinsamen Pausen haben den Teamzusammenhalt gestärkt und waren immer ein schöner Moment im Arbeitsalltag.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Teilweise hatte ich den Eindruck, dass es innerhalb der Führungsebene klare Favoriten gibt, wodurch es für neue oder sehr proaktive Mitarbeitende schwieriger sein kann, sich gleichwertig zu positionieren. Dadurch entsteht gelegentlich das Gefühl, dass bestehende Strukturen oder Rollen nur schwer aufgebrochen werden können.
Auch die Art der Kommunikation, insbesondere bei Kritik, könnte aus meiner Sicht verbessert werden. Kritik ist grundsätzlich wichtig und wertvoll, denn nur so kann man sich weiterentwickeln. Entscheidend ist jedoch, wie diese vermittelt wird. Hier hätte ich mir an einigen Stellen eine konstruktivere und vertrauensvollere Kommunikation gewünscht.
Insgesamt hatte ich teilweise das Gefühl, dass Vertrauen nicht immer in dem Maß vorhanden war, wie es für eine offene und motivierende Zusammenarbeit hilfreich gewesen wäre.
Verbesserungsvorschläge
Der Anteil an Rauchern im Team ist relativ hoch. Dadurch kam es häufig vor, dass während der Raucherpausen nur noch wenige Nichtraucher im Büro anwesend waren und entsprechend mehr Arbeit auffangen mussten. Hier könnte man überlegen, Nichtrauchern einen kleinen Ausgleich oder Benefit anzubieten, zum Beispiel in Form eines Fitnessstudio-Zuschusses oder ähnlicher Gesundheitsangebote.
Außerdem wäre es wünschenswert, die individuellen Stärken der Mitarbeitenden noch stärker zu erkennen und gezielt zu fördern. Dazu gehört auch, ihnen das Vertrauen und den nötigen Freiraum zu geben, diese Fähigkeiten im Arbeitsalltag einzubringen.
Zudem könnten insbesondere ruhigere oder zurückhaltendere Kolleginnen und Kollegen noch stärker ermutigt werden, ihre Ideen, Meinungen und auch ihre Gefühle zu äußern und aktiv in den Austausch einzubringen. Und neue Kollegen besser integrieren.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre unter den Kolleginnen und Kollegen ist wirklich sehr gut. Es wird viel gelacht, man unterstützt sich gegenseitig und der Austausch ist offen und hilfsbereit. Dafür bin ich sehr dankbar. Leider erfährt man diesen Rückhalt von der Führungsebene nicht im gleichen Maß. Es fehlt oft an Vertrauen in die Arbeit der Mitarbeitenden, wodurch langfristig ein Gefühl der Unsicherheit entstehen kann.
Work-Life-Balance
Da es meine erste Tätigkeit in einer Agentur dieser Art war, bedeutete vieles für mich zunächst eine Umstellung. Besonders, wenn man zuvor in einem Unternehmen gearbeitet hat, in dem großes Vertrauen herrschte und die eigene Arbeit nicht so detailliert dokumentiert werden musste. Diese starke Protokollierung der Aufgaben und Zeiten hat mich teilweise auch außerhalb der Arbeitszeit beschäftigt.
Leider gab es zudem bereits feste bestehende Gruppen, die auch privat viel miteinander unternommen haben, wodurch es schwierig war, sich wirklich zu integrieren. Als ich beispielsweise mein Team einmal als Dankeschön zu mir nach Hause einladen wollte, wurde dies von der Teamleitung leider nicht positiv aufgenommen und mir nahegelegt, die Einladung wieder zurückzuziehen.
Karriere/Weiterbildung
Kleines Team, geringe Aufstiegs Chancen. Außerdem ist das Leadteam ein sehr eingeschworenes Team.
Kollegenzusammenhalt
Es war/ist ein gutes Team in dem ich gearbeitet habe und man hat sich stets unterstützt wenn es eng wurde.
Umgang mit älteren Kollegen
Hier war alles einwandfrei.
Vorgesetztenverhalten
Hier lagen aus meiner persönlichen Erfahrung die größten Herausforderungen. Die Führungskraft, die mich ursprünglich eingestellt hat, war im weiteren Verlauf meiner Anstellung leider nur selten für mich sichtbar bzw. greifbar. Zudem wurde die ursprünglich für mich vorgesehene Position letztlich nicht von mir besetzt, und ich wurde stattdessen im Projektmanagement eingesetzt, um dort Lücken zu schließen.
Die Kommunikation in persönlichen Gesprächen empfand ich teilweise als sehr laut, selbst über Telefon oder über Kanäle wie WhatsApp oder MS Teams. Darüber hinaus hatte ich häufiger das Gefühl, dass mein Teamlead im Zweifel weniger hinter mir oder dem Team stand, sondern eher die Nähe zur Geschäftsführung suchte. Danke und Lob lagen schwer auf der Zunge.
Arbeitsbedingungen
Das Arbeitsmaterialien, IT und Arbeitsumfeld, war gut und insbesonders im Büro habe ich mich immer sehr wohl gefühlt.
Kommunikation
Die HR-Abteilung sowie die Teamleads kommunizieren grundsätzlich sehr direkt und regelmäßig, unter anderem in wöchentlichen Meetings. Durch die kleine Teamgröße entstehen dadurch kaum größere Kommunikationslücken. An manchen Stellen hätte ich mir jedoch gewünscht, dass Themen eher direkt mit mir statt über mich besprochen worden wären.
Gleichberechtigung
Es wird nicht unterschieden zwischen Geschlechter und Altersgruppen.
Interessante Aufgaben
Da ich letztlich eine andere Position übernommen habe als ursprünglich vorgesehen, bestand mein Arbeitsalltag größtenteils aus sich ständig verändernden Prozessen bei unseren Kunden, viel Arbeit mit Excel-Tabellen sowie einem hohen Maß an Dokumentation für die Kunden.
Ein kleiner Lichtblick war für mich, dass ich weiterhin ein bis zwei Projekte begleiten durfte, die eher meinen ursprünglich vorgesehenen Aufgaben und Interessen entsprachen.