Es hat sich viel geändert - nicht zum Positiven
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die oft zitierten legendären Firmenevents kann ich nur bestätigen.
- Der Vorstand informiert
- JobRad (lang hat‘s gedauert ;)
- Die Duz Kultur
- Offene Tür
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Bier um vier, Wiesn und Weihnachtsfeier sind sicher nett – und als Kulturprogramm wirklich solide. Nur: Kultur zeigt sich halt meistens dort, wo’s weniger Glühwein und mehr Alltag gibt.
Manche Manager der mittleren Ebene treten mit bemerkenswerter Selbstsicherheit auf – leider nicht immer im gleichen Maß mit Selbstreflexion oder fachlicher Substanz.
Wenn bei Jubiläen von ‚menschlich‘ die Rede ist, wirkt das natürlich besonders stimmig, wenn zeitgleich Kündigungen und Aufhebungsverträge die Runde machen – das ist dann quasi die praktische Umsetzung des Leitbilds. Und die regelmäßige Hektik zum Monats- und Quartalsende hat mittlerweile fast den Charakter eines Fixtermins: kommt jedes Mal überraschend, obwohl sie zuverlässig im Kalender steht. Mit etwas sauberer Planung müsste das nicht jedes Mal so laufen.
Hohe Fluktuation hält uns immerhin dynamisch – schade nur, dass dabei auch viel Know-how „mitbewegt“ wird und der Firma abgeht. Vielleicht wäre das ein Thema, das HR und Vorstand nicht nur kommunikativ, sondern auch strukturell mal ernsthaft priorisieren und Ursachenforschung betreiben sollten.
Verbesserungsvorschläge
Als Aktiengesellschaft könnte man Mitarbeitenden auch Vorzugsaktien oder ein vergleichbares Beteiligungsmodell anbieten – als echtes Ownership-Add-on, das über klassische Benefits hinausgeht. Das wäre nicht nur attraktiv, sondern auch ein klares Signal, dass Beteiligung ernst gemeint ist.
Zudem wäre es hilfreich, stärker auf Feedback aus den Teams zu hören und regelmäßig Perspektiven außerhalb des gewohnten Management-Kreises einzubeziehen. Gerade bei länger bestehenden Routinen entsteht schnell Betriebsblindheit – frische Sicht aus dem Alltag, nah an Kund:innen und Produkt, kann hier sehr viel bewirken.
Ich habe Verständnis dafür, dass die Unternehmensleitung stark ausgelastet und häufig unterwegs ist. Ein mindestens jährlicher Standortbesuch mit kurzer Austauschmöglichkeit würde aus meiner Sicht dennoch viel zu Transparenz und Verbundenheit beitragen. Ein kurzes Update im Nachgang, welche Punkte aufgenommen wurden und wie es weitergeht, wäre wünschenswert.
Die Firma ist in den letzten Jahren stark gewachsen, ohne dass Strukturen und Prozesse im gleichen Maß mitgewachsen sind. Einige Abläufe stammen noch aus der Start-up-Phase; was damals pragmatisch war, bremst heute. Eine gezielte Weiterentwicklung von Prozessen, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen würde die Zusammenarbeit deutlich effizienter machen.
Arbeitsatmosphäre
Es kommt wie bei jedem Arbeitgeber auf die Personen an.
Image
Mehr Schein als Sein. Dabei hat die Firma soviel Potenzial
Work-Life-Balance
WLB grundsätzlich gut: Phasen mit hohem Arbeitsvolumen können in Abstimmung mit dem Team durch Freizeit ausgeglichen werden. Homeoffice wird allerdings zunehmend zurückgedrängt und ist eher nicht gern gesehen.
Karriere/Weiterbildung
Es liegt an jedem selbst, hier aktiv zu werden.
Gehalt/Benefits
Da geht theoretisch immer mehr – für München und Umgebung bleibt es in der Praxis ein ambitioniertes Fernziel. In den Personaljahresgesprächen wird aus „Entwicklung“ schnell ein Ausdauertraining: Jeder zusätzliche Euro ist ein kleiner Marathon. Und je nach Abteilungsleiter (und dessen Vorgesetzten) entsteht der Eindruck, als käme das Budget direkt aus deren Privatvermögen – inklusive der Erwartung, dass man es sich bittend verdienen muss.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Muss man heutzutage wegen jeder Kleinigkeit in der Welt rumfliegen? Noch nie etwas von Zoom oder MS Teams gehört? Vielleicht ist es manchen wichtig, ihren Senator- oder HON CIRCLE Status zu bewahren
Kollegenzusammenhalt
Hier wird viel Wert auf ein gutes Miteinander gelegt – und das wird mit regelmäßigen Events auch sichtbar unterstützt. Wichtig: Nicht nur auf Feiern, sondern auch abteilungsübergreifend war der Umgang meist respektvoll.
Umgang mit älteren Kollegen
ich fand das Miteinander gerade auch mit den Kollegen angenehm.
Vorgesetztenverhalten
Umso spannender, weil Führungsverantwortung längst Teil der Rolle ist – in der Praxis wirkte Führung für mich jedoch eher wie ein optionales Add-on. Führung nach dem Prinzip strategischer Distanz: Im Tagesgeschäft wenig sichtbar, bei Spitzen verlässlich im Modus Überblick – Entlastung eher als optionale Beilage. Was mir dabei fehlte, war Verlässlichkeit und eine klare Richtung: Die Kommunikation war höflich und angenehm glatt, ließ aber oft offen, woran man ist, welche Prioritäten gelten und wie die nächsten Schritte aussehen. In der Teamführung hätte ich mir mehr Klarheit, regelmäßige Abstimmung und konstruktives Feedback gewünscht. Anerkennung und Unterstützung gab es punktuell, aber nicht durchgängig; Motivation entstand dadurch häufig eher aus dem Team heraus als durch Führung. Zudem hatte ich nicht immer den Eindruck, dass das Team nach außen und nach oben konsequent vertreten wird.
Kommunikation
Er wird manchmal zu viel kommuniziert. Könnte etwas zielgerichteter und kompakter sein. Positiv hervorzuheben sind die Produktschulungen.
Gleichberechtigung
Hoher Männeranteil - geschuldet vom Ursprung als Start-up. Kann ich als Mann schwer bewerten.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben können sehr spannend sein und das Umfeld ist grundsätzlich abwechslungsreich. Die tatsächliche inhaltliche Tiefe und Gestaltungsmöglichkeiten sind jedoch stark von der jeweiligen Abteilung bzw. Führung abhängig.