Kommen. Gehen. Wiederholen.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Trotz aller Kritik gab es auch positive Seiten. Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen war hervorragend und viele Teamleiter haben sich ehrlich bemüht, ihre Teams zu unterstützen. Außerdem konnte ich während meiner Zeit fachlich viel Praxiserfahrung sammeln und Verantwortung übernehmen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es gibt aus meiner Sicht zu viele Führungsebenen. Nach mehreren Jahren im Unternehmen war für mich oft nicht erkennbar, welchen konkreten Mehrwert einige Führungspositionen für den operativen Arbeitsalltag geschaffen haben. Abgesehen von der Teilnahme an wichtigen Terminen blieben konkrete Impulse oder spürbare Verbesserungen für mich häufig aus. Gleichzeitig bestanden viele grundlegende Probleme über Jahre hinweg unverändert fort.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen sollte Hierarchien verschlanken und Führungskräften wieder echte Entscheidungsfreiheit geben. Personalentscheidungen müssen nachvollziehbar und transparent sein, anstatt ständig neue Unsicherheit zu schaffen. Ehrliche Kommunikation, insbesondere bei Themen wie Benefits oder Veränderungen im Unternehmen, wäre ebenfalls ein wichtiger Schritt. Zuletzt sollte das Unternehmen die hohe Fluktuation als Symptom erkennen und die eigentlichen Ursachen angehen, statt dauerhaft nur Personal auszutauschen. Und wenn doch, dann bitte Oben anfangen, nicht unten..
Arbeitsatmosphäre
Die hohe Personalfluktuation sorgte dauerhaft für Unsicherheit. Mitarbeiter kamen und gingen in einem Tempo, dass man sich teilweise kaum ihre Namen merken konnte, bevor sie bereits gekündigt wurden oder selbst das Unternehmen verlassen haben. Innerhalb der Belegschaft wurde häufig eher darüber spekuliert, wer als Nächstes gehen muss, als sich auf die eigentliche Arbeit zu konzentrieren. Das hatte spürbare Auswirkungen auf die Stimmung im Team.
Image
Aus meiner Sicht genießt das Unternehmen inzwischen keinen guten Ruf mehr. In Gesprächen mit Bewerbern, ehemaligen Mitarbeitenden und auch außerhalb des Unternehmens wurde häufig kritisch über den Arbeitgeber gesprochen. Nach meinen eigenen Erfahrungen kann ich diese Wahrnehmung nachvollziehen. Da ist nicht nur der Würfel Rot..
Work-Life-Balance
Homeoffice wird zwar offiziell angeboten, wer jedoch häufiger remote arbeitet, wird schnell abgestempelt oder schief angeschaut. Dann soll man lieber ins Büro kommen – trotz teilweise miserabler Ausstattung. Das passt für mich einfach nicht zusammen.
Karriere/Weiterbildung
Von echter Weiterbildung konnte für mich keine Rede sein. Abgesehen vom internen Campus habe ich während meiner gesamten Zeit im Unternehmen weder Hersteller-Schulungen noch Zertifizierungen erhalten. Selbst wenn man Eigeninitiative gezeigt und sich weiterentwickeln wollte, wurden solche Möglichkeiten praktisch nicht ermöglicht. Gerade in der IT halte ich das für einen erheblichen Nachteil.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt lag für mich deutlich unter dem Branchendurchschnitt. Weihnachts- oder Urlaubsgeld gab es nicht. Die Begründung, das Weihnachtsgeld sei bereits im Gehalt enthalten, wurde nie transparent erklärt oder offengelegt. Das wirkte eher wie eine Ausrede als eine ehrliche Kommunikation. Pünktlich war jedoch das Gehalt immer.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen wird viel Wert auf moderne Themen gelegt. Im Arbeitsalltag hatte ich jedoch häufig den Eindruck, dass Anspruch und Realität auseinandergehen. Einige Maßnahmen wirkten eher repräsentativ als mitarbeiterorientiert, wodurch das Thema Nachhaltigkeit und modernes Arbeiten für mich nicht immer glaubwürdig erschien.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen war für mich einer der wenigen wirklich positiven Punkte. Gerade innerhalb der Teams hat man sich gegenseitig unterstützt und Probleme gemeinsam gelöst. Ohne die Kollegen wären viele Situationen deutlich schwieriger gewesen. Gerade dann auch, wenn diese dann auch mal nicht gekündigt worden sind.
Umgang mit älteren Kollegen
Die älteren Kolleginnen und Kollegen waren für mich einer der wichtigsten Anker im Unternehmen. Nicht nur fachlich, sondern auch menschlich konnte man sich immer Rat holen. Durch die hohe Fluktuation blieben am Ende oft genau die erfahrenen Kollegen als verlässliche Ansprechpartner übrig, auf die man zwangsläufig zuging. Ohne sie wäre der Arbeitsalltag deutlich schwieriger gewesen.
Vorgesetztenverhalten
Mit den meisten Teamleitern hatte ich persönlich gute Erfahrungen. Man hat gemerkt, dass sie Dinge verbessern wollten. Allerdings waren ihnen von Anfang an die Hände gebunden und sie hatten kaum Spielraum, eigenständig Entscheidungen zu treffen. Viele Probleme lagen aus meiner Sicht deutlich weiter oben in der Führungsstruktur.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung entsprach für mich nicht dem Anspruch eines modernen IT-Unternehmens. Höhenverstellbare Schreibtische oder ergonomische Arbeitsplätze waren längst nicht selbstverständlich. Free Seating existiert zwar offiziell, bringt aber kaum noch einen Mehrwert, da die Bereiche ohnehin festen Units zugeordnet sind und viele letztendlich immer denselben Platz buchen. Das Konzept hätte man aus meiner Sicht längst überarbeiten oder abschaffen können.
Kommunikation
Kommunikation war für mich einer der schwächsten Aspekte des Unternehmens. Wichtige Informationen wurden häufig erst über den Flurfunk bekannt, bevor sie offiziell kommuniziert wurden. Gerade bei Umstrukturierungen, personellen Veränderungen oder Kündigungen fehlte es an Transparenz und einer offenen Kommunikation. Auch beim Thema Weihnachtsgeld wurde lieber behauptet, dieses sei bereits im Gehalt enthalten, anstatt von Anfang an ehrlich zu sagen, dass es keines gibt. Eine nachvollziehbare Erklärung oder Offenlegung dazu habe ich während meiner gesamten Zeit im Unternehmen nie erhalten. Dadurch entstand häufig das Gefühl, dass unangenehme Themen bewusst hinausgezögert oder möglichst intransparent behandelt wurden.
Gleichberechtigung
Persönlich habe ich keine Benachteiligung erlebt. Allerdings hatte ich häufig den Eindruck, dass es intern eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft gibt abhängig davon, welchen Status man hat oder in welchem Gebäude beziehungsweise Bereich man arbeitet.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben konnten interessant sein, wurden aber häufig durch organisatorische Probleme und ständige personelle Veränderungen überschattet. Dadurch blieb viel Potenzial auf der Strecke.


