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Bewertung

Kommen. Gehen. Wiederholen.

2,5
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 im Bereich IT bei Sievers-SNC GmbH & Co. KG in Osnabrück gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Trotz aller Kritik gab es auch positive Seiten. Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen war hervorragend und viele Teamleiter haben sich ehrlich bemüht, ihre Teams zu unterstützen. Außerdem konnte ich während meiner Zeit fachlich viel Praxiserfahrung sammeln und Verantwortung übernehmen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Es gibt aus meiner Sicht zu viele Führungsebenen. Nach mehreren Jahren im Unternehmen war für mich oft nicht erkennbar, welchen konkreten Mehrwert einige Führungspositionen für den operativen Arbeitsalltag geschaffen haben. Abgesehen von der Teilnahme an wichtigen Terminen blieben konkrete Impulse oder spürbare Verbesserungen für mich häufig aus. Gleichzeitig bestanden viele grundlegende Probleme über Jahre hinweg unverändert fort.

Verbesserungsvorschläge

Das Unternehmen sollte Hierarchien verschlanken und Führungskräften wieder echte Entscheidungsfreiheit geben. Personalentscheidungen müssen nachvollziehbar und transparent sein, anstatt ständig neue Unsicherheit zu schaffen. Ehrliche Kommunikation, insbesondere bei Themen wie Benefits oder Veränderungen im Unternehmen, wäre ebenfalls ein wichtiger Schritt. Zuletzt sollte das Unternehmen die hohe Fluktuation als Symptom erkennen und die eigentlichen Ursachen angehen, statt dauerhaft nur Personal auszutauschen. Und wenn doch, dann bitte Oben anfangen, nicht unten..

Arbeitsatmosphäre

Die hohe Personalfluktuation sorgte dauerhaft für Unsicherheit. Mitarbeiter kamen und gingen in einem Tempo, dass man sich teilweise kaum ihre Namen merken konnte, bevor sie bereits gekündigt wurden oder selbst das Unternehmen verlassen haben. Innerhalb der Belegschaft wurde häufig eher darüber spekuliert, wer als Nächstes gehen muss, als sich auf die eigentliche Arbeit zu konzentrieren. Das hatte spürbare Auswirkungen auf die Stimmung im Team.

Image

Aus meiner Sicht genießt das Unternehmen inzwischen keinen guten Ruf mehr. In Gesprächen mit Bewerbern, ehemaligen Mitarbeitenden und auch außerhalb des Unternehmens wurde häufig kritisch über den Arbeitgeber gesprochen. Nach meinen eigenen Erfahrungen kann ich diese Wahrnehmung nachvollziehen. Da ist nicht nur der Würfel Rot..

Work-Life-Balance

Homeoffice wird zwar offiziell angeboten, wer jedoch häufiger remote arbeitet, wird schnell abgestempelt oder schief angeschaut. Dann soll man lieber ins Büro kommen – trotz teilweise miserabler Ausstattung. Das passt für mich einfach nicht zusammen.

Karriere/Weiterbildung

Von echter Weiterbildung konnte für mich keine Rede sein. Abgesehen vom internen Campus habe ich während meiner gesamten Zeit im Unternehmen weder Hersteller-Schulungen noch Zertifizierungen erhalten. Selbst wenn man Eigeninitiative gezeigt und sich weiterentwickeln wollte, wurden solche Möglichkeiten praktisch nicht ermöglicht. Gerade in der IT halte ich das für einen erheblichen Nachteil.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt lag für mich deutlich unter dem Branchendurchschnitt. Weihnachts- oder Urlaubsgeld gab es nicht. Die Begründung, das Weihnachtsgeld sei bereits im Gehalt enthalten, wurde nie transparent erklärt oder offengelegt. Das wirkte eher wie eine Ausrede als eine ehrliche Kommunikation. Pünktlich war jedoch das Gehalt immer.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Nach außen wird viel Wert auf moderne Themen gelegt. Im Arbeitsalltag hatte ich jedoch häufig den Eindruck, dass Anspruch und Realität auseinandergehen. Einige Maßnahmen wirkten eher repräsentativ als mitarbeiterorientiert, wodurch das Thema Nachhaltigkeit und modernes Arbeiten für mich nicht immer glaubwürdig erschien.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt unter den Kollegen war für mich einer der wenigen wirklich positiven Punkte. Gerade innerhalb der Teams hat man sich gegenseitig unterstützt und Probleme gemeinsam gelöst. Ohne die Kollegen wären viele Situationen deutlich schwieriger gewesen. Gerade dann auch, wenn diese dann auch mal nicht gekündigt worden sind.

Umgang mit älteren Kollegen

Die älteren Kolleginnen und Kollegen waren für mich einer der wichtigsten Anker im Unternehmen. Nicht nur fachlich, sondern auch menschlich konnte man sich immer Rat holen. Durch die hohe Fluktuation blieben am Ende oft genau die erfahrenen Kollegen als verlässliche Ansprechpartner übrig, auf die man zwangsläufig zuging. Ohne sie wäre der Arbeitsalltag deutlich schwieriger gewesen.

Vorgesetztenverhalten

Mit den meisten Teamleitern hatte ich persönlich gute Erfahrungen. Man hat gemerkt, dass sie Dinge verbessern wollten. Allerdings waren ihnen von Anfang an die Hände gebunden und sie hatten kaum Spielraum, eigenständig Entscheidungen zu treffen. Viele Probleme lagen aus meiner Sicht deutlich weiter oben in der Führungsstruktur.

Arbeitsbedingungen

Die Ausstattung entsprach für mich nicht dem Anspruch eines modernen IT-Unternehmens. Höhenverstellbare Schreibtische oder ergonomische Arbeitsplätze waren längst nicht selbstverständlich. Free Seating existiert zwar offiziell, bringt aber kaum noch einen Mehrwert, da die Bereiche ohnehin festen Units zugeordnet sind und viele letztendlich immer denselben Platz buchen. Das Konzept hätte man aus meiner Sicht längst überarbeiten oder abschaffen können.

Kommunikation

Kommunikation war für mich einer der schwächsten Aspekte des Unternehmens. Wichtige Informationen wurden häufig erst über den Flurfunk bekannt, bevor sie offiziell kommuniziert wurden. Gerade bei Umstrukturierungen, personellen Veränderungen oder Kündigungen fehlte es an Transparenz und einer offenen Kommunikation. Auch beim Thema Weihnachtsgeld wurde lieber behauptet, dieses sei bereits im Gehalt enthalten, anstatt von Anfang an ehrlich zu sagen, dass es keines gibt. Eine nachvollziehbare Erklärung oder Offenlegung dazu habe ich während meiner gesamten Zeit im Unternehmen nie erhalten. Dadurch entstand häufig das Gefühl, dass unangenehme Themen bewusst hinausgezögert oder möglichst intransparent behandelt wurden.

Gleichberechtigung

Persönlich habe ich keine Benachteiligung erlebt. Allerdings hatte ich häufig den Eindruck, dass es intern eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft gibt abhängig davon, welchen Status man hat oder in welchem Gebäude beziehungsweise Bereich man arbeitet.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben konnten interessant sein, wurden aber häufig durch organisatorische Probleme und ständige personelle Veränderungen überschattet. Dadurch blieb viel Potenzial auf der Strecke.

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Arbeitgeber-Kommentar

Merve Keskin, People & Culture Specialist
Merve KeskinPeople & Culture Specialist

Liebe:r ehemalige:r Kolleg:in,

vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für dieses ausführliche Feedback genommen hast. Auch wenn wir viele Deiner Einschätzungen nicht teilen, schätzen wir es, dass Du neben Deiner Kritik auch die positiven Erfahrungen – insbesondere den Kollegenzusammenhalt, die Unterstützung durch viele Teamleiter:innen sowie die fachlichen Entwicklungsmöglichkeiten – hervorgehoben hast. Diese Punkte werden auch in vielen anderen Rückmeldungen regelmäßig genannt und freuen uns sehr.

Gleichzeitig bedauern wir, dass Du Deine Zeit bei uns insgesamt so wahrgenommen hast. Insbesondere die Themen Kommunikation, Veränderungsprozesse und Transparenz sind Bereiche, mit denen wir uns bereits intensiv beschäftigen und an denen wir kontinuierlich arbeiten. Gerade in einem Unternehmen, das sich weiterentwickelt und verändert, gelingt es nicht immer, alle Hintergründe oder Entscheidungen in dem Umfang zu kommunizieren, wie es sich Mitarbeitende wünschen.

Einige Deiner Aussagen – insbesondere zur Fluktuation, zur Entscheidungsfreiheit von Führungskräften oder zu Personalentscheidungen – stellen persönliche Wahrnehmungen dar, die wir in dieser Pauschalität nicht bestätigen können. Personalentscheidungen werden bei uns nicht willkürlich getroffen, sondern basieren auf klar definierten Prozessen und einer sorgfältigen Einzelfallbetrachtung. Ebenso erleben wir viele Führungskräfte als engagierte Gestalter:innen, die täglich Verantwortung für ihre Teams übernehmen und wichtige Impulse für die Weiterentwicklung unserer Organisation setzen.

Auch die Aussage, Homeoffice werde grundsätzlich kritisch gesehen, entspricht nicht unserer gelebten Praxis. Flexible Arbeitsmodelle und mobiles Arbeiten sind seit Jahren fester Bestandteil unseres Arbeitsalltags. Gleichzeitig setzen wir bewusst auf persönliche Zusammenarbeit vor Ort, da diese für Teamgeist, Wissenstransfer und Unternehmenskultur ebenfalls eine wichtige Rolle spielt.

Zum Thema Weiterbildung möchten wir ergänzen, dass wir mit unserem CAMPUS sowie weiteren internen und externen Entwicklungsformaten unterschiedliche Möglichkeiten zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung anbieten. Natürlich können wir nicht jede gewünschte Schulung oder Zertifizierung sofort umsetzen, dennoch investieren wir kontinuierlich in die Entwicklung unserer Mitarbeitenden.

Wir nehmen Deine Kritikpunkte ernst, auch wenn wir nicht alle Schlussfolgerungen teilen. Veränderungen, Weiterentwicklung und auch Selbstreflexion gehören für uns zu einer verantwortungsvollen Unternehmenskultur dazu.

Für Deinen weiteren beruflichen und privaten Weg wünschen wir Dir alles Gute und viel Erfolg.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.