Die meisten Ex-Mitarbeiter:innen sagen nichts – aus gutem Grund?
Gut am Arbeitgeber finde ich
Remote-work und der Zusammenhalt der Kolleg:innen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es wird viel versprochen: Transparenz, offene Kommunikation, klare Strukturen. In der Realität bleibt davon oft nur eine schöne Fassade. Wer genauer nachfragt, bekommt ausweichende Antworten – besonders wenn es um Themen wie Gehälter oder Entscheidungsprozesse geht.
Dazu kommt: In den oberen Rängen scheint vieles weniger auf Kompetenz als auf persönliche Beziehungen zu beruhen. Es wirkt stellenweise wie eine eingeschworene Freundesgruppe, die sich die besten Projekte, die meisten Benefits und die höchsten Gehälter zuschiebt.
Verbesserungsvorschläge
Weniger Hochglanz-Selbstinszenierung, mehr echte Führungsarbeit. Nachhaltiges Arbeiten statt ständiger Überforderung. Und vielleicht ein bisschen mehr Vertrauen in Mitarbeitende – auch, wenn sie gehen.
Arbeitsatmosphäre
Auf den ersten Blick jung, laut und visionär – auf den zweiten Blick extrem KPI-getrieben und unter enormem Druck. Eine gute Atmosphäre ist stark abhängig von den Führungskräften. Wer nicht zur Hochleistung passt, passt schnell gar nicht mehr.
Image
Außen hui, innen durchwachsen. Nach außen wird eine moderne, fast freundschaftliche Start-up-Welt verkauft. Intern sieht man das zunehmend kritisch – darf es aber selten offen sagen.
Work-Life-Balance
Das komplette Remote Setting ist etwas sehr positives. Die eigene Zeit ist oft frei einteilbar, allerdings führt das auch dazu, dass es schwer ist Grenzen zu setzen. Einige erwarten ständige Erreichbarkeit, andere wiederum nicht. Hier kommt es ganz darauf an, mit wem man zusammenarbeitet. Urlaub gibt es angeblich so viel man will – aber nur solange man "High Performer" ist (was so nie kommuniziert wurde). Wer High Performer ist und wer nicht, wird kaum kommuniziert.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Teamevents finden generell an Orten statt die "instagramable" sind – oft müssen die Mitarbeiter dorthin fliegen oder haben eine sehr weite Anreise. Kritik daran, dass die Events in Deutschland stattfinden könnten, wurde bisher nicht ernst genommen.
Karriere/Weiterbildung
Wenig Entwicklungsmöglichkeiten. Wer sich hocharbeitet, tut das eher durch Überlast als durch gezielte Förderung. Interne Weiterentwicklung ist kein strukturelles Ziel.
Kollegenzusammenhalt
Die Mitarbeitenden sind oft das Beste am Job. Viele motivierte, smarte Menschen, die sich gegenseitig unterstützen – bis sie plötzlich nicht mehr da sind. Der hohe Wechsel sorgt leider für ständige Reibung.
Vorgesetztenverhalten
Einzelne Leads geben alles – andere sind überfordert, unreflektiert oder fahren ein starres Programm. Proaktivität ist erwünscht – aber nur solange man nicht gegen Entscheidungen der Führungsebene ist. Also eher mehr schein als sein. Je nachdem welche Person die/der Vorgesetz:e ist, setzt sich die Person mehr oder wenig für das Wachstum der Mitarbeiter ein. Leider eher weniger. Die Ziele werden immer sehr hoch gesetzt und sind immer mit viel Druck auf die "untere" Hierarchieebene verbunden. Entscheidungen werden nicht so transparent Kommuniziert wie es die Firma vorgibt.
Arbeitsbedingungen
Für das Remote Setting wird alles wichtige gestellt. Allerdings nicht immer die neuste Technik. Ist aber okay zum Arbeiten.
Kommunikation
Transparenz wird propagiert, aber nur so lange sie dem Unternehmen dient. Es wird viel „offen gesprochen“ – allerdings selten über Themen wie Personalfluktuation, Gehalt oder echte Entscheidungsprozesse. Strategiewechsel wirken oft kurzfristig, intern ist vieles Top-down.
Gehalt/Benefits
In den oberen Hierarchie Ebenen wird gutes Gehalt gezahlt. Teilweise überdurchschnittlich. In den unteren Ebenen, vor allem bei den Personen die die App mit Inhalt füllen, ist das Gehalt zu dem was die Personen machen und wie viel Verantwortlichkeiten sie tragen, ungerechtfertigt. Allgemein kann man sagen: Im Branchendurchschnitt okay. Kein Betriebsrat, keine echten Sozialleistungen. Vertraglich ist vieles clever formuliert – z. B. zu Verschwiegenheit und Loyalität.
Gleichberechtigung
Wenig Frauen in Leadership. Diversität wird marketingseitig hervorgehoben, intern aber nicht wirklich gelebt.
Interessante Aufgaben
Die Arbeit kann spannend sein – sofern man eigenverantwortlich denkt und schnell liefert. Viel Eigeninitiative, wenig echte Struktur. Aber: Wer Ideen hat, wird gehört (wenn sie ins Konzept passen).