Tolles Produkt, unsichere Arbeitsatmosphäre
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kollegen sind sehr jung und engagiert. Man hat sich direkt willkommen gefühlt. In meiner Onboardingzeit durfte ich erst einmal das Team per virtuellen Coffee-Sessions kennenlernen und hatte danach die Möglichkeit in einem großen Teamevent das ganze Team live kennenzulernen. Außerdem finde ich hat das Produkt einen guten Market-Fit und lässt es lässt sich gut verkaufen. Die Größe des Produkt-Teams sorgt dafür, dass produktbezogenes Feedback auch wirklich ankommt und das Produkt sich schnell entwickelt. Dadurch macht es Spaß mit dem Produkt zu arbeiten. Zudem hat simpleclub bereites eine Marktbekanntheit, was den Einstieg in Gespräche mit Prospects vereinfachen kann.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Als ich im Unternehmen gestartet bin, wurde mir vom Team und meinem Manager vorerst in keiner Weise Druck gemacht. Mir wurde gesagt, es wäre normal, wenn der erste Deal erst später kommen würde und mir wurden Beispiele von Kollegen gemacht bei denen das auch so war, also sollte ich mich nicht sorgen. Mein erster Deal kam aber nach kurzer Zeit. Mein Onboarding war zwischen den Kollegen unterteilt, mein Manager hatte viele Onboarding-Aufgaben abgegeben und musste des Öfteren gemeinsame Termine absagen oder verschieben. Ich hatte keine KPI's nach denen ich mich richten konnte und habe daher meinem Team geglaubt, dass so wie ich arbeite es in Ordnung wäre. Ich hatte einige Deals und habe normal nach meinen Arbeitszeiten gearbeitet. Als dann das Thema Ende der Probezeit im Raum stand, gab es ein positives Meeting mit meinem Manager der gesagt hat, ich wäre 'on track', wenn ich weiter so Deals reinholen würde, könnten wir die Probezeit in einem Monat beenden. Ich sollte nur etwas mehr Outbound machen. Hier habe ich ihn nach KPI's gefragt und er meinte ganz lässig und für mich sehr unverbindlich, ich könnte mich nach 50 Anrufe pro Woche richten. Da das Team ab diesen Monat sehr am wachsen war, wurde mir mitgeteilt, es gäbe bald einen Teamlead und dass das große Team in zwei geteilt wird. Ich wurde zuvor in einem Bucket mit bis zu 50 Lizenzen eingeteilt, mit der Info, das wäre nur für den Start, danach könnte man schauen, dass ich auch größere Deals bekomme. Als das Team dann neu eingeteilt wurde, wurde ich in das Junior-Team gepackt und mein Bucket wurde ohne es mit mir zu besprechen auf weniger als die Hälfte gesetzt. Ich hatte also ab sofort nur noch kleinere Deals, obwohl ich bereits seit einem halben Jahr an sehr viel größeren gearbeitet hatte. Ich habe hierfür nur die Erklärung bekommen, der Manager hätte das so bestimmt. Ich habe mich an der Stelle nicht wertgeschätzt gefühlt. Mit dem neuen Monat habe ich dann einen Teamlead bekommen und nach wenigen Tagen ein Meeting mit dem Manager und meinem Teamlead, in welchem mir gesagt wurde, es müsste sich sofort etwas an meiner Arbeitsweise ändern, sonst würde es hier nicht weitergehen. Ich hatte im Monat davor von meinem Manager noch kommuniziert bekommen, dass ich 'on track' wäre und hatte auch mehr Outbound gemacht. Meine Probezeit wurde einige Monate zuvor verlängert mit der damaligen Begründung, ich müsste mir keine Sorgen machen, das wäre nur damit meine Probezeit so lang wäre wie bei den Kollegen in Deutschland. In dem Gespräch mit dem Manager wurde mir dann von ihm gesagt, es wäre doch Zeichen genug gewesen, dass meine Probezeit verlängert wurde. Ich wurde von meinem Manager zuvor dementsprechend angelogen. Die Atmosphäre hatte sich in kürzester Zeit geändert. Auch wurde mir gesagt ich müsste mehr Deals reinholen, was vorher nie angesprochen wurde. Hierfür konnte mir auch keine konkrete Summe genannt werden die erwirtschaftet werden müsste. Es wird mit Jahreszielen gearbeitet und wir hatten Januar. Dementsprechend konnte hier keine Aussage getroffen werden ob ich mein Ziel erreicht habe oder nicht. In diesem Meeting habe ich konkret nach KPI's gefragt und mich dann mit meinem Teamlead auf konkrete Zahlen bezüglich Anrufe, Mails und gebuchte Meetings geeinigt, welche ich ab dann immer eingehalten habe, bzw. in der Regel übertroffen habe. Diese habe ich jeden Abend in einem Report aus Eigeninitiative festgehalten und meinem Teamlead zur Verfügung gestellt, mit der Bitte mir Bescheid zu geben, sobald er unzufrieden mit einem Bereich ist. In mehreren 1to1 Gesprächen danach habe ich meinem Teamlead mitgeteilt, dass ich mich trotzdem noch verunsichert fühle und er versicherte mir er würde die Reports lesen und mir Bescheid geben, sobald etwas nicht passen würde. Wenige Wochen später hatte ich ein spontanes Meeting mit der HR und meinem Teamlead eingestellt bekommen und wurde mit sofortiger Wirkung gekündigt. Als Grund wurde kein spezifischer genannt, nur dass 'Dinge zusammen gekommen wären'. Mein Teamlead hatte unsere Absprache nicht eingehalten. Ich hatte noch 20 Minuten Zugang, bis ich dann ohne weitere Gespräche oder Möglichkeiten einer Übergabe meiner Kunden gesperrt wurde.
Verbesserungsvorschläge
Personen sollten meiner Meinung nach nicht in Führungspositionen gesetzt werden, nur weil sie am längsten dabei sind. Die Manager und Teamleads die ich in diesem Unternehmen kennengelernt habe, stärken ihren Mitarbeitern nicht den Rücken und ehrliches Vertrauen aufbauen fällt schwer bei der fehlenden Kommunikation. Ich glaube der Zuwachs von Außen mit externen Personen wird dem Unternehmen gut tun.
Arbeitsatmosphäre
Die Kollegen sind super, jedoch wird von oben stark Druck gemacht über eine hohe Erwartungshaltung die nicht kommuniziert wird. Es soll alles 'cool und locker' wirken, jedoch fehlt ohne KPI's und zuverlässiges Feedback seitens Manager, Vertrauen in der eigenen Performance, ob diese ausreichend ist. Das schafft Verunsicherung.
Image
Das Image was nach außen kommuniziert wird passt für mich nicht überein. Flexible Arbeitszeiten? Ja, was dafür sorgt, dass es einige Mitarbeiter im Vertrieb gibt, die über die normalen Arbeitszeiten auch noch am Wochenende arbeiten. Das sollte nicht der Sinn der Sache sein. Mit umlimitierten Urlaubstagen wurde ich zu Beginn beworben. Als ich nach einigen Monaten Urlaub nehmen wollte und nach Richtlinien hierzu gefragt habe, wurde von unserem Manager dann kommuniziert, dass über die normalen Urlaubstage hinaus nur in Ausnahmefällen und bei überdurchschnittlicher Leistung Urlaub gibt. Ich habe nicht mitbekommen, dass sich jemand aus meinem Team mehr als die ihm zustehenden Tage genommen hat. Zudem ist die Unzufriedenheit in den Teams die ich kennengelernt habe sehr hoch. Das wird jedoch kaum nach außen geäußert, da Personen die Feedback geben und nachfragen gekündigt werden. Als ich zu Beginn zu einem Teamevent eingeladen wurde, dann mein Mittagessen selber bezahlen musste, ohne vorherige Kommunikation darüber, wurde mir gesagt, ich soll meinen Ummut lieber für mich behalten, der Letzte der Kritik geäußert hätte wäre gekündigt worden.
Work-Life-Balance
Man wird verglichen mit Kollegen die über die normalen Arbeitszeiten hinaus, zusätzlich noch am Wochenende arbeiten. Es gibt kaum Vorgaben, wie die flexiblen Arbeitszeiten genutzt werden können. Simpleclub ist mehr Start-Up als ich zuvor erwartet habe. Viele Strukturen sind noch ganz frisch oder existieren noch nicht. Vieles ist noch nicht systematisiert und auch hatte ich den Eindruck, war das Management noch nicht sehr erfahren. Es fallen einige Aufgaben an, die ggf. in anderen Unternehmen schon automatisiert sind, wie zum Beispiel die Suche nach neuen Accounts und das Anlegen dieser, da mehr Kollegen in kurzer Zeit dazugekommen sind, die Pipe aber nicht mitgewachsen ist. Die Kollegen sind sehr engagiert, und nehmen auch unbezahlte Überstunden freiwillig auf.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Bezug auf das Unternehmen kann ich keine Aussage treffen aber im Bezug auf die Belegschaft ist zu sagen, dass mir aufgefallen ist, dass viele der Kollegen vegan/vegetarisch sind und LGBTIQA+ Themen Platz finden. Die Kollegen sind sehr weltoffen.
Karriere/Weiterbildung
Meine Deal Größe war von Beginn an kleiner im Vergleich zu meinem vorherigen Arbeitgeber und wurde dann sogar noch ohne Absprache nach einigen Monaten weiter runtergesetzt. Trotz der vorherigen Aussage, dass ich in Zukunft auch an größeren Deals arbeiten könnte.
Kollegenzusammenhalt
Die Kollegen sind super. Man fühlt sich sehr willkommen und trifft nur auf offene, hilfsbereite Personen.
Vorgesetztenverhalten
Ich war absolut nicht zufrieden mit der unzuverlässigen Kommunikation meines Managers. Ich habe mich nicht unterstützt und wertgeschätzt gefühlt. Von meinem eigenen Teamlead wurden mir Deals weggenommen, ohne ein 'Danke' dafür oder sonst irgendeiner Wertschätzung. Meiner Meinung nach gilt in diesem Unternehmen: was der Manager sagt, wird nicht hinterfragt. Das sogenannte 'Stay' Interview, welches zur Erhebung der Zufriedenheit und Feedback der Mitarbeiter dienen soll, wurde von meinem Teamlead in einem 1to1, einen Monat bevor ich gekündigt wurde, abgespeist mit: 'Ja eigentlich müssten wir ja jetzt das Stay Interview machen, aber ich weiß ja du bist motiviert, dann passt das ja.' Meine Kommission wurde 2x vergessen. Beim ersten Mal hieß es laut HR, dass mein Manager behauptete, ich hätte meine Deals zu spät eingetragen, was nicht stimmte. Beim zweiten Mal, musste ich noch einmal nach meiner Kommission fragen, nachdem ich mein letztes Gehalt bekommen habe.
Arbeitsbedingungen
Durch die hohe Erwartungshaltung, welche aber nicht offen kommuniziert wird, fühlen sich viele der Mitarbeiter sehr unter Druck gesetzt. Selbst Personen die schön langer dabei sind, trauen sich nicht offen ihre Meinung zu sagen. Da sehr junge Leute eingestellt werden, teilweise Personen die noch im Studium sind, hatte ich das Gefühl, wird deren Unwissen über ihre Möglichkeiten ausgenutzt. Zudem gab es einen Vorfall bei dem einige Kollegen inkl. Teamleiter, welche schon seit Jahren dabei waren, von heute auf morgen gekündigt wurden. Dieser Vorfall hat die Stimmung noch weiter runtergezogen und das betroffene Team unter noch mehr Druck gesetzt, bloß keinen Fehler zu machen.
Kommunikation
Kommunikation ist schwierig, da kein Platz für Feedback besteht. Die Mitarbeiter haben ihren Job zu machen und sollten nicht zu viele kritische Fragen stellen. Jedoch sind die Kollegen immer erreichbar und zuverlässig. Trotz full remote, gibt es viele Wege mit den Kollegen zu sprechen. Und auch die Terminkalender sind teamübergreifend offen für einen internen virtuellen Coffee.
Gehalt/Benefits
Im Vergleich zum Gehalt was mir bei anderen Unternehmen angeboten wurde, bezahlt simpleclub eher im unteren Durchschnitt. Kommission muss selber getracked werden, hierfür sind die Systeme noch nicht automatisiert.