Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Freundschaften, welche hieraus entstanden sind.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Besonders negativ fallen die rigorosen Sparmaßnahmen auf, die zu dauerhafter Überlastung, fehlender Planbarkeit und einer praktisch nicht vorhandenen Work Life Balance führen. Mitarbeitende werden häufig eher als Ressourcen denn als Menschen gesehen, was sich in kurzfristigen Personalentscheidungen, mangelnder Wertschätzung und einem Führungsstil zeigt, der stark auf Zahlen und kaum auf Menschen ausgerichtet ist. Entscheidend ist auch, dass Probleme wie veraltete IT, unrealistische Planwerte, kaum erreichbare Boni und unklare Kommunikation den Alltag erheblich erschweren. Viele Prozesse wirken ineffektiv, und es entsteht der Eindruck, dass Kritik oder Verbesserungen wenig Gehör finden. Insgesamt entsteht ein Arbeitsumfeld, das langfristig eher Frust als Motivation erzeugt.
Verbesserungsvorschläge
Der wichtigste Schritt wäre, wieder den Menschen hinter dem Mitarbeiter zu sehen. Viele Beschäftigte haben den Eindruck, dass private Bedürfnisse, Belastungsgrenzen und ein Leben außerhalb der Arbeit kaum eine Rolle spielen. Eine tatsächliche Wertschätzung der Mitarbeitenden und ihrer Arbeit würde nicht nur die Zufriedenheit steigern, sondern auch die Bindung ans Unternehmen stärken.
Darüber hinaus sollte das Unternehmen dringend überdenken, ob es seine bisherige ablehnende Haltung gegenüber der Gründung eines Betriebsrates weiter aufrechterhalten möchte. In den Medien liest man immer wieder davon, dass frühere Initiativen zur Betriebsratsbildung in fristlosen Kündigungen endeten. Ein solches Vorgehen wirft Fragen auf und trägt nicht zu einem vertrauensvollen Verhältnis zwischen Unternehmen und Belegschaft bei.
Auch der starke Fokus auf Zahlen sorgt für Probleme. Es wird viel Wert darauf gelegt, dass Kennzahlen und Statistiken gut aussehen, ohne ausreichend zu berücksichtigen, dass diese Resultate von Menschen erarbeitet werden. Eine menschlichere Führungs- und Unternehmenskultur könnte hier viel Positives bewirken.
Zudem wäre eine grundlegende Überarbeitung der Buchungslogik dringend notwendig. Kunden sehen auf der Website Fahrzeuge als verfügbar, obwohl intern bereits absehbar ist, dass diese Kategorie zum gewünschten Zeitpunkt gar nicht in der Station sein wird. Die Systeme gehen davon aus, dass man das entsprechende Fahrzeug rechtzeitig bei anderen Stationen beschaffen könnte. In der Praxis ist dies jedoch aufgrund von Personalmangel und Zeitdruck kaum noch umsetzbar. Das führt zu vermeidbarem Stress, unzufriedenen Kunden und frustrierten Mitarbeitenden. Eine realistischere und stationsbezogenere Buchungslogik würde viele Probleme entschärfen und die Arbeitsabläufe erheblich verbessern.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war insgesamt stark belastet. Rigorose Sparmaßnahmen prägten den Arbeitsalltag und führten zu einer deutlichen Mehrbelastung, da immer weniger Ressourcen für immer mehr Aufgaben zur Verfügung standen. Statt eines unterstützenden und motivierenden Umfelds herrschte häufiger Druck und Unsicherheit. Wertschätzung war kaum spürbar, und viele Prozesse wirkten chaotisch oder unstrukturiert, was den Stress weiter erhöhte. Unter diesen Bedingungen konnte sich keine positive oder nachhaltige Arbeitsatmosphäre entwickeln.
Image
Sixt sieht sich selbst als Premium Auto Vermietung, in der Realität wirkt dieses Image jedoch zunehmend wie reiner Schein. Die Marketingabteilung liefert zwar regelmäßig starke Kampagnen, die viel Aufmerksamkeit erzeugen, doch diese Hochglanzwirkung deckt sich nicht mehr mit dem tatsächlichen Alltag in den Stationen.
Durch die anhaltenden Sparmaßnahmen, besonders beim Personal, ist das Service Niveau längst nicht mehr auf dem Stand, den das Unternehmen nach außen präsentiert. Selbst langjährige Kunden sprechen immer häufiger offen aus, dass vom früheren Premium Anspruch kaum noch etwas zu spüren ist. Viele Mitbewerber haben aufgeholt oder Sixt inzwischen sogar überholt. Das nach außen vermittelte Bild und die Realität im operativen Geschäft klaffen damit deutlich auseinander.
Work-Life-Balance
Eigentlich müsste dieser Bereich null Sterne bekommen, weil eine echte Work Life Balance bei Sixt aus meiner Sicht praktisch nicht stattfindet. Durch die anhaltenden Sparmaßnahmen entsteht ein enormer Arbeitsdruck, der dazu führt, dass die vertraglichen 40 Stunden pro Woche nur selten realistisch einzuhalten sind. In vielen Wochen bewegen sich die tatsächlichen Stunden spürbar darüber, auch wenn dies offiziell natürlich nicht gewünscht ist.
Wichtig ist dabei, dass diese Mehrarbeit nicht zwangsläufig angeordnet wird. Häufig entsteht sie aus einer Verbundenheit den eigenen Kollegen im Team gegenüber heraus, weil man versucht, die Arbeit dennoch zu schaffen. Alles, was liegen bleibt, sorgt in der nächsten Schicht oder bei den Kollegen für noch mehr Stress, was viele dazu bringt, länger zu bleiben, um niemanden zusätzlich zu belasten.
Gleichzeitig bleibt dadurch das Privatleben vollkommen auf der Strecke. Man hat oft das Gefühl, dass Verfügbarkeit mehr zählt als Menschlichkeit. Genau aus diesem Grund kündigen in letzter Zeit immer mehr Kolleginnen und Kollegen oder orientieren sich neu, weil diese Belastung auf Dauer schlicht nicht tragbar ist.
Karriere/Weiterbildung
Karrierewege sind grundsätzlich vorhanden und man bekommt immer wieder mit, dass Kolleginnen und Kollegen aus den eigenen Reihen aufsteigen. Dennoch bleibt häufig unklar, worauf diese Entscheidungen tatsächlich basieren. Es wirkt oftmals weniger so, als würde eine Beförderung klar an Leistung, Entwicklung oder nachweisbaren Erfolgen festgemacht werden, sondern eher daran, dass kurzfristig jemand Passendes für eine offene Position benötigt wird. Dadurch entsteht ein intransparentes Bild von internen Aufstiegschancen, was die Motivation, sich langfristig im Unternehmen weiterzuentwickeln, spürbar beeinträchtigen kann.
Gehalt/Benefits
Das Gehaltsniveau, insbesondere für Führungskräfte, ist aus meiner Sicht nicht marktgerecht und steht in keinem Verhältnis zu den Erwartungen und der tatsächlichen Arbeitsbelastung. Zusätzliche Leistungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld gibt es nicht. Der mögliche Bonus wirkt nur auf den ersten Blick attraktiv, hängt jedoch stark von den vorgegebenen Planzahlen ab. Diese Zielwerte sind teilweise so hoch angesetzt, dass die Chance, einen finanziell wirklich relevanten Bonus zu erreichen, sehr gering ist. Dadurch entsteht ein Vergütungssystem, das kaum motivierend wirkt und in wichtigen Bereichen deutlich hinter dem Markt zurückbleibt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt im Unternehmen zwar eine eigene Wohltätigkeitsstiftung mit dem Namen Drying Little Tears, doch wirkt diese in der täglichen Praxis eher wie ein externes Prestigeprojekt und weniger wie ein fest verankerter Bestandteil der Unternehmenskultur. Ein tatsächlicher Bezug zum Arbeitsalltag oder eine spürbare Identifikation der Mitarbeitenden damit ist kaum erkennbar.
Gleichzeitig bleibt die grundsätzliche Frage, wie ein Unternehmen, dessen Kerngeschäft in der Vermietung von Fahrzeugen liegt, wirklich umweltbewusst agieren kann. In der Realität ist dies angesichts der Geschäftsstruktur nur begrenzt möglich. Zwar gibt es moderne und effizientere Fahrzeuge, jedoch ändert das nichts daran, dass der ökologische Fußabdruck dieser Branche naturgemäß hoch bleibt und viele Bemühungen dadurch eher symbolisch wirken.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt innerhalb der einzelnen Stationen war herausragend und stellte den wichtigsten positiven Faktor im Arbeitsalltag dar. Besonders bemerkenswert war, dass dieser Zusammenhalt ausschließlich unter den Mitarbeitenden auf gleicher Hierarchiestufe stattfand. Man unterstützte sich gegenseitig, half einander durch stressige Situationen und sorgte dafür, dass man trotz der insgesamt schwierigen Rahmenbedingungen motiviert blieb.
Von den Vorgesetzten hingegen fühlte man sich selten bis gar nicht gehört, verstanden oder repräsentiert. Dadurch rückten die Kolleginnen und Kollegen auf derselben Ebene noch enger zusammen, da der Rückhalt aus der Führungsebene kaum spürbar war.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kollegen fällt für mich insgesamt eher neutral aus. Es gibt durchaus einige erfahrene Mitarbeiter, die lange im Unternehmen sind und wertvolles Wissen mitbringen. Gleichzeitig hört man immer wieder indirekt, dass diese „alten Hasen“ nicht überall gern gesehen sind, weil eine mögliche Kündigung mit höheren Abfindungskosten verbunden wäre. Dadurch entsteht der Eindruck, dass man lieber jüngere oder neue Mitarbeiter im Team hätte, die das aktuelle Arbeitspensum eher stillschweigend mitgehen. Diese Wahrnehmung trübt den Gesamteindruck und lässt Zweifel daran aufkommen, wie wertschätzend langfristige Erfahrung tatsächlich betrachtet wird.
Vorgesetztenverhalten
Die Erfahrungen mit dem Vorgesetztenverhalten hängen stark davon ab, an wen man gerät. In meinem Fall liegt der Fokus meines aktuellen Vorgesetzten nahezu vollständig auf Zahlen, Daten und Fakten, während der Mensch dahinter kaum noch Beachtung findet. Anliegen werden nur in absoluten Ausnahmesituationen gehört und wirken dann eher wie ein Pflichttermin als echtes Interesse.
Besonders belastend ist, dass zusätzlicher Einsatz oder Entgegenkommen nicht anerkannt, sondern selbstverständlich einkalkuliert wird. Gibt man sprichwörtlich die Hand, wird oft der ganze Arm erwartet. Das schafft keine Basis für eine vertrauensvolle oder produktive Zusammenarbeit, sondern führt spürbar zulasten der Mitarbeitenden.
Hinzu kommt, dass teilweise erwartet wird, mögliche Fehlverhalten von Kolleginnen und Kollegen detailliert zu dokumentieren, um im Zweifel etwas „in der Hand“ zu haben. Dieses Vorgehen trägt einen sehr unangenehmen Beigeschmack und wirkt eher kontrollierend als unterstützend. Insgesamt entsteht ein Umfeld, das eher demotiviert, statt Leistungsbereitschaft zu fördern.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen werden vor allem durch die veraltete und äußerst langsame IT Hardware in den Stationen beeinträchtigt. Viele Prozesse dauern dadurch deutlich länger als nötig und bremsen den gesamten Arbeitsablauf regelmäßig aus. Hinzu kommt, dass der Austausch dieser Geräte nur über langwierige Budget Umplanungsprozesse möglich ist. Ein einfacher Tausch von alter gegen neue Hardware scheint im Unternehmen nicht vorgesehen zu sein, was notwendige Verbesserungen erheblich erschwert.
Kommunikation
Die Kommunikation war insgesamt ausbaufähig. Zwar wurden grundlegende Informationen weitergegeben, jedoch oft zu spät oder unvollständig. Besonders problematisch war, dass relevante personelle Entscheidungen regelmäßig über die Köpfe der betroffenen Mitarbeiter hinweg getroffen wurden. Versetzungen oder Standortwechsel wurden teilweise erst einen Tag vor ihrem Inkrafttreten kommuniziert, was zu erheblicher Unsicherheit und Frustration führte. Rückfragen blieben häufig unbeantwortet oder führten zu widersprüchlichen Aussagen je nach Ansprechpartner. Dadurch wirkte es, als gäbe es kein einheitliches Informationskonzept, was den Arbeitsalltag unnötig erschwerte.
Gleichberechtigung
Hier kann ich nichts negatives berichten.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben selbst sind abwechslungsreich und grundsätzlich sehr kurzweilig. Die Zeit vergeht schnell, was jedoch auch stark mit dem dauerhaft hohen Stresslevel zusammenhängt. Der Arbeitsalltag bleibt dadurch selten monoton, aber diese Dynamik hat auch ihre Schattenseiten. Die dauerhafte Belastung, die aus der ständigen Schnelllebigkeit entsteht, wirkt sich spürbar auf die psychische Situation vieler Mitarbeitender aus. Die Aufgaben sind also durchaus interessant, doch das Umfeld, in dem sie erledigt werden müssen, nimmt ihnen viel von ihrem positiven Potenzial.