„Wer braucht schon Perspektiven, wenn es Durchhalteparolen gibt?“
Gut am Arbeitgeber finde ich
• Viel Ruhe im Großraumbüro (fast schon meditativ leer)
• Genug Zeit, über den nächsten Job nachzudenken
• Wer Sarkasmus mag, wird hier auf seine Kosten kommen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
• Kündigungen wie aus dem Losbeutel
• Know-how? Eher Know-away.
• Keine Vision, kein Plan – aber ganz viel „Wir sitzen das aus“
• Führung? Ja, irgendwie. Aber eher im Stil von „Augen zu und durch“
• Man hat das Gefühl, dass nur noch der Hausmeister an die Firma glaubt
Verbesserungsvorschläge
Willkommen bei der Softline GmbH – dem Ort, an dem wirtschaftlicher Niedergang zur neuen Unternehmensstrategie erklärt wurde. Die Devise lautet offenbar: Wenn schon Krise, dann mit Stil – und möglichst ohne Plan.
Die jüngsten Kündigungen? Ein Meisterwerk der Intransparenz! Ein Sozialplan? Fehlanzeige. Stattdessen wurde nach dem altbewährten „Nasenfaktor“ vorgegangen: Wer zu teuer, zu kritisch oder einfach zu erfahren war, durfte gehen. Wer geblieben ist, fragt sich täglich: „Warum eigentlich ich?“
Das Know-how ist längst durch die Tür, freiwillig oder mit „freundlicher Empfehlung“. Aber keine Sorge – dafür gibt’s jetzt verstärkt Durchhalteparolen! Innovation? Strategie? Ein USP? Nicht nötig. Wer motiviert ist, darf sich mit Worthülsen wie „Wir schaffen das gemeinsam“ trösten – natürlich ohne Kontext oder Richtung.
Das Großraumbüro gleicht mittlerweile eher einem verlassenen Coworking-Space nach der Apokalypse. Platz wäre genug – nur leider keine Menschen mehr da. Gespräche mit Kolleg:innen? Wenn man sie denn noch trifft, am besten beim Flur-Gedankenkarussell: „Wird hier eigentlich noch gearbeitet – oder nur abgewartet?“
Die Stimmung? Zwischen Sarkasmus, innerer Kündigung und Bewerbungs-Euphorie. Der letzte macht das Licht aus – sofern das nicht bereits aus Energiespargründen abgeschaltet wurde.