Gemeinsam durch Dick und Dünn
Arbeitsatmosphäre
Ich schätze sehr den kollegialen Umgang und die Sachbezogenheit. Meist herrscht eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre, in der man produktiv arbeiten kann. Häufig geht es humorvoll zu, sowohl in Präsenz als auch im elektronischen Austausch. Ich gehe meistens lieber ins Büro, als im HomeOffice zu arbeiten.
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Dazu kann ich eigentlich fast nichts sagen.
Work-Life-Balance
Meine Antwort ist sehr persönlich geprägt, ich habe in fast zwei Jahrzehnten von arbeitsvertraglichen 60 % bis 200 % Notfall-Auslastung alles erlebt. Das war aber letztlich immer meine Entscheidung, dazu wird niemand gedrängt. Manchmal war es nicht einfach, Urlaub genau dort zu nehmen, wo es am besten gepasst hätte, aber auch da haben wir am Ende in der Regel brauchbare Kompromisse gefunden. Urlaub verfällt hier nicht, und ich habe es kürzlich geschafft, größere Urlaubsreste und Überstunden effektiv abzubauen, das ist also nicht nur Theorie.
Karriere/Weiterbildung
Klassische Karriere im Sinne von Karrierestufen kann man hier nicht machen, dazu sind die Hierarchien zu flach. Je interessierter und einsatzfreudiger man ist, desto besser kann man sich hier sein Arbeitsfeld gestalten. Eine systematische Weiterbildungspolitik gibt es nicht, und es gibt schon einige inhaltliche Felder, auf denen wir als Firma etwas unterbelichtet sind.
Gehalt/Benefits
Ich bin nicht unzufrieden. Es ist für eine kleinere Firma nicht einfach, den Spagat zwischen sehr großen Unterschieden bezüglich Qualifikation und Arbeitseinsatz einerseits und erfolgreicher Mitarbeiterwerbung und Mitarbeiterhaltung zu bewältigen. Allerdings bleibe ich kontinuierlich an dem Thema dran.
Die Gehälter wurden ausnahmslos pünktlich gezahlt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
IT-Arbeit generell und die mit zwei Standorten und Kunden verbundenen Reisen sind nicht sehr ressourcenschonend. Weder Umwelt- noch Sozialbewusstsein spielen hier eine große Rolle, allerdings bin ich auch kein Anhänger von schönen Aushängeschildern und plakativen Events, wie sie mancherorts gepflegt werden.
Kollegenzusammenhalt
Exzellent. Ich bin jetzt 18 Jahre dabei, wie einige andere auch. Wir schätzen gegenseitig die spezifischen Erfahrungen, und wir sind vom Hintergrund her ein eher bunter Haufen. Auch wenn Projektdruck herrscht, ist die Zusammenarbeit weiterhin sehr konstruktiv. Wenn es mal Entgleisungen gibt, wird das häufig nicht nur von einem Kollegen angesprochen, sondern von mehreren, da gibt es eine Sensibilität. Im Vordergrund stehen eigentlich immer die zu lösenden Probleme, aber wenn Privates sich nach vorne drängt, dann wird das nicht übergangen.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Art und Weise, wie wir arbeiten, belohnt Erfahrung in besonderem Maße, sowohl auf der technischen als auch auf der inhaltlichen (betriebswirtschaftlichen) Ebene. Insofern müssen eher die Jüngeren rudern, um diese Erfahrung aufzubauen.
Vorgesetztenverhalten
Gar nicht so einfach zu beantworten, weil wir hier außer dem Chef keine klassischen Vorgesetzten haben. Wir sind eher ein Haufen Individualisten, zusammengehalten durch ein Produkt, an dem wir gemeinsam arbeiten, aber auch durch den Chef, der uns sowohl durch ruhige als auch stürmische Zeiten navigiert hat. Hoch rechne ich ihm an, dass die Kommunikation immer ruhig und sachbezogen bleibt, auch in schwierigen Situationen. Und nie hatte ich das Gefühl, dass er mir in den Rücken gefallen ist. Konflikte muss man allerdings schon selbst ansprechen.
Arbeitsbedingungen
Nach vielen Jahren in einer riesigen Büroetage nur für uns arbeiten wir seit zweieinhalb Jahren in unserer Berliner Niederlassung in einem Coworking Space, wo wir nur noch zwei Räume zur Verfügung haben. Das ist schon manchmal etwas kompakt. Das Erdgeschoss unter uns ist unbesetzt und im Winter oft fußkalt. Im Sommer hingegen kann es schon mal sehr mollig werden, denn wir haben keinen eigenen Serverraum.
Elektronische Infrastruktur ist leider ein konstantes Thema. Es hat ewig gedauert und viel Frustration gekostet, bis wir neue, schnelle Entwicklungsrechner erhalten haben, seit wir auf D365 umgestiegen sind, ein stark ressourcenfressendes Produkt. Da habe ich echt Lebenszeit verloren, und ein Teil meiner Überstunden in den letzten Jahren ist nur darauf zurückzuführen. Es gibt keine proaktive Ausstattungspolitik seitens der Geschäftsführung, man muss schon laut klagen, um etwas zu bekommen. Wir haben einen externen Dienstleister für Infrastruktur, insofern gibt es häufiger längere Wartezeiten, bis sich was bewegt.
Kommunikation
Die interne Kommunikation seitens der Geschäftsführung könnte deutlich besser sein. Insbesondere von personellen Veränderungen erfährt man häufig erst spät, manchmal sogar erst im Nachhinein. Das ist besonders nervig, wenn der Flurfunk schon viel weiter ist. Persönliche Gespräche mit der Geschäftsführung hingegen sind gut und offen, allerdings sollte man das aktiv anstoßen und nicht darauf warten, dass der Chef auf einen zukommt.
Gleichberechtigung
Ich kann keine Ungleichbehandlung erkennen. Letztlich entscheidet die Leistung.
Interessante Aufgaben
Ich konnte mich nie beklagen, zumal ich mein Aufgabengebiet auch immer selbst mitdefiniert habe. Wir entwickeln auf der Basis von Dynamics 365 F+O ein komplexes Softwareprodukt für eine sehr eigenwillige Branche, und Produktentwicklung ist sehr viel anspruchsvoller als Projektarbeit, die bei den meisten Partnern vorherrscht, die mit D365 arbeiten. Ich würde nicht tauschen wollen.
