Enttäuschende Kommunikation und nicht eingehaltene Zusagen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Team selbst war sehr nett, die Zusammenarbeit hat Spaß gemacht und die Arbeitsatmosphäre war insgesamt entspannt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das eigentliche Problem lag für mich jedoch eindeutig in der Kommunikation und dem Umgang der HR-Abteilung mit ihren Zusagen.
Im Vorstellungsgespräch wurde mir ein Praktikumsgehalt von 800 € genannt, was deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Gleichzeitig wurde damit geworben, dass ich nach meinem Praktikum die Möglichkeit hätte, als Werkstudent im Unternehmen weiterzuarbeiten. Nachdem mir der Vertrag vorgelegt worden war, musste ich diesen innerhalb kurzer Zeit unterschreiben und zurücksenden.
Nach einiger Zeit entschied ich mich, den Vertrag noch vor Beginn des Praktikums zu kündigen, da ich ein finanziell deutlich besseres Angebot erhalten hatte. Daraufhin kontaktierte ich die HR-Abteilung telefonisch und schilderte meine Situation. Man wollte mich unbedingt im Unternehmen halten und betonte, wie sehr sich der Abteilungsleiter auf mich freue und wie gut ich ins Team passen würde. Außerdem wurde erneut die Möglichkeit einer anschließenden Werkstudententätigkeit hervorgehoben.
Ich erklärte daraufhin ganz offen, dass es für mich finanziell schwierig sei, das Praktikum zu diesem Gehalt fortzusetzen, da die Differenz zum anderen Angebot erheblich war und ich auf das Geld angewiesen bin, um meine laufenden Kosten und Rechnungen zu bezahlen. Daraufhin wurde mir zugesichert, dass sich beim Gehalt noch etwas ändern würde. Im Vertrauen auf diese Aussage stimmte ich zu, das Praktikum dort zu absolvieren. Anschließend kam jedoch nichts mehr vonseiten der HR-Abteilung. Als ich schließlich meine erste Gehaltsabrechnung erhielt, musste ich feststellen, dass sich am Gehalt überhaupt nichts geändert hatte.
Das empfand ich als äußerst enttäuschend und unfair. Mir wurde im persönlichen Gespräch eine Gehaltsanpassung in Aussicht gestellt, um mich zum Bleiben zu bewegen. Diese Zusage wurde jedoch nicht eingehalten, obwohl ich ausdrücklich erklärt hatte, dass das ursprüngliche Gehalt für mich finanziell nicht ausreicht.
Gegen Ende des Praktikums fand ein Feedbackgespräch statt, bei dem auch das Thema Gehalt angesprochen wurde. Dabei wurde unter anderem darüber gesprochen, ob die Höhe des Praktikumsgehalts überhaupt fair sei, zumal das Unternehmen offenbar plante, zukünftigen Praktikanten ein höheres Gehalt zu zahlen. Angesichts dessen, dass mir zuvor selbst eine Gehaltsanpassung zugesichert worden war, empfand ich das als besonders respektlos.
Auch bezüglich der zuvor in Aussicht gestellten Werkstudentenstelle verlief die Kommunikation enttäuschend. Noch vor dem Ende meines Praktikums fragte ich nach, wie es mit der Weiterbeschäftigung aussah. Mir wurde mitgeteilt, dass grundsätzlich alles passe und ich lediglich angeben solle, wie viele Stunden pro Woche ich gerne arbeiten würde. Dieser Bitte kam ich nach. Ich ging daher davon aus, dass einer Weiterbeschäftigung nichts im Wege stand, und plante entsprechend mit dieser Perspektive.
Kurz nach Ende meines Praktikums fragte ich erneut nach dem aktuellen Stand. Daraufhin erhielt ich zunächst keine Rückmeldung und wurde über längere Zeit hingehalten. Schließlich wurde mir mitgeteilt, dass das Unternehmen keine Werkstudenten einstellen könne, obwohl mir diese Möglichkeit zuvor mehrfach in Aussicht gestellt worden war und ich fest damit gerechnet hatte. Es ist wirklich bedauerlich zu sehen, wie hier mit Mitarbeitern umgegangen wird.
Edit nach der Antwort des Unternehmens: Die Antwort geht leider am eigentlichen Kern meiner Kritik vorbei. Schade. Aber na ja, um auf Ihre Antwort einzugehen: Ganz richtig ist diese Aussage nicht, denn Praktikanten und Werkstudierende werden durchaus unterschiedlich behandelt, allein schon im Hinblick auf die Bezahlung. Verantwortung für die eigenen Aussagen zu übernehmen, scheint wohl schwierig zu sein.
