Verwalten statt Gestalten
Gut am Arbeitgeber finde ich
Zentrale Bürolage und gute Verkehrsanbindung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wenn Mitarbeiter schon als Experten bezeichnet werden, dann sollte man sich die sog. „Expertenmeinung“ zumindest anhören. Probleme nicht totschweigen sondern gemeinsam lösen.
Verbesserungsvorschläge
Vorhandene Probleme und Konflikte nicht tabuisieren, sondern offen ansprechen und thematisieren. Flache Hierarchien nicht nur bewerben, sondern auch wirklich leben. Den eigenen Mitarbeitern Vertrauen schenken, so dass diese ihre Arbeit eigenverantwortlich ausführen können. Denn wo kein Vertrauen ist kann auch kein Commitment vom Arbeitnehmer verlangt werden. Mut haben Feedback zuzulassen, denn davon können beide Seiten profitieren.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre der it-economics hat meiner Meinung nach nur noch wenig mit der eines mittelständischen Unternehmens gemein. Stattdessen erinnern die zunehmend bürokratischen und hierarchischen Strukturen an einen Großkonzern. Trotz der noch überschaubaren Unternehmensgröße der it-economics sind die Entscheidungswege oft sehr lang. Dies liegt meines Erachtens mitunter daran, dass Entscheidungsvorlagen zunächst diversen Gremien zur Abstimmung vorgelegt werden müssen. Zumeist bestehen diese Gremien aus der Geschäftsführungsetage, so dass selbst das mittlere Management nur begrenzt Einflussmöglichkeiten besitzt. In meiner Zeit bei der it-economics habe ich die Entscheidungsfindung als entweder ruck- und reflexartig nach der Devise „einfach mal machen“ oder als bürokratisch und phlegmatisch wahrgenommen.
Die Atmosphäre im Team empfinde ich als sehr verkrampft und gewollt. Man gibt sich bewusst locker um nach außen hin das Label „hip“ für sich beanspruchen zu können.
Image
Nach außen hin hat die it-economics ein sehr gutes Image, wirbt mit flachen Hierarchien und vielfältigen Karriere- und Gestaltungsmöglichkeiten. Hinter der Fassade konnte ich allerdings andere Erfahrungen sammeln. M.E. ist die it-economics ein phlegmatisches, mittelständisches Unternehmen mit zunehmend hierarchischen Strukturen. Flache Hierarchien und open-door policy konnte ich nicht finden. Zudem wurde immer wieder nur der Anschein erweckt als Experte tatsächlich Einfluss auf Entscheidungen zu haben.
Work-Life-Balance
Faire Arbeitszeiten inkl. Überstundenmodell. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist daher gut möglich.
Karriere/Weiterbildung
Stark vom jeweiligen Unternehmensbereich abhängig. Für die Berater gibt es die Möglichkeit sich in drei Karriere Tracks weiterzuentwickeln. Hierfür wurden klare Karrierewege definiert. Flexibilität innerhalb der jeweiligen Tracks ist kaum vorhanden. Im Backoffice hingegen werden keine Karrieremöglichkeiten angeboten.
Gehalt/Benefits
Branchenübliche Gehälter mit Bonusoption. Sozialleistungen wie bAV, Firmenradl und Corporate Benefits werden angeboten.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Auch wenn in der Signatur mittlerweile der Hinweis „think before you print“ aufgenommen wurde, ist die it-economics meines Erachtens noch weit entfernt von einer paperless company. Teilweise werden sogar E-mails ausgedruckt. Das Kaufverhalten des Unternehmens würde ich als verschwenderisch beschreiben. Zwar profitieren die Mitarbeiter von den kostenfrei zur Verfügung gestellten Joghurts, Süßigkeiten und Getränken. Schade hingegen ist, dass am Ende des Monats nicht verzehrte Joghurts im Müll landen.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt variiert. Insbesondere bei den Beratern scheint größtenteils ein gutes und produktives Miteinander möglich. In anderen Bereichen hingegen ziehen die Kollegen nur bedingt an einem Strang. Der Grund hierfür ist meines Erachtens die gelebte „Null-Fehlertoleranz“ der it-economics sowie die dadurch teils angespannte Atmosphäre. Die Angst selbst Fehler zu machen ist relativ groß. Meinem Eindruck nach werden Fehlentscheidungen der Führungskräfte oftmals bei den ausführenden Mitarbeitern verortet, um das Gesicht des Managements zu wahren. Hier fehlt es oft an Reflexion.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt nur wenige ältere Kollegen. Ungleichbehandlung konnte ich hier nicht feststellen.
Vorgesetztenverhalten
Bei der Auswahl neuer Führungskräfte wird kaum Wert auf notwendige Führungskompetenzen gelegt. Stattdessen ist meiner Meinung nach der „Nasenfaktor“ für die jeweilige Promotion ausschlaggebend. Einige Führungskräfte (insbesondere im oberen Management) neigen zu ausgeprägtem Micro-Management, steuern und kontrollieren kleinste Prozesse. Absurd wird es dann wenn jeder als sog. „Experte“ deklariert wird, im Endeffekt aber die „Expertenmeinung“ bei Entscheidungen nicht berücksichtigt wird sofern dadurch nicht die vorherrschende Meinung des jeweiligen Vorgesetzten gestützt wird. Tatsächliches Gestalten ist dadurch meines Erachtens kaum möglich. Übermäßiges „Top Down“ Management funktioniert meiner Meinung nach ab einer bestimmten Unternehmensgröße nicht mehr, verlangsamt nur Prozesse und lähmt motivierte Mitarbeiter, die wirklich was bewegen möchten.
Arbeitsbedingungen
Die Technische Ausstattung (Firmenhandy und Laptop) ist aktuell und gut. Bedingt durch das starke Unternehmenswachstum gibt es mittlerweile (insbesondere am Standort München) ein massives Platzproblem. Die Arbeitsplätze werden dadurch immer stärker verdichtet.
Kommunikation
Die Unternehmenskommunikation wird klar von oben vorgegeben. Dies hat zur Folge, dass insbesondere unangenehme Themen tabuisiert und „unter den Teppich“ gekehrt werden. Meines Erachtens führt dies zu einer großen Unsicherheit seitens der Belegschaft. Man weiß nicht welche Information mit welcher Person geteilt werden darf.
Gleichberechtigung
Wie üblich in der IT Branche ist der Männeranteil sehr hoch. Lässt sich daher schwer beurteilen.
Interessante Aufgaben
Vor Arbeitsantritt hatte man mich immer wieder auf die zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten bei der it-economics hingewiesen. Leider konnte ich in meinem Aufgabenbereich nur bedingt eigene Ideen einbringen. Weiterentwicklungsmöglichkeiten waren für mich nicht vorgesehen.

