Eine gute Firma für eine gewisse Zeit
Gut am Arbeitgeber finde ich
Zunächst darf man Sopra Steria nicht mit einer Softwareentwicklungsfirma verwechseln. Eine firmenweite Diskussion über den Stand der Kunst im Software Engineering ist ungefähr so vorstellbar wie japanisches Blumenstecken. Es geht eher darum, im Querschnitt durch Business Analyse, Test und Entwicklung das Beste aus schlechten Kundenprozessen herauszuholen. Solche Einsätze fühlen sich hinsichtlich Tools und Prozesslandschaft oft wie eine Zeitreise an. Sopra Steria wirkt da nicht fehl am Platz, aber auch nicht unmodern. Gearbeitet wird mit ruhiger Professionalität und 100% Committment. Das fand ich immer inspirierend.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vor ein paar Jahren gab es einen Breach, zu dem es nie eine Nachlese gab. Es wurde Information Hiding betrieben. Details gab es hierzulande nur bei Heise. Im Nachgang wurde ein Security-Team aufgestellt, das zum Selbstzweck wurde -- dabei war der Breach wohl ganz normal über einen ungepatchten Domänencontroller gelaufen, da hätten schon die grundlegenden Regeln genügt. Die letzte Ausprägung, die ich mitbekommen habe, war, dass alle im Büro mit farbigen Erkennungsbändchen herumlaufen musste. Damals hab ich dann gemerkt, dass ich nicht mehr in dieses Umfeld passe.
Verbesserungsvorschläge
Persönliche Ziele und Cases können im Prinzip nie in der Arbeitszeit gemacht werden. Das ist an sich nicht schlimm, bedeutet aber halt auch, dass oft banales Zeug rauskommt, das halb durchdacht ist. Bei Managercases landen oft nervige Aufgaben bei Consultants, für die die auch keine Zeit haben. Das ganze ist ein wenig albern, v. a. wo eigentliche Personalentscheidungen vermutlich doch auf Grund "allgemeiner" Einschätzungen gemacht werden und die Casebewertung halt dann so hingedengelt. Hier könnte man etwas ehrlicher sein.
Arbeitsatmosphäre
Im Projekteinsatz beim Kunden toll -- nach Covid aber das meiste remote und nicht so doll
Image
Sopra hat eigentlich kein eigenes Image, ist eher ein Konglomerat. Es zählt das Projekt
Work-Life-Balance
wer will, hat genug Zeit fürs Privatleben
Karriere/Weiterbildung
nicht alles gut organisiert/Karriere läuft über Managercases, ist halt Beratung. Es gibt aber keinen Druck hinsichtlich Aufstieg.
Gehalt/Benefits
Gehalt ist Durchschnitt. Schon OK
Umwelt-/Sozialbewusstsein
sehr ambitioniert mit Net-Zero, E-Autos, Bienenhonig etc.
Kollegenzusammenhalt
es ist weniger Zusammenhalt, mehr das gemeinsame Projektziel, das mit Einsatz verfolgt wird
Umgang mit älteren Kollegen
im Projekt sind alle gleich
Vorgesetztenverhalten
Linienvorgesetzte oft weit weg und etwas desorganisiert
Arbeitsbedingungen
früher beim Kunden genau mein Fall -- nachher remote lausig (aber anderswo genauso)
Kommunikation
Kommunikation funktioniert gut projektbezogen
Gleichberechtigung
extrem bunte Truppe. Nicht ganz auf dem Level eines Berliner Startups und Teilzeit schwierig, aber besser als anderswo.
Interessante Aufgaben
jedes Projekt hat Herausforderungen und ist irgendwie spannend, selbst wenn es anfangs manchmal nicht so wirkt

