Toxischer Arbeitgeber
Gut am Arbeitgeber finde ich
- kleine Verbesserungen in den Benefits
- früher war es noch das Team, was mich da gehalten hat
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- die realitätsferne Arbeitgebermoral, bei der sich der Mitarbeiter für das Unternehmen aufopfert und Extrameilen zum guten Ton gehören und selbstverständlich sind
- die Selbstverständlichkeit der Nutzung privater Geräte der Mitarbeiter, sei es Handy, Laptop, Kamera oder anderes Equipment
- die Selbstverständlichkeit des Herausgebens der privaten (!!!) Telefonnummer an Partner, ohne vorheriges Fragen und ohne der Stellung eines Diensthandys
- der Umgang mit der Privatsphäre von Mitarbeitern
- der Umgang mit Mitarbeitern bei Krankheit
- das fehlende Lernverhalten des Arbeitgebers - ist zwar fürs erste oft kritikfähig, hört sich dankend die Meinung anderer an und meint jedes Mal "er habe es verstanden" und fällt dann doch immer wieder in alte Verhaltensmuster zurück
- die ungerechte Entlohnung der Mitarbeiter, von denen alles abverlangt wird und die zusätzlich auch noch als Führungskraft fungieren
Verbesserungsvorschläge
- das Unternehmen braucht einen anderen Geschäftsführer
- vielleicht mal an anderen größeren Unternehmen orientieren, was Benefits, Mitarbeiterbindung, Mitarbeiterkultur und Führungskompetenzen angeht
- mehr die Augen der Welt öffnen und weniger in seiner eigenen Blase leben
Arbeitsatmosphäre
- man fühlt sich dauerhaft vom GF kontrolliert, auch wenn es heißt, er vertraue einem
- Dankbarkeit und Lob sind nicht authentisch und wirken eher so wie "man müsse das jetzt sagen"
- aufgrund von Launen und emotionsgetriebenem Verhalten vom Arbeitgeber war das Arbeiten, besonders in Meetings, oft sehr unangenehm
Image
- früher würde ich sagen war das Image sehr sehr gut
- man kennt Sorglosmakler auf jeden Fall aufgrund der plakativen Werbung
- das Image ist mittlerweile in meinen Augen und von dem, was man im Gespräch mit anderen aus Magdeburg hört, jedoch im Keller
Work-Life-Balance
- für mich eher Work-Work-Balance
- wenn man hier Grenzen zu Zwecken seiner Privatsphäre setzt, ist man fehl am Platz: Erreichbarkeit nach Feierabend, am Wochenende und im Urlaub wird vorausgesetzt bzw. sorgt bei Setzung der Grenze für extreme Diskussionen und Druck
- auch wenn man Grenzen setzt im Sinne von, dass man auf seinem privaten (!!!) Handy nicht die Arbeitsmails eingerichtet hat, sorgt das nur für Grundsatzdiskussionen
- flexible Arbeitszeiten waren stark eingegrenzt und somit eher wenig flexibel, da ich bereits vorher festlegen musste, wie ich an welchen Tagen von der Stundenanzahl her arbeite
- Weiterbildungen, die der GF zu seinen eigenen Zwecken und auf eigene Entscheidung hin machen wollte, wurden verlangt in meiner Freizeit (!!!) abzuhalten und zudem auch noch, dass ich als Führungskraft dies meinen Teammitgliedern genauso beizubringen habe - wogegen ich mich klar positioniert habe und das wieder nur Grundsatzdiskussionen über meine moralische Einstellung zum Unternehmen zur Folge hatte
- Kickoff-Veranstaltungen oder Arbeitseinsätze, die auf das Wochenende fielen, waren in Augen des GFs ebenfalls keine Arbeitszeit, sondern geopferte Freizeit fürs Unternehmen
Karriere/Weiterbildung
- es wird auf jeden Fall was für die eigene Entwicklung getan und auch vorausgesetzt, was an sich sehr gut ist
- ich habe damals meine zwei Wunschweiterbildungen finanziert bekommen, worüber ich sehr dankbar bin - da dies von mir gewünschte Weiterbildungen waren, habe ich diese damals auch gerne in meiner Freizeit absolviert
- anders verhält es sich natürlich mit der Tatsache, wenn eine Weiterbildung/ein Coaching vom Arbeitgeber verlangt/aufgezwungen wird und man sich dafür dann keine Arbeitszeit schreiben soll
Kollegenzusammenhalt
- früher war der Zusammenhalt wirklich stark und es war wie eine kleine Familie, mit der man sehr gern zusammenarbeitet
- aufgrund der starken Fluktuation in den letzten 3 Jahren hat sich das gesamte Teamgefüge jedoch so entwickelt, dass man sich immer weniger gegenseitig unterstützt hat, kaum noch Spaß zusammen bei der Arbeit oder für Teamabende spürte, mehr hinterm Rücken geredet wurde und auch nicht mehr füreinander eingestanden wurde - alles grundsätzlich auch dem Verhalten des GFs geschuldet
Vorgesetztenverhalten
- emotional geleitetes Verhalten des Arbeitgebers
- GF kann in meinen Augen weder das Unternehmen führen noch leiten, ihm fehlen meiner Meinung nach soziale, methodische und personale Kompetenzen
- keine realitätsnahe Vorstellung von Unternehmenszielen, sondern eher utopisch
Arbeitsbedingungen
- Mitarbeitern wurden Bildschirm, Maus, Tastatur, Schreibtischunterlage gestellt
- nach Ausbau der Räumlichkeiten im OG war das Arbeiten dort im Frühling/Sommer die reinste Katastrophe zu meiner Zeit - in meinen Augen den Mitarbeitern gegenüber nicht zu verantworten, die Räume sind 0 gedämmt und es herrschten tropische Temperaturen - es wurde sich wohl später dann um ein Klimagerät gekümmert
- aufgrund dessen, dass ich 5 Jahre lang mit meinem privaten (!!!) Laptop und Handy gearbeitet habe und das auch immer als selbstverständlich angesehen wurde und nie von alleine mal der Impuls kam, mir geschäftlich diese Geräte zu beschaffen, erst als ich es mal ansprach, nachdem ein anderer Mitarbeiter ein neues Macbook bekam, hieß es, man könne mir meinen privaten Laptop abkaufen... kann ich hier wirklich nur einen Punkt geben
- Homeoffice wird nur geduldet, wenn man krank ist, dann hat man nämlich nicht sich zu Hause auszuruhen und sich krankzuschreiben, sondern zu arbeiten
Kommunikation
- grundsätzlich wurden Prozesse zur einheitlichen Kommunikation geschaffen, welche aber immer wieder umgangen wurden
- Aufgaben, die ich sehr spontan zu erledigen habe und dann in Form von Überstunden ausbaden darf, weil der Arbeitgeber es vergessen hat, mir rechtzeitig mitzuteilen, zähle ich zu schlechter Kommunikation
Gehalt/Benefits
- für meine Position deutlich unterbezahlt und leider habe ich es jahrelang mit mir machen lassen und wurde immer wieder vertröstet
- da mir nicht mehr Gehalt zum damaligen Zeitpunkt gegeben werden konnte, wurde versucht, eine Bonuszahlung bei Erreichen eines bestimmten Umsatzzieles als Gehaltserhöhung zu verkaufen - nur, dass ich dann nach der Bonuszahlung genauso wenig wie vorher verdient hätte, also ein Witz
- Benefits an sich nicht wirklich viele, aber mit der Zeit wurde immerhin etwas gemacht wie z.B. Sachbezugsgutscheine und Internetpauschale
Gleichberechtigung
- grundsätzlich wurde sich nach außen hin bemüht, immer alle gleich zu behandeln
- manchen Mitarbeitern wurde mehr Flexibilität der Arbeitszeit zugesprochen als anderen, in meinen Augen ein No Go, da es bis auf den Empfang keinen Grund dafür gibt und nur für Unruhe und Unzufriedenheit sorgte
- in den Räumlichkeiten wurden überall die Grundsätze des Unternehmens ausgehangen, wo auch drauf stand, dass jeder Fehler machen kann, solange sie nur einmal passieren würden - haben aber manche Mitarbeiter oder Makler immer wieder die gleichen Fehler gemacht, wurde das einfach trotzdem toliert und es gab keine spürbaren Konsequenzen dafür (jedenfalls häufig meine Erfahrung)
- das respektvolle Verhalten des GFs unterscheidet sich zu Leuten, die er mehr mag, braucht oder auf die er angewiesen ist, als zu anderen im Unternehmen
Interessante Aufgaben
- an einem breiten Spektrum an unterschiedlichen und auch interessanten Aufgaben konnte ich mich nie beschweren
- mehr oder weniger dadurch geprägt, dass ich massenweise mit Aufgaben überhäuft wurde, Prioritäten falsch gesetzt wurden und wie sinnvoll diese fürs Unternehmen waren, sei mal dahingestellt