Außen hui, innen pfui
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Am Anfang dachte ich wirklich ich hätte einen super Arbeitgeber gefunden - wie falsch ich doch lag. Schlechte Arbeitgeber zeigen sich durch verschiedene Punkte, bei SoSafe sind es vor allem der hohe Druck und die fehlende Menschlichkeit. Man ist als einzelner Mitarbeiter nichts wert, nicht mehr als ein Mittel zum Zweck, eine austauschbare Ressource. Und das bekommt man jeden Tag zu spüren.
Arbeitsatmosphäre
Es gibt unglaublich viel Druck. Bei SoSafe gibt es hohe Erwartungen und unrealistische Ziele, schafft man es zwei Quartale nicht die Ziele zu erreichen wird einem mit Kündigung gedroht. Peer Reviews, bei denen man sich Kollegen aussuchen muss, die einen bewerten, machen die Stimmung nicht besser. Kundencalls werden aufgezeichnet und sind offen für andere Kollegen einsehbar – ausdrücklich soll man sich die Calls der anderen anschauen. Das erzeugt ein sehr komisches Klima. Viele Kollegen haben das Unternehmen wegen des psychischen Drucks verlassen oder wurden gekündigt, weil sie ausgebrannt waren.
Image
Das Image ist für SoSafe extrem wichtig und es wird auch einiges dafür getan: Huficon, Präsenz auf Messen, Podcast, große Kickoffs, man feiert sich selbst gerne und stellt sich als das große erfolgreiche Startup dar. Kürzliche Layoffs, Ankündigung von Sparmaßnahmen und die Schließung des Büros in den USA nur kurz nach Start, geben allerdings ein anderes Bild.
Work-Life-Balance
Überstunden werden zwar nicht aktiv angeordnet, allerdings ist der Workload ohne kaum zu schaffen. Ich habe meistens keine Pause gemacht und teilweise auch an Feiertagen gearbeitet - natürlich unbezahlt.
Wenn man bereits am Freitag Abend mit Grauen an Montag denkt, läuft etwas falsch.
Die 33 Tage Urlaub klingen auf dem Papier toll, in der Realität bringen sie allerdings wenig, wenn einem bei dem Gedanken an Urlaub schon schlecht wird, wenn man an die Unmengen an Arbeit denkt, die einem bei der Rückkehr erwarten.
Karriere/Weiterbildung
Wer aufsteigen will, braucht Vitamin B und muss sich mit den richtigen Leuten gut verstehen.
Kollegenzusammenhalt
Es gibt viele nette Kollegen, allerdings ist die Stimmung immer angespannter geworden und die Hilfsbereitschaft auch gesunken, weil einfach jeder immer noch mehr zu tun hatte und nicht hinterher gekommen ist.
Vorgesetztenverhalten
Ich wusste nie woran ich bin, 1:1 haben oft so geendet, dass ich mich extrem demotiviert und nicht gehört gefühlt habe. Unterstützung wurde kaum angeboten, hat man Probleme angesprochen hieß es, dass man mit ihnen leben muss.
Arbeitsbedingungen
Moderne Ausstattung und schönes Büro - das war dann aber auch schon alles Positive. Es gibt keine klar dokumentierten Prozesse und Strukturen. Die Einarbeitung besteht aus einer Online-Schulung, die ist zwar ganz nett, bringt einem aber in der Praxis nicht so viel. Man wird dann einfach ins kalte Wasser geschmissen. Für Fragen wird einem ein Buddy an die Seite gestellt, meiner war aber selbst neu und hatte von vielen Punkten selbst noch keine Ahnung. Es liegt dann an einem selbst sich die Infos zu beschaffen und Kollegen zu finden die Zeit haben etwas zu erklären. Und wenn man bei SoSafe eines nie hat, dann ist es Zeit...
Kommunikation
Die Kommunikation bei SoSafe ist extrem schwierig. Wichtige Infos werden nicht richtig kommuniziert. Auf Fragen bekommt man schwammige Antworten die einem nicht weiterhelfen, Prozesse sind nicht festgelegt und dokumentiert, Aufgaben nicht immer klar auf die einzelnen Team verteilt.

