Tief belastende Arbeitserfahrung – nie wieder. Von hier aus kann es für mich beruflich nur besser werden.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Essen und Getränke vor Ort
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Autoritäre und respektlose Führung, ständige Kontrolle und Überwachung, belastende Arbeitsatmosphäre, fehlende Wertschätzung, schlechte Kommunikation, fragwürdige Entscheidungen zum Nachteil von Mitarbeitenden und Kindern sowie ein insgesamt schlechter Ruf des Trägers.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht wären grundlegende strukturelle Veränderungen notwendig, um in der Jugendhilfe verantwortungsvoll wirken zu können. Dazu gehört vor allem eine professionelle Führungskultur, transparente Kommunikation und ein pädagogisch fundiertes Verständnis von Zusammenarbeit. Ohne diese grundlegenden Anpassungen erscheint mir die Tätigkeit des Trägers im Bereich der Jugendhilfe derzeit nicht sinnvoll
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war äußerst belastend, was sich leider auch negativ auf die Kinder und Jugendlichen auswirkte. Im gesamten Haus herrschte ein starkes Kontrollklima: umfassende Videoüberwachung und ein 24-Stunden-Sicherheitsdienst führten dazu, dass auch Mitarbeitende beobachtet wurden. Es kam vor, dass man telefonisch gefragt wurde, warum jemand so lange auf der Toilette sei – was ein Gefühl von Misstrauen und ständiger Kontrolle erzeugte.
Die Geschäftsführung verstärkte diese Atmosphäre zusätzlich. Mitarbeitende wurden angeschrien, widersprüchlich behandelt und als Fachkräfte infrage gestellt. Entscheidungen erfolgten oft ohne Teamabstimmung und hatten teils negative Auswirkungen auf Mitarbeitende wie auch auf die Kinder. Kritik oder strukturelle Probleme wurden nicht reflektiert oder konstruktiv aufgegriffen.
Insgesamt entstand ein Umfeld, in dem Vertrauen kaum möglich war. Zwar gab es engagierte Kolleg*innen, doch die bestehenden Strukturen verhinderten eine sichere und kindgerechte pädagogische Arbeit.
Image
Das externe Image des Trägers ist problematisch. Bei Jugendämtern und anderen Kooperationspartnern hatte ich das Gefühl, dass der Träger kritisch wahrgenommen wird, was sich auch im Arbeitsalltag bemerkbar machte. Der Ruf fühlt sich belastet an, und die Zusammenarbeit wird als schwierig wahrgenommen. Für mich persönlich wäre eine erneute Kooperation mit diesem Träger nicht vorstellbar, da die Außenwirkung und die internen Strukturen eher rufschädigend als förderlich wirkten
Karriere/Weiterbildung
keine Weiterbildungen, Supervision gibt es nicht
Gehalt/Benefits
Geringes Gehalt: Anfragen zu angemessenen Anpassungen wurden häufig über Monate ignoriert. In Gehaltsgesprächen wurde man kaum ernst genommen und teils mit dem Hinweis konfrontiert, die eigene Berufswahl infrage stellen zu sollen, wenn man mehr Gehalt möchte. Andere Träger zahlen erfahrungsgemäß deutlich besser – und das ebenfalls im Bereich der Sozialen Arbeit.
Kollegenzusammenhalt
Einige Kollegen sitzen den ganzen Tag nur rum und machen nichts, schauen Netflix o.ä. scheinen aber eine besondere Stellung zu haben und haben nichts zu fürchten. Andere Kollegen waren wirklich engagiert und zuverlässig, und die Zusammenarbeit im direkten Team war zumeist positiv. Leider wurde dieser Zusammenhalt durch Strukturen beeinträchtigt, die seitens der Geschäftsführung im Haus geschaffen wurden. Diese führten immer wieder dazu, dass Mitarbeitende gegeneinander ausgespielt wurden. Es entstand eine Atmosphäre, in der viel gelästert wurde und bestimmte Personen Informationen über Kolleginnen sammelten und an die Geschäftsführung weitergaben. Dadurch fehlte ein Gefühl von Vertrauen und Sicherheit im Team.
Vorgesetztenverhalten
Das Führungsverhalten war stark autoritär geprägt. Entscheidungen wurden meist von oben herab getroffen, ohne Transparenz oder Einbezug des Teams. Kritik war kaum möglich, da Rückmeldungen häufig persönlich genommen oder mit lautem Anschreien beantwortet wurden. Klare Strukturen oder Unterstützung durch die Leitung fehlten, stattdessen entstand oft Druck und Verunsicherung. Wertschätzung oder fachliche Anerkennung waren selten spürbar.
Zusätzlich empfand ich das Auftreten der Geschäftsführung als irritierend. Ein sehr luxuriöses Auftreten – inklusive Chauffeurfahrten mit hochpreisigen Fahrzeugen – vermittelte in einer Unterkunft für geflüchtete Kinder und Jugendliche ein irritierendes Gefühl. Ebenso wirkten Situationen widersprüchlich, in denen von den Kindern selbstverständlich erwartet wurde, nicht in ihren Zimmern zu rauchen, während die Geschäftsführung selbst in Gemeinschaftsbereichen wie der Lobby rauchte. Diese Doppelmoral war für viele Mitarbeitende schwer nachvollziehbar
Arbeitsbedingungen
katastrophal
Kommunikation
Die Kommunikation im Unternehmen war äußerst schwierig. Vonseiten der Geschäftsführung kam es regelmäßig zu unangemessenem Anschreien von Mitarbeitenden. Aussagen waren zudem häufig widersprüchlich: In einem Moment wurde man als unverzichtbar dargestellt, im nächsten wurde man angeschrien oder abgewertet. Mehrfach wurden Mitarbeitende auf sehr herabsetzende Weise kritisiert und als Fachkräfte infrage gestellt – einschließlich der Aufforderung, die eigene Berufswahl zu überdenken. Auch bei Gehaltsanfragen/"Verhandlungen" wurde dieser Hinweis geäußert.
Diese Situationen waren stark belastend und führten zu einem erheblichen Vertrauensverlust. Viele der auftretenden Probleme hatten ihren Ursprung klar in der Führungsebene, wurden jedoch nicht reflektiert, sondern nur auf die Mitarbeitenden projiziert.