8 Bewertungen von Mitarbeiter:innenkununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
8 Mitarbeiter:innen haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 3,2 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
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8 Mitarbeiter:innen haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 3,2 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Die Aufgaben haben grundsätzlich gesellschaftliche Relevanz. Positiv ist außerdem, dass es trotz aller Umstände immer wieder Kollegen gibt, die sich gegenseitig stützen und durch Austausch versuchen, das Schlimmste abzufedern.
Die Unternehmenskultur leidet darunter, dass Vertrauen und offene Kommunikation kaum gefördert werden. Kollegen sind bemüht und engagiert, aber strukturelle Probleme und fehlende Unterstützung von oben machen den Arbeitsalltag oft frustrierend.
Aus meiner Sicht blockiert die aktuelle Führung wichtige Veränderungen, die das Unternehmen dringend bräuchte. Um Vertrauen wieder aufzubauen und die Unternehmenskultur zu stärken, wäre ein Wechsel in der Führungsebene meiner Meinung nach ein entscheidender Schritt.
Misstrauen und Angst sind ständige Begleiter. Viele Mitarbeiter spielen das Spiel der Führung mit und lassen die Führungsebene im Glauben, auf deren Seite zu stehen. Gleichzeitig ist allen bewusst, dass dieses Verhalten lediglich dem Selbstschutz dient. Der eigentliche Zusammenhalt entsteht auf der Basis durch den Austausch unter Kollegen, die die Fassade durchschauen und versuchen, den Betrieb trotzdem am Laufen zu halten. Dieses Arbeiten muss man wirklich wollen.
Nach außen wirkt das Unternehmen modern und sozial. Im internen Arbeitsumfeld habe ich jedoch eine sehr leistungsfokussierte Kultur erlebt, in der offene Diskussionen und kritische Perspektiven nur eingeschränkt Raum fanden.
Grundsätzlich gibt es tarifliche Regelungen, die eine Balance ermöglichen. In der Realität zeigt sich jedoch ein starkes Ungleichgewicht: Es gibt Abteilungen, die gefühlt ständig Pausen machen und alle nehmen das wahr. Gleichzeitig gibt es Bereiche, in denen Mitarbeiter kaum wissen, wo sie anfangen und aufhören sollen, weil die Arbeitsbelastung enorm ist. Dieses Missverhältnis wird on der Führungsebene gesehen und toleriert.
Entwicklung wird gezielt begrenzt, Mitarbeitende sollen klein gehalten werden.
Angegliedert an den Tarif. Gehalt kommt pünktlich.
Viel Kommunikation nach außen, intern aber kaum spürbare Maßnahmen.
Entscheidungsprozesse waren aus meiner Sicht nicht immer ausreichend transparent, wodurch Unsicherheit entstand und informelle Informationswege an Bedeutung gewannen. Offizielle Informationen erfolgten teilweise spät oder unvollständig. Das wirkte sich spürbar auf Vertrauen und Zusammenarbeit aus. Dieser Zusammenhalt ist aber stark von der Abteilung abhängig und wirkt oft eher wie eine stille Gegenbewegung zur Führung als wie eine gelebte Teamkultur.
Ältere und kranke Mitarbeiter/innen werden teilweise unter dem Deckmantel der „Hilfe“ dazu bewegt, Aufhebungsverträge zu unterschreiben. Das vermittelt den Eindruck, dass sie aussortiert werden sollen, und führt zu Unsicherheit und Misstrauen.
Stark politisch geprägtes Umfeld. Nur Mitarbeitende, die sich nach diesen Regeln richten, werden akzeptiert. Kritik oder Eigeninitiative werden nicht geduldet.
Das Büro ist modern ausgestattet, die Arbeitsplätze sind gut.
Fehlende Servicekultur.
Interne Dynamiken und persönliche Interessen haben einen starken Einfluss auf Entscheidungen. Das führte aus meiner Sicht zu Unsicherheit, geringer Transparenz und einem angespannten Miteinander.
Im Arbeitsalltag entstand der Eindruck, dass fachliche Leistung und Führungskompetenz nicht in allen Fällen die maßgeblichen Faktoren für Entwicklungsmöglichkeiten waren.
Die Aufgaben sind sinnvoll und spannend, werden aber durch die destruktive Kultur und fehlende Förderung blockiert.
Öffentlichkeitsarbeit muss noch ein wenig verbessert werden.
Pünktliche Gehaltszahlung. Zukunftsorientiertes Management. Verjüngung des Teams und damit den Blick auf die Zukunft des Unternehmens.
Wenig Einheitlichkeit in den verschiedensten Bereichen. Gefühlt macht jeder Bereich und jeder Standort was er will. Zuviel dynamischer Spielraum.
Kritik sollte noch mehr zugelassen sein und damit sachlich umgegangen werden. Gesprächsbereitschaft ist aber gegeben.
An und für sich ist die Atmosphäre gut. Leider wird sie immer wieder von Neid und Missgunst verseucht, da der eine dem anderen die Butter auf dem Brot nicht gönnt!
Ist Ausbaufähig. Da es leider viele Kollegen gibt, die kein gutes Haar an ihren Arbeitgeber lassen. Oder die Ex-Kollegen, die trotz eigener Kündigung eine regelrechte Schmutzkampagne fahren.
Regelmäßige und feste Arbeitszeiten machen eine gesunde Work-Life-Balance möglich.
Wer was werden möchte, kann dies auch! Eigeninitiative wird belohnt und innovatives Denken unterstützt.
TVöD
Man hat den Aspekt der Nachhaltigkeit im Blick.
Mal so, mal so! Neid und Missgunst sind immer mal wieder spürbar und stellen manches kollegiale Verhältnis auf die Probe.
Man wünscht sich mehr Flexibilität, beiderseits!
Ist gut, aber ausbaufähig.
Modern, Digital, nach Maß
Klare und deutliche Kommunikationswege, sowie Strukturen. Sie müssen halt nur genutzt und eingehalten werden.
Auch wenn der Vorstand männlich besetzt ist, wird Gleichberechtigung gelebt und ist ausdrücklich erwünscht.
Tägliche neue und spannende Herausforderung machen es nicht eintönig.
Es gibt Vertrauen in die Arbeit der Angestellten und Freiräume um selbst Entwicklungen anzustoßen und diese zu etablieren.
Es gibt nichts, was ich schlecht finde. Nur Dinge die sich in kontinuierlichen Verbesserungsprozessen verbessern lassen.
Das Unternehmen sollte z.B. bei Projekten oder tiefergehenden Veränderungen die Kommunikationswege flacher und direkter gestalten. Leitungen sollten Prozesse und den aktuellen Stand noch regelmäßiger kommunizieren und Entscheidungen, vor allem wenn sie ablehnend sind, klarer und verständlicher begründen. In solchen Fällen wäre es gut, wenn mehr pro-aktive Alternativvorschläge gemacht würden. Es verbessert das Betriebsklima, wenn ich großzügiger bin, vor allem bei Kleinigkeiten.
Unsere Dienstleistung geschieht am Menschen. Genau das ist unser "Produkt." Deshalb ist auch jede*r für die Arbeitsatmosphäre mit verantwortlich. Ich kann meine Meinung konstruktiv äußern und finde damit auch Gehör bei der Leitung.
Steckt man selbst in einem Betrieb, achtet man häufig im Schwerpunkt auf die Dinge, die noch nicht funktionieren oder schwierig sind. Alles, was hingegen gut und sehr gut funktioniert übersieht man schnell. Der Ruf ist besser, als es intern manchem bewusst ist.
Die Empfindung dazu ist individuell und manchmal eine Frage, die in der Prägung der unterschiedlichen Generationen zum Ausdruck kommt. Es gibt die Möglichkeit in Teilzeit zu arbeiten oder ggf. auch im Homeoffice. Außerdem gibt es Angebote zum Reflexion der eigenen Rolle, wie z.B. Coaching oder Supervision.
Die Karrierestufen sind durch die Anlehnung an den öffentlichen Dienst nicht mit der freien Wirtschaft vergleichbar. Es gibt aber interne sowie externe Fort-, Aus- und Weiterbildungen, eine Zentrales Bildungsreferat und Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung, wie Einzel- oder Teamcoachings, psychologische Beratung, Supervision und, wenn nötig, Mediation.
Durch die Anlehnung an den TvöD ist dies in den meisten Fällen fest geregelt und transparent.
Sozialbewusstsein ist im Blick. Der Blick auf Umwelt- und Klimaschutz könnte verbessert werden.
Natürlich gibt es "Gemecker", aber das ist normal. Ich sehe aber auch überall sehr viel gegenseitige Unterstützung und erfahre diese auch selbst.
Hierauf gibt es keinen besonderen Blick. Es kommt eher darauf an, ob Ältere sich weiterhin flexibel an sich verändernden Prozessen beteiligen können.
Die Vorgesetzten in der Sozialgruppe empfinde ich als zugewandt und achtsam gegenüber ihren Teams.
Das ist vom konkreten Gebäude abhängig, verbessert sich aber weiterhin, z.B. durch den Bezug und die Planung neuer Gebäude.
Aktuell findet in der Eingliederungshilfe eine Schulung zu diesem Thema statt. Alle nehmen daran teil, auch die oberste Leitung. Zwischenmenschliche Kommunikation ist immer ein Thema in Betrieben der Sozialwirtschaft und sie ist sehr bunt. Hat doch jeder Mensch seine individuelle Wirklichkeitskonstruktion.
Es gibt Frauen in Leitungsfunktionen. Stellen werden nach Qualifikation besetzt.
Mit und für Menschen zu arbeiten ist die Kernaufgabe. Egal ob mit Kindern, alten Menschen oder Klienten mit Handicap. Diese Arbeit sollte man mögen und das ist dann auch immer interessant. Gleichzeitig ist die Arbeit mit Menschen auch Herausforderung. Es kommt aber immer viel zurück, was das eigenen Herz erfreut.
Die geregelten Arbeitszeiten unter der Woche bieten grundsätzlich eine gewisse Planbarkeit, was im sozialen Bereich nicht selbstverständlich ist. Auch die Tatsache, dass Wochenendarbeit nur in Ausnahmefällen vorkam, empfand ich als positiv. Zudem bietet das Arbeitsfeld selbst – insbesondere die Arbeit mit Menschen und die Vielfalt der Klient*innen – eine grundsätzlich sinnstiftende und fachlich interessante Grundlage. Kollegialität war teilweise erlebbar, sofern man sich innerhalb der erwarteten Konformität bewegte. Die tarifliche Anbindung an den TVöD schafft theoretisch Transparenz, auch wenn die Umsetzung in der Eingruppierung problematisch ist.
Der Umgang mit Mitarbeitenden, die eigenständig denken oder kritisch hinterfragen, war enttäuschend. Anstelle eines fachlichen Austauschs wurde erwartet, sich möglichst reibungslos anzupassen. Wer sich nicht dem informellen Konsens unterordnete, wurde oft isoliert – durch fehlende Kommunikation, fehlende Einbindung oder mangelnde Unterstützung. Auch gegenüber älteren Kolleginnen und Kollegen wurde kein professioneller Respekt deutlich. Es gab Fälle, in denen diese aktiv gefragt wurden, ob sie nicht früher in den Ruhestand gehen wollen. Das vermittelt ein Bild, in dem Erfahrung und Loyalität nur dann gewünscht sind, wenn sie sich widerspruchslos einfügen.
Die Überlastung war nicht temporär, sondern systemisch. Einzelne Fachkräfte betreuten Gruppen mit über 25 Personen alleine, zusätzlich zu umfangreicher Dokumentation und Verwaltungsaufgaben wie dem personenzentrierten Teilhabeplan. Diese Verantwortung wurde weder organisatorisch noch personell angemessen abgefedert. Gleichzeitig zeigte sich die Leitungsebene gegenüber konkreten Lösungsvorschlägen kaum offen. Der Eindruck entstand, dass strukturelle Schwächen lieber ignoriert als aufgearbeitet wurden.
Besonders auffällig ist die Diskrepanz zwischen öffentlicher Kommunikation und innerer Realität. Das Unternehmen wirbt mit Begriffen wie Wandel, Entwicklung und Offenheit. Doch ein echter Wandel lässt sich nicht durch Kommunikation allein herstellen, wenn über Jahre gewachsene Muster weiterhin dominieren. Ein Apparat, der über Jahrzehnte in festen Denk- und Handlungsmustern funktioniert hat, verändert sich nicht durch Absichtserklärungen. Solange die zentralen Rollen von denselben Personen besetzt bleiben, ist ernsthafte Veränderung schwer möglich.
Das betrifft nicht nur die Führung, sondern ausdrücklich auch die sogenannte „Basis“, wie sie sich intern selbst bezeichnet. Gerade in dieser Ebene herrscht oft ein stillschweigendes Beharren auf eingespielten Abläufen und Gruppendynamiken, die Eigenständigkeit erschweren. Wer sich nicht anpasst oder andere Perspektiven einbringt, stößt schnell auf Widerstand – nicht nur von oben, sondern auch aus der direkten Kollegenschaft.
Problematisch ist außerdem die Begriffslogik selbst. Das sogenannte „Leistungsteam“ bezeichnet die Führungsebene, während die ausführenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als „Basis“ bezeichnet werden. Dabei stellt sich die berechtigte Frage, wer tatsächlich die Leistung trägt. Die sogenannte Basis hält den Betrieb mit direkter Klientenarbeit, Organisation und Dokumentation überhaupt erst aufrecht. Dennoch werden zentrale Entscheidungen ohne deren Mitwirkung getroffen. In einer funktionalen Struktur müsste die Führung als unterstützende Instanz wirken, die Rahmenbedingungen sichert. Die Leistung hingegen erbringen jene, die täglich operative Verantwortung übernehmen. Die aktuelle Begriffsverwendung verschleiert jedoch diese Realität und verstärkt ein hierarchisches Selbstverständnis, das fachlich und kulturell kaum tragfähig ist.
Veränderung erfordert daher nicht nur neue Strukturen, sondern auch ein grundsätzliches Umdenken auf allen Ebenen. Dazu gehört die Bereitschaft, Verantwortung zu teilen, Machtverhältnisse zu hinterfragen und echte Mitgestaltung zuzulassen. Solange das nicht geschieht, bleibt der vielbeschworene Wandel in erster Linie ein kommunikatives Versprechen, nicht aber eine gelebte Praxis.
1. Führungskultur erneuern: Es braucht eine Leitung, die Kritik zulässt, Verantwortung übernimmt und Vertrauen gegenüber den Mitarbeitenden zeigt. Offenheit darf kein Lippenbekenntnis sein, sondern muss sich in der Praxis zeigen – besonders gegenüber abweichenden Meinungen und fachlich begründeten Vorschlägen.
2. Fachkräfte entlasten und ernst nehmen: Gruppen mit über 25 Personen durch eine Einzelkraft führen zu lassen, ist verantwortungslos. Entlastung muss durch strukturelle Maßnahmen erfolgen, nicht durch Appelle an die Belastbarkeit der Mitarbeitenden. Dazu gehört auch, dass administrative Aufgaben wie der PIT realistisch in den Arbeitsalltag integriert werden.
3. Potenziale im Team nutzen statt konformieren: Die Vielfalt an Qualifikationen, Perspektiven und beruflichen Hintergründen wird derzeit verschenkt. Statt auf Anpassung zu setzen, sollte Diversität bewusst gefördert werden – durch echte Mitgestaltungsmöglichkeiten und Raum für Innovation.
4. Gehalt fair und leistungsgerecht gestalten: Wenn TVöD als Argument genutzt wird, um Mitarbeitende systematisch unter ihrer Qualifikationsstufe einzugruppieren, untergräbt das jede Glaubwürdigkeit. Wer sich als soziales Unternehmen versteht, sollte auch sozial gegenüber dem eigenen Personal handeln – und aktiv für Ausgleich sorgen, wo Politik versagt.
5. Innen und außen ehrlich kommunizieren: Die Diskrepanz zwischen öffentlicher Selbstdarstellung und interner Realität ist zu groß. Wer nach außen Offenheit, Partizipation und Transparenz betont, muss diese Prinzipien auch im Alltag leben. Authentizität beginnt intern.
Die Atmosphäre war stark von Anpassungsdruck geprägt. Wer kritisch dachte, über den Tellerrand blickte oder unbequeme Fragen stellte, wurde systematisch isoliert. Kommunikation war abhängig von Loyalität, nicht von Fachlichkeit oder Offenheit.
Die Außendarstellung vermittelt Werte wie Offenheit, Vielfalt und Mitbestimmung. Die interne Realität steht dem häufig entgegen. Viele kununu-Bewertungen wirken einseitig positiv und erinnern eher an PR-Texte als an echte Erfahrungsberichte. Kritische Reflexion fehlt fast vollständig.
Die Arbeitszeiten waren unter der Woche meist klar geregelt, Wochenendarbeit kam nur in Ausnahmefällen vor. Brückentage und Feiertage mussten über Urlaub abgedeckt werden, was formell nachvollziehbar ist. Das eigentliche Problem lag nicht im Zeitmodell, sondern in der strukturellen Überlastung. Mitarbeitende mussten teils Gruppen mit 23 bis 28 Personen alleine leiten – inklusive Betreuung, Dokumentation und zunehmend auch Verwaltungstätigkeiten wie dem Schreiben des PIT (Personenzentrierter Teilhabeplan). Eine realistische Verteilung der Aufgaben fand nicht statt. Vorschläge zur Entlastung oder zur Reorganisation wurden nicht aufgenommen. Die finale Leitungsebene zeigte sich nicht offen für Lösungsansätze oder strukturelle Kritik. Der entstehende Druck war nicht temporär, sondern systemisch.
Individuelle Entwicklung wurde kaum unterstützt. Wer Initiative zeigte, lief Gefahr, anzuecken. Weiterbildung war formal möglich, praktisch aber stark selektiv.
TVöD wird als Grundlage genannt, viele Mitarbeitende werden jedoch bewusst unterhalb ihrer eigentlichen Eingruppierung eingestellt. Die Begründung liegt in politischen Rahmenbedingungen. Ein glaubhaft soziales Unternehmen würde sich aber nicht auf externe Ursachen berufen, sondern aktiv Kompensation schaffen.
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen als sozial engagiert, doch intern ist davon nur begrenzt etwas spürbar. Entscheidungen wirkten häufig symbolisch motiviert, weniger an echter Nachhaltigkeit orientiert. Während teure Gebäude gekauft und neue Fahrzeuge angeschafft wurden, fehlte ein transparenter, verantwortungsbewusster Umgang mit Ressourcen im Alltag. Auch im sozialen Bereich entsteht der Eindruck, dass das Wohl der Mitarbeitenden hinter Imagepflege zurücksteht. Die Außendarstellung betont Werte wie Offenheit, Inklusion und Verantwortung, aber intern fehlte häufig die konsequente Umsetzung dieser Prinzipien.
Zusammenhalt war möglich, solange man sich der vorherrschenden Meinung anschloss. Eigenständiges Denken führte häufig zu Isolation. Abweichungen vom Gruppenkonsens wurden mit Misstrauen und stiller Ablehnung bestraft.
Ältere Mitarbeitende wurden nicht als wertvolle Ressource gesehen, sondern eher als Belastung. Es kam mehrfach vor, dass Kolleginnen und Kollegen im höheren Alter offen gefragt wurden, ob sie nicht vorzeitig in den Ruhestand gehen möchten – unabhängig davon, wie engagiert oder qualifiziert sie waren. Erfahrung und Fachwissen spielten offenbar eine untergeordnete Rolle, wenn sie nicht mit den strategischen Vorstellungen der Führung übereinstimmten. Wertschätzung gegenüber langjähriger Betriebszugehörigkeit war kaum spürbar. Statt altersunabhängiger Einbindung dominierte ein impliziter Druck zur Selbstverabschiedung.
Führung beschränkte sich auf Kontrolle und Machtsicherung. Offenheit wurde nur akzeptiert, solange sie ins Konzept passte. Kritik wurde nicht aufgenommen, sondern mit subtilen Maßnahmen abgewehrt. Wer sich nicht fügte, wurde ausgegrenzt oder zum freiwilligen Austritt gedrängt.
Die grundlegende Ausstattung war funktional, aber in vielen Bereichen nicht mehr zeitgemäß. Technische Geräte wie Handys oder Fahrzeuge wurden gezielt an einen kleinen, ausgewählten Kreis vergeben – unabhängig vom tatsächlichen Bedarf. Während in repräsentative Gebäude investiert wurde, blieben ergonomische Arbeitsplätze, moderne Infrastruktur oder nachhaltige Entlastung im Arbeitsalltag weitgehend außen vor. Es entstand der Eindruck, dass symbolische Außenwirkung wichtiger war als die tatsächliche Verbesserung der Bedingungen für die Mitarbeitenden. Mitgestaltungsmöglichkeiten für die Arbeitsumgebung waren kaum vorhanden.
Entscheidungen wurden oft nicht nachvollziehbar vermittelt. Informationen wurden selektiv weitergegeben. Rückmeldungen waren entweder affirmativ oder wurden ignoriert. Transparenz wurde als Anspruch formuliert, aber nicht gelebt.
Mitarbeitende höheren Alters wurden offen gefragt, ob sie früher in den Ruhestand gehen möchten. Förderung war nicht an Qualifikation oder Leistung gekoppelt, sondern an Loyalität und Angepasstheit.
Das Arbeitsfeld bietet grundsätzlich viele sinnvolle und herausfordernde Aufgaben, besonders durch die Arbeit mit Menschen und die Vielfalt der Teammitglieder. Es gäbe großes Potenzial, pädagogisch und organisatorisch wirksam zu werden. Allerdings wurde dieser Spielraum durch starke Hierarchien und eine kulturbedingte Vorsicht gegenüber eigenständigem Denken deutlich eingeschränkt. Vorschläge zur Weiterentwicklung oder Verbesserung wurden selten aufgegriffen, wenn sie nicht dem vorgegebenen Kurs entsprachen. Die Gestaltungsmöglichkeiten waren daher stark begrenzt. Wer Verantwortung ernst nahm und eigene Impulse setzen wollte, lief schnell Gefahr, als unbequem zu gelten.
Die Arbeitsatmosphäre ist gut. Es gibt immer Teammitglieder, die Erwartungen und Bedürfnisse haben, die sich nicht umfänglich erfüllen lassen. Diese sind aber oft in der Person begründet oder in Erwartungen, die über das berufliche hinausgehen. Alle tragen zur Arbeitsatmosphäre bei und in der Sozialgruppe Kassel habe ich Entwicklungsmöglichkeiten, wenn ich diese nutzen möchte.
Als sozialer Träger in der Stadt Kassel führen wir anerkannte und gewürdigte Leistungen im sozialen Bereich durch. Das Image nehme ich als gut wahr. Außerdem gibt es Bestrebungen sich weiter in Politik, Gesellschaft und den sozialen Markt noch besser zu vernetzen.
In einem Seniorenzentrum unterliegt die Work-Life-Balance durch Schichtdienst naturgegebener maßen einer größeren Spannung. Aber auch hier gibt es, wie in allen Bereichen, verlässliche Dienstpläne. In der internen Kommunikation soll niemand unter Druck gesetzt werden. Urlaub kann wie geplant genommen werden und es wird immer versucht auf Veränderungswünsche einzugehen.
Hier ist viel möglich, wenn sich jemand weiterentwickeln möchte. Für Weiterbildungen gibt es Budgets und ich kann selber Vorschläge dafür einbringen. Darüber hinaus gibt es Weiterbildungen die Standard sind und durchgeführt werden.
Die Gehälter werden zuverlässig und pünktlich ausgezahlt. Da wir nach TvöD bezahlen, ist die Entlohnung transparent und wird von den Tarifparteien ausgehandelt. Auf Antrag sind bessere Einstufungen möglich, wenn sie der Arbeits- und Aufgabenleistung entsprechen.
Da in der Sozialgruppe ein Dienstleistungsunternehmen ist, gibt es hier kaum Möglichkeiten etwas zu verbessern. Im Gartenbau gibt es aber z.B. eine Zisterne und die Hauptstandorte der Kasseler Werkstatt sind mit großen Solar Dachanlagen ausgestattet. Bei den aktuell entstehenden Neubauten werden moderne Standards eingehalten.
Dieser Zusammenhalt ist gut und in den meisten Fällen funktional. Im sozialen Bereich geht es aber ständig um Begegnungen auf der Beziehungsebene. Jede*r muss sich hier immer wieder neu justieren und auf einen gesunden und professionellen Umgang mit Nähe und Distanz achten. Wo so viele Menschen zusammenarbeiten muss in den Zusammenhalt im Alltag immer wieder investiert werden. Der Schlüssel ist die Kommunikation.
Wir stellen auch ältere Kolleg*innen ein. Zum einen macht der Fachkräftemangel dies nötig und zum anderen haben wir mit älteren und dann auch oft erfahrenen Kolleg*innen gute Erfahrungen. Dies gilt auch für Bestandspersonal. Jedoch ist das vor allem eine Typ Frage. Wer flexibel, offen, neugierig und veränderungsbereit ist, der ist es unabhängig von seinem Alter.
Das ist immer auch von der jeweiligen Person und ihrer Kultur abhängig. Der ganz große Teil der Vorgesetzten versucht aber agil und in Teamkultur zu arbeiten. Wenn Leitungsstellen nachbesetzt werden, wird seit einigen Jahren auf diese Fähigkeiten geachtet. Der Vorstand prägt selbst diese Werte und das führt auch insgesamt zu einem positiven Kulturwandel.
Die technischen Arbeitsbedingungen sind durchschnittlich. Bei der Funktionalität der IT haben wir einen großen Nachholbedarf aktuell ausgeglichen. Das funktioniert nach der aktuellen Umstellung gut. Die räumlichen Bedingungen sind aufgrund des Alters der Gebäude an manchen Stellen verbesserungsbedürftig. Hier wird aber viel getan und wir machen große Schritte nach vorne. Das wird z.B. deutlich durch einen großen Komplettneubau und die bauliche Erweiterung der Kita.
Es gibt funktionale Kommunikationsformate, ein dezentrales QM System mit Prozessverantwortlichen direkt in den Bereichen. Manchen reicht die Kommunikation nie und ab und an wird die "Holschuld" vergessen. Insgesamt gibt es aber gute Möglichkeiten eigene Ideen und Themen einzubringen.
Soweit ich das beurteilen kann ist Vielfalt möglich. Es wird, soweit möglich, auf individuelle Bedürfnisse Rücksicht genommen und viel versucht, um Wünschen nachzukommen.
Für mich selbst kann ich sagen, dass ich viele Gestaltungsmöglichkeiten habe. Da die Aufgaben im sozialen Bereich immer durch die begleiteten oder betreuten Menschen vorgegeben werden, kann ich nahe an den Personen arbeiten und mit ihnen gemeinsam kreativ nach Lösungen suchen. Das macht viel Freude und bietet ein großes Feld zur Weiterentwicklung und Selbsterfahrung.
Es wurden in einigen Unternehmensteilen in kurzer Zeit Möglichkeiten zum Schutz der betreuten Menschen und des Personals getroffen. Auf Alternativen wie Homeoffice, Telefon- und Videokonferenzen wurde hingewiesen und die technische Basis dafür geschaffen.
Die größte Chance sehe ich für die Zukunft darin, die jetzt gemachten und noch anhaltenden Erfahrungen aufzugreifen, auszuwerten und für kommende Krisensituationen zu nutzen.
Der Arbeitgeber sollte aus der Coronakrise lernen um zu verstehen, dass es einen möglichst klaren Kurs, gute Vorgaben und Perspektiven braucht. Die sind schon in normalen Zeiten nötig und deren Qualität zeigt sich vor allem in Krisen.
Die Organisation hat sich in der Vergangenheit zu wenig Gedanken über ihre Imagepflege gemacht. Dies wurde in der jüngsten Vergangenheit erkannt und man beginnt umzusteuern. Es geht darum bekannter zu werden und eine regionale Marke zu werden.
Die Karrieremöglichkeiten sind im sozialen Bereich begrenzt. Der Betrieb ist nicht so groß, dass es ständig Ausschreibungen für freie Stellen gäbe. Weiterbildungen sind aber jederzeit möglich und werden nach eigener Entwicklungsperspektive und Fachbereich gewährt. Darüber hinaus gibt es durch ein zentrales Bildungsreferat organisierte Inhouse Schulungen zu Schwerpunktthemen.
Entlohnung nach TVÖD. Gute Abwicklung der Gehälter durch eine zentrale Geschäftsstelle.
Engagement wird durch Aufstiegschancen belohnt. Finanzieller Aufstieg ist durch klare Regelungen im TVÖD begrenzt.
Das Umweltbewusstsein ist durchschnittlich ausgeprägt. Das soziale Bewusstsein hingegen stark, weil wir ein Sozialunternehmen sind.
Es gibt nicht viele Bewerbungen von älteren Menschen. Diejenigen unter uns, die bereits älter sind, bekommen Anerkennung und können ihre Erfahrung einbringen. Es gibt offene Gespräche zu gesundheitlichen Einschränkungen, einen Gesundheitszirkel und ein betriebliches Eingliederungsmanagement.
Ein Altbau soll ersetzt werden, was bessere Arbeitsbedingungen mit sich bringen wird. Die IT Struktur und die Telefonie wird aktuell verbessert, was auch nötig ist, um am Puls der Zeit zu bleiben.
In Corona Zeiten fehlt uns die persönliche Begegnung. Wir haben jedoch digitale Wege organisiert um den Informationsfluss aufrecht zu erhalten.
Die Expertise von Frauen wird dringend benötigt und wertgeschätzt.
Das die Veränderung bei gesetzlichen Grundlagen mit den Folgen für die Sozialgruppe Kassel e.V. aktiv angenommen wurden und zu Veränderungsprozessen geführt haben und weiterhin führen ist aus meiner Sicht sehr anzuerkennen.
Wirklich schlecht finde ich nichts. Auf der Ebenen einzelner Akteure gibt es weiterhin Entwicklungsbedarf. Das darf nicht vernachlässigt werden.
Der Arbeitgeber sollte den eingeschlagenen Weg der Veränderung beibehalten. Die Kommunikation, der Informationsfluss und ein noch besseres Verständnis füreinander sollten weiterhin im Blick behalten werden. Dies hat sich schon sehr positiv entwickelt.
Es ist mittlerweile eine Aufbruchsstimmung zu spüren. Menschen haben manchmal Probleme, wenn sich das Makrtumfeld ändert und Neuanpassungen notwendig sind. Aber das haben wir nun geschafft.
Das Image hat sich in den letzten Jahren massiv verbessert. Aus einer Nische heraus, hat sich die Sozialgruppe Kassel e.V. zu einem anerkannten und starken Netzwerkpartner entwickelt. Dieser Prozess dauert auch weiterhin an.
Durch innerbetriebliche Angebote, wie z.B. Sportangebote u.a., ein betriebliches Eingliederungsmanagement und Betriebsfeiern soll der Blick auf die Work-Life-Balance gerichtet werden.
Da es nicht viele Hierarchiestufen gibt, sind klassische Karrierechancen gering. Es gibt aber durchaus die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln und sich "hoch zu Arbeiten." Weiterbildungen sind Standard und werden über ein zentrales Bildungsreferat organisiert.
Bezahlung erfolt nach TVÖD und ist somit geregelt.
Das Umweltbewusstsein ist keine Kernkompetenz, aber gut. Das Sozialbewusstsein liegt dem Verein im Blut und ist sozusagen unsere Paradedisziplin.
Es ist deutlich spürbar, dass die Menschen in der Sozialgruppe Kassel e.V. füreinander einstehen und eine interne Vernetzung stattgefunden hat.
Da wir uns professionell um Menschen mit Hilfebedarf kümmern, haben wir auch einen Blick auf älteres Personal. Wir sind uns der Begrenzungen des menschlichen Daseins bewusst und versuchen immer altersbedingte Begrenzungen, altersbedingte Erscheinungen und Erkrankungen mit der größt möglichen Würde zu behandeln.
Auch dieser Punkt ist deutlich besser geworden, weil die Vorgesetzten so geschult wurden, dass ihnen ihre Vorbildfunktion bewusster wird.
Die Arbeitsbedingungen sind gut, werden aber durch den sehr engen Umgang mit Menschen und deren Problemen, Verhaltensauffälligkeiten und z.B. pflegerischen Herausforderungen markiert. Dessen sollte man sich in dieser Branche immer bewusst sein. Außerdem gibt es an einem Hauptstandort bauliche Pläne, die die Arbeitsbedingungen für alle massiv verbessern werden.
Wir kommuniziert man um Angestellte so gut wie möglich mitzunehmen?
Das Rollenverständnis für die eigenen Aufgabe im sozialen Bereich ändert sich erst langsam.
Im Moment ist der oberste Führungskreis paritätisch besetzt. Wir versuchen so oft wie möglich die weibliche und die männliche Sicht auf unsere Themenfelder zu lenken.
Durch die Arbeit an und mit Menschen gibt es ein großes, offenes und weites Feld an Aufgaben. Dies ist auch konzeptionell festgeschrieben und folgt natürlich trotzdem gewissen Grundregeln und Qualitätszielen. Hierbei sind pädagogische Ansätze und Grundlagen wie der Umgang mit Menschenwürde oder Nähe und Distanz wichtig.