Vermögensberater in Ingolstadt: Jetzt weiß ich, wie ich nicht arbeiten möchte
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gratis Wasser und Kaffee
Sozialleistungen
Kollegen / Kolleginnen die dich immer unterstützt und auch ein Ohr für deine Ängste/Sorgen hatten
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Alles andere
Verbesserungsvorschläge
An Abmachungen / Vereinbarungen halten
Führungskräfte besser auswählen: Ein guter Verkäufer ist noch lange keine gute Führungskraft. Nur weil ich jemanden mag, ist er noch lange nicht als Führungskraft geeignet.
Zur Erkenntnis gelangen, dass Mitarbeiter das wichtigste Kapital der Sparda ist.
Der Trend hin zur "Hire-and-fire-Mentalität" hat der Bank mMn sehr geschadet - von den Mitarbeitern die noch da sind haben innerlich bereits viele gekündigt.
Arbeitsatmosphäre
Anfangs / Bewerbungsgespräch von der Sparda-Bank begeistert, dachte "Hier zählst du als Mensch" noch etwas. Gefühlt drehte sich das aber schnell um 180 Grad und ich hatte das Gefühl, nur überwacht zu werden und einem großen Misstrauen ausgesetzt zu sein.
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Die Bank sieht sich als "Direktbank mit Filialen"
Für mich ist das aber nicht zutreffend, da für eine Direktbank das Onlinebanking z.B. im Vergleich zur ING DIBA zu schwach sind und für die Konditionen zu schlecht sind.
Als Filialbank sehe ich sie auch nicht, da das Filialnetz (außerhalb von München) und Automatendichte (außerhalb von Großstädten) viel zu dünn ist.
Und wie oben beschrieben: Von einer Filial- und Beraterbank erwarte ich ein vielfältigeres Produkt- und Serviceangebot (z.B. Wertpapierdepot, Ansprechpartner für Versicherungen,...)
Ich habe mir immer mehr die Frage gestellt "Warum sollte hier jemand Kunde sein?" - Mir viel kein einziger Grund ein.
In meiner Wahrnehmung hat die Bank nichts, dass sie besonders macht oder von den Wettbewerbern abhebt - also ist sie für mich komplett austauschbar / verzichtbar.
Viele Mitarbeiter schimpfen über die Firma und scheinen innerlich gekündigt zu haben.
Work-Life-Balance
Sehr schlecht - was aber auch an meinem weitem Anfahrtsweg zur Arbeit lag (2 Stunden am Tag auf der Straße). Dafür kann die Bank natürlich nichts, dass ich so weit entfernt wohne.
Es hätte die Situation aber vereinfacht, wenn sich an die Abmachung im Vorstellungsgespräch (= "1x pro Woche ist Homeoffice völlig in Ordnung. Das machen alle so") gehalten worden wäre. Später hieß es "Im Vertrieb braucht man Kunden, deshalb gibt es kein Homeoffice". (Obwohl auch alle Vertriebs-Jobs bis heute mit dem Benefit "mobiles Arbeiten" ausgeschrieben sind)
Zudem wurde mir bei meinem Probetag gesagt "Im Hinterhof-Parkplatz parken wir uns gegenseitig ein, da finden Sie immer einen Platz" - als ich meine Tätigkeit dann aufgenommen habe "Nur in den markierten Stellplätzen parken". Da dies aber nur ein Parkplatz der für den MBL reserviert war gewesen ist, habe ich mir in einer 1,2km entfernten Wohnanlage für 40€ mtl. einen Stellplatz mieten müssen und bin dann mit dem E-Scooter (den ich auch extra angeschafft habe) zur Bank gefahren.
So kamen die 2 Stunden täglich auf der Straße zu Stande - in der Regel bin ich um 6:30 Uhr aus dem Haus gegangen und erst zwischen 19 und 20 Uhr nach Hause gekommen
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen Seminare wurden nicht angeboten - ausser Pflichtseminare wie IDD-Schulungen.
Perspektive auf Karriere gibt es wohl eigentlich nicht - wenn du dich mit den richtigen Leuten gut stellst vielleicht.
Gehalt/Sozialleistungen
Gehalt halte ich im Branchenvergleich für leicht unterdurchschnittlich.
Jegliche Leistungsanreize werden meiner Meinung nach verhindert:
- Betriebsrat hat einer zusätzlichen leistungsorientierten Bezahlungen für den Vertrieb nicht zugestimmt
- Jede Stelle hat eine feste Tarifgruppe. In dieser ist man - egal ob man die Stelle jetzt frisch antritt oder seit Jahrzehnten ausfüllt, egal ob man 20% oder 200% Zielerreichung schafft
Sozialleistungen (baV, Internetpauschale, Deutschland-Ticket, VL) aber gut.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wirbt ja mit dem Slogan "Erste Gemeinwohlbank Deutschlands" und das stimmt auch im Bezug auf das Umweltbewusstsein (z.B. wird nur Recyclingpapier verwendet, kostenloses Deutschland-Ticket für Angestellte, Baumpflanzaktionen,...) und engagiert sich auch für soziale Projekte.
Zu Sozialbewusstsein gehört für mich aber auch der Umgang mit Mitarbeitern - und hier habe ich und vertraute Kollegen den Eindruck, dass es rasant schlechter wird.
Kollegenzusammenhalt
Kollegenzusammenhalt war sehr gut
Umgang mit älteren Kollegen
Keine Beanstandungen
Vorgesetztenverhalten
Stellv. MBL hat sich ungefragt zum Coaching / TOJ zu Kundenterminen gesetzt und dem MBL ein verheerendes Feedback mitgeteilt während ich nur ein paar Tipps bekam. Einmal viel der Satz (nicht gegenüber mir, sondern als Info an meinen Vorgesetzten) "Beratung war zum Fremdschämen"
Ich wurde behandelt wie ein Azubi im ersten Lehrjahr, obwohl ich 25 Jahre Berufserfahrung (auch als Führungskraft) in diesem Bereich habe und meine Ziele immer überfüllt habe.
Mein MBL bemängelte stets dass meine Terminquote nicht passt - obwohl diese immer gepasst hat oder die Gründe nicht von mir zu verantworten waren:
Beispielswiese hat die Bank drei Monate gebraucht, um mich für die Wertpapierberatung freizuschalten. Ohne diese Freischaltung kann ich als Vermögensberater nicht beraten. Und wie unter "Arbeitsbedingungen" beschrieben kann man halt auch keine Termine vereinbaren, wenn man auch nach 2,5 Monaten keine Kundenliste bekommt.
Ich habe das Verhalten der Vorgesetzten und Personalabteilung - wie viele andere auch - als überheblich, arrogant, nicht wertschätzend und "von Oben herab" empfunden.
Arbeitsbedingungen
Grundsätzlich sind die Räume der Filiale Ingolstadt ansprechend - nur in der Vermögensberatung erwarte ich mir schon Technik mit der ich Kunden ins Beratungsgespräch mit einbinden kann und nicht einen (zu kleinen) Monitor ohne Schwenkarm den man jedes Mal mühsam zum Kunden drehen muss.
In allen anderen Banken die ich bisher kennenlernen durfte, hängt für die Beratung ein großes TV-Gerät an der Wand.
Interne Services sind für mich eine Katastrophe: Ich habe einmal in der Fachabteilung eine Liste der nicht zugeordneten Vermögenskunden bestellt, weil ich die Potentiale der Filiale heben und meinen Kalender vollbringen wollte. Nach 2,5 Monaten Wartezeit und mehrmaliger Erinnerung habe ich den Versuch aber aufgegeben.
Um positiv zu schließen: Es gibt gratis Wasser und Kaffee.
Kommunikation
War nur da, wenn etwas nicht passte - keine Mitarbeitergespräche (in denen es auch um die Ziele und Wünsche der Mitarbeiter ging) wie ich Sie als Führungskraft geführt habe.
Gleichberechtigung
Zwischen den Geschlechtern ja - aber meiner Meinung (und auch der von vielen Kollegen/Kolleginnen) gibt es schon einen "Inner Circle" von langjährigen Mitarbeitenden die einen guten Draht in die Führungsriege haben und sich deshalb alles herausnehmen können, während der Rest brav apportieren muss.
Interessante Aufgaben
In der Filiale Ingolstadt ist der Kundenbestand (wie wohl in der ganzen Bank) größtenteils im fortgeschrittenen Alter und von der Risikoneigung stark konservativ einzustufen. Vermögensstrukturen deshalb sehr oft nicht gewünscht.
Zudem hat die Bank kein eigenes Bankdepot, nur ein Depot von Union Investment in dem nur (eine beschränkte Auswahl) Fonds verwahrt werden können.
Wenn man seinen Kunden keine Zertifikate, Kryptos, Anleihen oder Einzelaktien anbieten kann hat das für mich wenig mit Vermögensberatung zu tun.


