Handlungsbedarf bei Personal, Motivation und Filialen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Unzufriedenheit unter den Mitarbeitern ist deutlich spürbar. Viele haben jedoch inzwischen resigniert und äußern ihre Kritik nicht mehr, weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass diese ohnehin nicht wahrgenommen oder ernst genommen wird
Verbesserungsvorschläge
Auch einmal an die „kleineren und mittelgroßen“ Filialen denken. Eine stärkere Fokussierung auf die tatsächlichen Arbeitsbedingungen vor Ort könnte hier viel bewirken. Wenn Mitarbeiter ihre eigentlichen Kernaufgaben wahrnehmen können, anstatt dauerhaft mit Schalterdiensten, Vertretungen und zusätzlicher Sachbearbeitung belastet zu sein, würde das aus meiner Sicht auch die Motivation deutlich steigern. Viele Mitarbeiter sind nicht grundsätzlich unmotiviert – sie sind schlicht frustriert über die Rahmenbedingungen. Schafft man hier Entlastung, bleibt auch mehr Zeit und Energie, sich den hohen Vertriebszielen zu widmen.
Ebenso wichtig wäre eine Anpassung an den Wandel der Zeit, was die Renovierung und Modernisierung der Standorte betrifft. Gerade bei den kleineren und mittelgroßen Filialen besteht hier teilweise erheblicher Nachholbedarf. Vieles liegt schlicht deutlich unter dem Standard, den man von einer modernen Bank erwarten würde.
Work-Life-Balance
Es gibt – zumindest dort, wo ich eingesetzt bin – quasi keine echte Work-Life-Balance. Durch den häufigen Einsatz am Schalter fällt zusätzlich jede Menge Sachbearbeitung an. Gleichzeitig müssen natürlich die eigenen Aufgaben, Kundenrückrufe und sonstige Vorgänge erledigt werden.
Potenzielle freie Zeiten, beispielsweise am Mittwochnachmittag, werden dann zusätzlich mit Schulungen, Vertriebsbesprechungen und teilweise auch Terminen belegt, deren Notwendigkeit sich nicht immer erschließt. Und damit sind wir wieder im Hamsterrad: Wann genau soll man eigentlich die Aufgaben erledigen, für die man ursprünglich eingestellt wurde?
Was bringen immer höhere Vertriebsziele und zusätzliche Vorgaben, wenn einem im Arbeitsalltag schlicht die Zeit fehlt, diese überhaupt umzusetzen?
Arbeitsbedingungen
Was die Arbeitsbedingungen betrifft, kann ich mich meinem Vorredner nur anschließen. Sowohl die Räumlichkeiten als auch der Umgang mit dem Datenschutz und teilweise auch das Kundenverhalten wirken auf mich alles andere als zeitgemäß. Für eine Bank, die sich selbst als ‚modern‘ und kundenorientiert inszeniert, entsteht dadurch eher der Eindruck, dass man in vielen Filialen noch in den 70er- oder 80er-Jahren feststeckt.
Interessante Aufgaben
Auch hier muss ich mich dem vorherigen Kommentar anschließen. Es ist fast schon beruhigend zu lesen, dass man mit dieser Wahrnehmung nicht alleine dasteht.
Für den Dialog-Platz in der Filiale wird nichts investiert, gleichzeitig wird keine zweite Kraft zur Unterstützung bereitgestellt. Stattdessen müssen – aus Gehaltssicht durchaus ‚teure‘ – Kundenberater einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit mit Schalterdiensten und wochenlangen Vertretungen verbringen. Dadurch bleibt enorm wenig Zeit für den eigentlichen Zweck des Jobs: die Beratung der Kunden.
Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, dass die astronomisch hohen Vertriebsziele regelmäßig nicht erreicht werden. Besonders frustrierend ist dabei, dass dieser Zusammenhang immer wieder angesprochen wird, sich aber offenbar niemand dafür interessiert oder bereit ist, die Ursachen tatsächlich anzugehen

