Wenn das Image und die Wertevermittlung wichtiger sind, als die Mitarbeiter…
Verbesserungsvorschläge
Beschwerden über Führungsverhalten und wahrgenommene Schikanen sollten ernst genommen und unabhängig geprüft werden. Führungskräfte sollten stärker für respektvolle Kommunikation, Konfliktlösung und ihre Verantwortung für die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeitenden sensibilisiert werden.
Arbeitsatmosphäre
Lob wird selten ausgesprochen. Oftmals werden gute Ergebnisse als selbstverständlich hingenommen und wenn man sich selbst ein Feedback einholt, wurde nicht selten auf die Stellenbeschreibung hingewiesen. Getreu dem Motto: „Das gibt doch deine Stelle auch her.“ „Der Vertriebserfolg entspricht doch auch deiner Stelle.“ „Das erwarte ich auch, wenn du solch eine Stelle im Vertrieb hast“. Für mich war es zuletzt sehr belastend. Statt mich an meinem Arbeitsplatz wohl und sicher zu fühlen, hatte ich zunehmend das Gefühl, nicht mehr erwünscht zu sein.
Image
Mein persönliches Bild des Arbeitgebers hat durch meine Erfahrungen deutlich gelitten. Nachdem ich gekündigt habe und mich einem neuen AG zugewandt habe, konnte ich nun das erste Mal als Außenstehender auf die Sparkasse blicken und war schockiert, wie negativ die Wahrnehmung meiner Mitmenschen von meinem ehemaligen Arbeitgeber war. Die Sparkasse Holstein legt sehr viel Wert darauf medienwirksam und gesellschaftlich in einem aussergewöhnlich gutem Licht zu stehen. Man gibt sich Kundenbeschwerden möglichst hin, auch wenn Mitarbeiter keine Fehler gemacht haben, und bittet den Kunden um Verzeihung. Eben so, dass man nirgends in ein schlechtes Licht gerückt werden kann. Rückgrat sucht man leider meist vergebens. Mitarbeiter werden auch zur Imagebewahrung angehalten. Man soll gut im Umfeld über die Sparkasse reden. Möglichst gute Google-Bewertungen werden quasi erbeten. Jeder Kunde wird nach einem Gespräch darauf aufmerksam gemacht. Alles damit das Image in der Außenpräsenz makellos scheint.
Work-Life-Balance
Die Belastung am Arbeitsplatz hat sich bei mir zuletzt deutlich auf mein persönliches Wohlbefinden ausgewirkt. Eine gesunde Trennung von Arbeit und Privatleben war dadurch zunehmend schwierig. Es wird viel versprochen, eingehalten wird es jedoch selten. „Gelebte Work-Life-Balance“ sieht auf dem Papier und in Stellenanzeigen nun mal immer besser aus. Und Teamrunden, Morgenrunden werden in solch einer Regelmäßigkeit angesetzt und verpflichtend gemacht, dass hierfür ebenfalls private Zeit geopfert werden muss. Zwar gibt es Überstunden hierfür, die dann aber am Ende des Jahres ab einem bestimmten Wert gekappt werden und nur selten sinnvoll abgebaut werden können. (Auf Grund schlechter personeller Besetzung der Filialen)
Karriere/Weiterbildung
Die Ausbildung ist tadellos. Für mich derzeit jedoch zweitrangig. Entwicklungsmöglichkeiten helfen wenig, wenn grundlegender Respekt und ein vertrauensvolles Arbeitsumfeld fehlen.
Gehalt/Benefits
Nicht ausschlaggebend für meine negative Bewertung. Für mich kann eine angemessene Vergütung ein belastendes Arbeitsklima nicht ausgleichen. Jedoch kann man sagen, dass es durchaus Arbeitgeber in der Branche gibt die schlechter, aber auch besser zahlen.
Kollegenzusammenhalt
Der Umgang mit meinen Kolleginnen und Kollegen war nicht das Kernproblem meiner negativen Erfahrung. Meine Kritik richtet sich vor allem auf die Führungssituation. Tatsächlich hat der Zusammenhalt der Kollegen (ausgenommen des Vorgesetzten) lange Zeit noch dafür gesorgt, dass ich überhaupt noch den Weg zur Arbeit auf mich genommen habe. An fehlenden Zusammenhalt lag es nie.
Vorgesetztenverhalten
Aus meiner persönlichen Erfahrung leider sehr enttäuschend. Der Umgang hat bei mir erheblichen Druck ausgelöst und wurde von mir zunehmend als einschüchternd und belastend empfunden. Zum Ende meiner Zeit in der Sparkasse hatte ich das Gefühl, dass mir, durch meinen direkten Vorgesetzten gesteuert, immer mehr Hürden gesetzt wurden, damit ich die Lust auf meinen Job verliere und freiwillig gehe.
Kommunikation
Aus meiner Sicht fehlt es an offener, respektvoller und lösungsorientierter Kommunikation. Probleme sollten direkt und fair angesprochen werden, statt zusätzlichen Druck entstehen zu lassen.

